Berlin (dpa) - Dass sich die Welt immer schneller verändert, spürt vor allem die "Generation Mitte". Einer Umfrage zufolge machen ihr Digitalisierung und Überalterung Sorgen. Nicht alle können Schritt halten.

Der digitale Wandel hängt schwächere soziale Schichten einer Umfrage zufolge mehr und mehr ab. Nur etwa 40 Prozent in dieser Gruppe sehen in Internet und digitaler Technik überwiegend Vorteile. In der obersten sozialen Schicht dagegen sind es 66 Prozent, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Allensbach-Erhebung hervorgeht. Befragt wurden 30- bis 59-Jährige im Auftrag der deutschen Versicherer.

Diese "Generation Mitte" sei mit ihrem Leben und der wirtschaftlichen Situation überwiegend zufrieden, sagte Allensbach-Chefin Renate Köcher in Berlin. Ihr Lebensgefühl werde aber vor allem von einem hohen Veränderungsdruck geprägt.

Mehr als zwei Drittel der 1245 Befragten sehen Digitalisierung und demografischen Wandel als größte Treiber dieser Veränderung. Etwa 90 Prozent sorgen sich, weil es immer weniger junge und immer mehr alte Menschen gibt. Vier von fünf Befragten erwarten, dass sie deswegen später in Rente gehen können und mehr Rentenbeiträge zahlen müssen.

Für die meisten bleibt der demografische Wandel aber ein abstraktes Problem: Nur gut ein Drittel sieht sich selbst stark betroffen. Vorsorge für das Alter beschäftige heute weniger Menschen als noch vor fünf Jahren, sagte Köcher.

Die "Generation Mitte" sieht auch das Internet zwiegespalten: Nur ein Fünftel könnte sich vorstellen, problemlos ohne auszukommen. Zwei von drei Befragten informieren sich inzwischen anders über Produkte als früher, bei jedem zweiten hat sich geändert, wie er Kontakt zu Freunden und Familie hält.

Zugleich aber löst die zunehmende Vernetzung reichlich Unbehagen aus - wegen des möglichen Missbrauchs persönlicher Daten, aber auch, weil Geschäfte aus den Fußgängerzonen verschwinden, man ständig erreichbar ist und das Leben immer schneller wird. Diese Ängste hätten aber keine Konsequenzen im Alltag, sagte Köcher. Die "Generation Mitte" kaufe trotzdem im Internet ein oder gebe ihre Daten in sozialen Netzwerken an.© dpa