Windows-Mängel und was Sie dagegen unternehmen können

Windows-Mängel und was Sie dagegen unternehmen können

Kleinigkeiten können den ganzen Tag ruinieren oder die effektive Arbeit verlangsamen. Sie müssen Windows-Widrigkeiten nicht einfach hinnehmen - wir zeigen, wie es anders geht.

Mit diesem Ratgeber wollen wir nicht nur Windows-Nervereien benennen, sondern Ihnen auch die Möglichkeit geben, die Mängel selbst zu beheben. Die Tipps gelten hauptsächlich für Windows 7 und Windows 8, die meisten funktionieren aber auch mit XP und Vista. Mitunter nehmen wir Ihnen mit praktischen Tools die nervige Wühlerei in der Registry ab, die genannten Programme finden Sie alle online.

1. Nur-Text aus der Zwischenablage

Kopieren Sie etwas mit Strg-C, landet diese Kopie in der Zwischenablage. So können Sie Dateien, Texte und Bilder einfach kopieren. Doch beim Zurückspielen mit Strg-V kopieren Sie oft auch unerwünschte Formatierungen mit. Das Autohotkey-Programm Plain Paste sorgt dafür, dass Sie effektiver kopieren können. Ist das Programm gestartet, signalisiert ein Icon in der Taskleiste, dass es aktiv ist. Drücken Sie nun Strg-V zweimal schnell hintereinander, wird purer Text eingefügt. Einfacher: Halten Sie die Strg-Taste gedrückt und drücken Sie zweimal schnell auf V. Die sonstige Funktionalität von Strg-V bleibt erhalten.

2. Zwischenablage erweitern

In die Zwischenablage passt immer nur genau ein Element (Text, Bild, Datei, etc.). Für das Sammeln von Textteilen wären allerdings mehrere Zwischenablagen praktisch. Zum Texte sammeln eignet sich daher das Tool Ditto sehr gut. Sie kopieren damit Texte wie gewohnt per Strg-C in die Zwischenablage, Ditto übernimmt sie gleich in großen Mengen in den eigenen Speicher. Später öffnen Sie dann die Textverarbeitung und klicken auf das Ditto-Icon in der Taskleiste. Die ausgewählten Texte landen dann per Doppelklick im Textprogramm. Mit der Option "Always on top" (Strg-Leertaste) halten Sie die Textsammlung im Vordergrund.

3. Fenster unter dem Mauszeiger scrollen

Drehen Sie am Mausrad, scrollt Windows im aktuell aktiven Fenster. Oft ist aber nicht ganz sicher, welches Fenster gerade aktiv ist und man scrollt im falschen Fenster. Das Tool pcwHoverWheel verbessert den Mauskomfort, indem es Sie immer in dem Fenster scrollen lässt, über dem der Mauszeiger geradesteht.

4. NTFS-Rechte verändern

Trotz grafischer Oberflächen ist das Verändern von Dateirechten via "Eigenschaften - Sicherheit" fast so kompliziert wie mit einer Kommandozeicheneingabe. Hilfreich ist die Shell-Erweiterung pcwMyRights. Das Tool gibt es in zwei Versionen - eine für Windows XP, eine weitere für Vista, Windows 7 und 8. Importieren Sie die passende Datei mittels Doppelklick in Ihr System.

Die Erweiterung bleibt bei aktuellen Betriebssystemen ausgeblendet, bis sie benötigt wird. Drücken Sie (mit Admin-Rechten ausgestattet) zum Rechtsklick zusätzlich die Umschalttaste, um das Menü "Besitz übernehmen" einzublenden. Nachfragen des Explorers bestätigen Sie mit "Ja, alle"

5. Tastatur umbelegen

Es passiert immer wieder: Mitten im Text aktiviert man aus Versehen die Umschalttaste (Capslock) und schreibt fortan den restlichen Text in Großbuchstaben. Mit dem Tool Remapkey 0.99 lässt sich das Ärgernis beheben, indem die Taste einfach mit einer neuen Funktion belegt wird. Die von Windows 8 gemeldeten Kompatibilitätsprobleme können Sie ignorieren, das Programm funktioniert trotzdem. Allerdings müssen Sie es mit Administratorrechten ausführen.

Nach dem Start des Tools ziehen Sie mit der Maus in der oberen Hälfte ("Base Keyboard") die gewünschte Taste auf die, die Sie umbelegen wollen. So können Sie etwa Alt Gr auf die Umschalttaste legen. Mit Save&Exit speichern Sie die Belegung in der Registry. Die Änderung gilt dann ab dem nächsten Neustart des Rechners. Wollen Sie nur kurzfristig umkonfigurieren, können Sie auch Sharp Keys 3.0 nutzen - hier müssen die Tasten zwar manuell umbelegt werden, dafür lassen sich einzelne Änderungen schnell rückgängig machen.

6. Hinfort, Kompatibilitätsassistent

Der recht neue Kompatibilitätsassistent meldet öfter einmal, dass Programme "möglicherweise nicht richtig installiert" seien und bietet eine neue Installation an. Dabei werden dann unter der Haube gewisse Kompatibilitätseinstellungen neu gesetzt. Im Windows-Alltag nervt das allerdings regelmäßig. Stört es Sie, starten Sie nach Win-R den Ausführen-Dialog und dann mit der Eingabe von Services.msc die Dienste-Konsole. Dort lässt sich der Programmkompatibilitäts-Assistent-Dienst" (PcaSvc) leicht abschalten, indem Sie den Starttyp auf "deaktiviert" festlegen und mit OK bestätigen.

7. Bibliotheken entfernen

Seit Windows Vista verfolgt Microsoft das Konzept der übergreifenden Bibliotheken. Wenn Sie ihre eigene Struktur vorziehen, können Sie selbst über den Umfang der Frischzellenkur entscheiden.

1) Möchten Sie, dass der via Taskleiste gestartete Explorer statt der Bibliotheken die "Computer"-Ebene mit den Laufwerken anzeigt, klicken Sie rechts auf das Taskleistensymbol und noch einmal rechts auf "Windows Explorer". Im Dialog "Eigenschaften - Verknüpfung" erweitern Sie bei "Ziel" das bisher angezeigte "Explorer.exe" zu "Explorer.exe /e".

2) Um die Bibliotheken auch im Navigationsbereich des Explorers und die Option "In Bibliothek aufnehmen" zu deaktivieren, müssen Sie lediglich einen Registry-Schlüssel löschen. Hierfür gibt es die Datei "Bibliotheken-im-Explorer-deaktivieren.reg" zum Download.

3) Mit dem Entfernen einiger zusätzlicher Registry-Schlüssel entsorgen Sie die Bibliotheken komplett. Diese Aktion führt die Datei "Bibliotheken-in-Windows-deaktivieren.reg" selbstständig aus. Zum Wiederherstellen der Bibliotheken gibt es ebenfalls eine .reg-Datei, nämlich die "Import-Datei Bibliotheken-in-Windows-reaktivieren.reg".

8. Ordneransichten generalisieren

Aktuelle Windows-Versionen interpretieren den Inhalt von Ordnern und zeigen die Dateien dann in einer meist passenden Ansicht. Es ist daher nicht mehr möglich, eine Ansicht systemweit festzulegen. Für die fünf vorgegebenen Ordnertypen können Sie aber je eine Ansichtsvorlage festlegen. Stellen Sie dazu in einem beliebigen Ordner die Ansicht wunschgemäß ein. Drücken Sie nun die Alt-Taste und wählen Sie "Extras - Ordneroptionen - Ansicht". Um diese auf alle typgleichen Ordner zu übertragen, klicken Sie auf "Für Ordner übernehmen". Für welchen Ordnertyp Windows den aktuellen Ordner hält, überprüfen Sie nach einem Rechtsklick auf "Eigenschaften - Anpassen".

Zur Auswahl stehen "Allgemeine Elemente", "Dokumente", "Musik", "Bilder" und "Videos". Um für die fünf Benutzerordnertypen ein einheitliches Aussehen zu erschaffen, müssen Sie den eben beschriebenen Weg fünfmal gehen und auf den korrekten Ordnertyp achten. Wollen Sie radikal aufräumen, können Sie die Datei "Ordneransichten-zurücksetzen Win 6.1-7-8.reg" herunterladen und nutzen. Sie löscht einige Schlüssel aus der Registry und setzt "allgemeine Elemente" als Standardtyp.

9. Windows-Update entschärfen

Hat Ihr Windows Updates geladen, wird es schnell ungeduldig und fleht nach einem Neustart. Bei Nichtbenutzung des Rechners fährt dieser sogar nach einiger Zeit herunter, ungeachtet der gerade gestarteten Programme. Den Zwangsneustart können Sie abschalten: Starten Sie Regedit.exe und suchen Sie den Schlüssel "Hkey_Local_Machine". Im rechten Wertefenster legen Sie dann nach einem Rechtsklick mit "Neu, DWORD-Wert (32Bit)" den neuen Eintrag "NoAutoRebootWithLoggedOnUsers" an. Nach einem Doppelklick vergeben Sie den Wert "1".

10. Problemberichterstattung deaktivieren

Programmfehler und Abstürze möchte Windows gerne an Microsoft melden. Das kann nerven. Sie haben aber die Möglichkeit, diese Funktion ganz einfach in der Systemsteuerung abzuschalten. Suchen Sie mit dem Suchfeld nach "Problembericht" und "Art der Problemberichterstattung auswählen". Die unterste Option schaltet den Problembericht komplett ab, die vorletzte Auswahlmöglichkeit entschärft ihn.© IDG