Berlin (dpa) - Vor zehn Jahren sicherten sich die Youtube-Gründer die Namen der Webseite. Mittlerweile ist Youtube ein Milliardengeschäft.

GOOGLE: Der Internetkonzern kaufte Youtube im Oktober 2006, gerade einmal 19 Monate nach der Gründung der Videoseite. Google zahlte 1,65 Milliarden Dollar für Youtube. Das war damals der teuerste Zukauf in der Firmengeschichte, der sich aber rentiert haben dürfte. Wie viel Google mit Youtube verdient, gibt das Unternehmen allerdings nicht gesondert an. Die Marktforschungsfirma eMarketer schätzt, dass Youtube im vergangenen Jahr 1,13 Milliarden Dollar Umsatz mit Werbung gemacht hat.

YOUTUBE-STARS: Youtube ist eine der meist genutzten Webseiten unter Jugendlichen, beliebte Videomacher können dort hunderttausende Fans sammeln. Wer so eine große Gefolgschaft hat, kann mit Werbung in den eigenen Videos und Zusammenarbeit mit Unternehmen Geld verdienen. Besonders bekannte Youtuber wagen den Sprung in andere Bereiche: Die deutschen Slimani-Geschwister haben ein Buch und eine Modereihe herausgebracht, auch andere Youtuber sind mit Büchern auf dem Markt.

VERMARKTUNGS-NETZWERKE: Die Netzwerke sind sozusagen die Plattenfirmen der Youtube-Welt. Sie fördern Talente und sorgen für die Vermarktung von Anzeigen. Dafür verdienen sie an den Werbeeinnahmen mit. Allerdings knirscht es hier: Mehrere bekannte Youtuber verließen jüngst das große deutsche Netzwerk Mediakraft. Sie beklagten Kommerzialisierung und mangelnde Unterstützung. Kurz danach ging auch Mediakraft-Mitgründer Christoph Krachten.

"Da passieren viele Umbrüche", sagt Nilam Farooq alias "Daaruum", eine der beliebtesten deutschen Youtube-Künstlerinnen. Auch sie ist bei Mediakraft unter Vertrag. Sie sei froh, dass jemand sich um technische Details und Werbung kümmere. Doch Farooq sagt auch: "Inwiefern das große Youtuber brauchen, ist eine andere Frage. Das wird sich jetzt noch klären."

UNTERNEHMEN: Längst haben Firmen entdeckt, dass sie über Youtube ihre Produkte vermarkten können. Denn hier gucken Menschen freiwillig Werbung. Unter den 10 meist geklickten Videos 2014 finden sich gleich drei Werbespots. Allein ein Nike-Video wurde mehr als 100 Millionen Mal angesehen. Viele Firmen versuchen, witzige oder unterhaltsame Videos zu drehen, die die Nutzer von selbst weiterverbreiten. Außerdem geben sie Geld für Werbeeinblendungen vor und während Videos aus.

Ein Hindernis bei der Werbevermarktung ist, dass Youtube-Videos oft ausgefallen sind und die Qualität sehr unterschiedlich ist. Youtube hat daher ein Auswahl-Programm entwickelt. Damit können Werbekunden festlegen, dass ihre Videoanzeigen nur bei den beliebsten Videos in bestimmten Kategorien auftauchen.© dpa