Film statt Foto
Zoomhebel und Auslöser sind am Camcorder optimal platziert, damit er beim Filmen perfekt in der Hand liegt. Digitalkameras sind so konstruiert, dass sie sich beim Fotografieren einfach bedienen lassen. Zudem arbeiten beim Videodreh Belichtungsmessung und Autofokus nicht immer korrekt. Trotzdem kann man mit einer Kompaktkamera tolle Videos aufnehmen.
Gute Qualität bei HD-Auflösung
Die beste Qualität bieten Aufnahmen in voller HD-Auflösung mit 1920 x 1080 Bildpunkten. Aber auch Kameras, die mit der kleinen HD-Auflösung (1280 x 720 Bildpunkte) aufzeichnen, können akzeptable Ergebnisse liefern. Geringere Auflösungen, beispielsweise 640 x 480, sind meist nur fürs Speichern etwa bei Facebook oder YouTube geeignet.
Unterschiedliche Videoformate
Je nach Hersteller zeichnen Kameras in unterschiedlichen Videoformaten auf. Panasonic nutzt meist das AVCHD-Format, Canon, Nikon und Sony verwenden oft MPEG-4. Außerdem kommen noch die Formate Motion-JPEG und MOV (Quicktime) zum Einsatz. Für die Bildqualität ist das eingesetzte Videoformat aber nicht entscheidend.
Video oder Diashow?
Wichtig ist die sogenannte Bildwiederholrate. Sie gibt an, wie viele Bilder die Kamera in einer Sekunde aufzeichnet. Für eine flüssige Wiedergabe bei Schwenks oder sich schnell bewegenden Motiven sind 50 Bilder pro Sekunde optimal. Auch bei nur 30 oder 25 Bildern sind die Videos noch relativ ruckelfrei. Mit 15 oder weniger Bildern pro Sekunde sieht's allerdings eher nach einer Diashow als nach Film aus.
Stereoton kostet Geld
Preiswerte Kameramodelle speichern meist keinen Stereoton. Das bieten in der Regel nur teurere Modelle. HiFi-Qualität liefern die kleinen, eng nebeneinander liegenden Mikrofone aber nicht.
Tipps für den Praxiseinsatz
Achten Sie darauf, dass der Bildstabilisator der Kamera eingeschaltet ist. Gibt's nur einen digitalen, aktivieren Sie den. Bei einigen Kameras ist er, im Gegensatz zum Fotomodus, durchaus wirksam.
Sparsam zoomen
Das optische Zoom sollte sparsam eingesetzt werden. Einerseits können die Videos sonst sehr unruhig wirken, andererseits stört der relativ laute Zoom-Motor den Ton der Aufnahmen. Achtung: Einige Kameras können während des Filmens nicht Zoomen.
Keine schnellen Schwenks
Zeichnet die Kamera weniger als 50 Bilder pro Sekunde auf, sollten schnelle Schwenks vermeiden. Denn oft ruckeln diese Aufnahmen stark. Ist zudem die automatische Helligkeitsregelung langsam, kann es zu Helligkeitsschwankungen kommen, etwa beim Schwenken vom Dunklen ins Helle.
Filme vorführen
Gedrehte Videos lassen sich sofort auf dem Kameradisplay betrachten oder per USB-Kabel sowie Kartenleser auf einen Computer übertragen. Die mitgelieferte Software der Kamera unterstützt dabei die Datenübertragung und erlaubt oft sogar einfaches Bearbeiten, Schneiden und Speichern der Aufnahmen.
Wiedergabe auf dem Fernseher
Alle Kameras sind mit Ausgängen für die Bildwiedergabe am Fernsehgerät ausgestattet. Bei preiswerteren und älteren Modellen gibt's meist nur einen analogen AV-Anschluss. Damit lassen sich Bilder und Videos mit maximal 720 x 576 Bildpunkten (PAL-Standard) übertragen. In seltenen Fällen steht auch ein sogenannter Komponenten-HD-Ausgang (YUV) zur Verfügung. Passende YUV-Kabel sind im Fachhandel erhältlich.
Neuere Kameras mit HDMI-Ausgang
Viele neuere Kameras geben ihre Aufnahmen per digitalem Mini-HDMI-Ausgang 1 mit bis zu 1920 x 1080 Bildpunkten aus. Ein Adapterkabel 2 von Mini-HDMI auf HDMI wird in der Regel nicht mitgeliefert, ist aber für rund 20 Euro im Fotofachhandel zu haben. Die Filmwiedergabe ist sehr einfach: Sie verbinden die Kamera mit dem Fernseher, wählen den entsprechenden Eingang und starten die Videowiedergabe der Kamera.
Wiedergabe direkt von der SD-Karte
Viele neuere TV-Geräte sind mit einem SD-Kartenleser ausgestattet. Die meisten Modelle spielen die Videoformate AVCHD, Motion-JPEG und MPEG-4 ab. Welche Formate Ihr Fernseher beherrscht, steht in den technischen Daten der Bedienungsanleitung.
Digitale Bilderrahmen
Nicht nur Fernsehgeräte spielen Videos von SD-Karten ab. Auch einige digitale Bilderrahmen zeigen Videos. Allerdings beherrschen sie meist nur die Formate Motion-JPEG und MPEG-4. Den Ton geben die Bilderrahmen über eingebaute Lautsprecher wieder.
© Axel Springer AG
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