Am 18. März ist es erschienen, Udos Jürgens neuestes Album "Der ganz normale Wahnsinn". Darauf singt der Schlagerinterpret in 14 neuen Liedern von Liebe, Sehnsucht – und dem Internet. Für letzteres scheint der Sänger jedoch nicht viel übrig zu haben.
"Du wirst bespitzelt und beklaut" warnt der 76-Jährige in seinem Song "Du bist durchschaut" und holt zum Rundumschlag gegen Google, Facebook und Co. aus. Den Suchmaschinengiganten besingt er dabei als Big Brother ("Die Welt ist eine Google, / da bleibt gar nichts mehr geheim."), während er an sozialen Netzwerken die Tendenzen zum Seelenstriptease kritisiert ("Ganz offenherzig twitterst du, / gibst alles von dir preis, / den größten Mist – den kleinsten Sch***!").
Zu den Warnungen vor dem Verlust der Privatsphäre ("Fehlt nur noch, dass bei Facebook / deine Leberwerte steh'n.") gesellt sich auch eine Spur Verfolgungswahn ("Sie finden dich per GPS, / wo du auch immer bist."). Und überhaupt ist das alles gefährlich, denn "im Netz, da lauern die Hacker".
Warum winkt Udo Jürgens - der übrigens auch selbst eine offizielle Fanseite bei Facebook besitzt - mit dem Zeigefinger in Richtung Internet, wo er doch jüngst der Süddeutschen Zeitung verriet, selbst nicht einmal einen PC zu besitzen? Im dem Interview erläuterte der Schlagerstar, dass das musikalische Grundgerüst für "Du bist durchschaut" schon vor Jahren entstanden war. Zusammen mit dem Liedermacher Wolfgang Hofer habe er sich dann überlegt, ein aktuelles Thema aufzugreifen: Eine Warnung vor den Gefahren der Selbstentblößung im Netz.
Udo Jürgens selbst besitzt nach eigener Aussage zwar keinen Computer, aber zwei Smartphones, mit denen er auch eifrig SMS-Nachrichten verschickt. E-Mails diktiere er aber doch lieber seiner Assistentin, anstatt sich mit den kleinen Tasten des Handys abzumühen. Wenn es darum geht, Informationen im Netz zu recherchieren, dann verlasse er sich auf die Hilfe anderer.
Im Interview macht der 76-Jährige jedoch auch deutlich, dass er dem Internet nicht durchweg abgeneigt ist – ganz im Gegenteil. "Google und Twitter sind politisch gesehen ein Segen für die Welt" lobt der Sänger und hebt die Bedeutung des Internets für den Kampf gegen Diktaturen hervor. Auch für Udo Jürgens hat die "schöne, neue Welt" also drei Seiten: Eine gute, eine schlechte - und eine bei Facebook.
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realtwinny
Donnerstag, 14.04.2011, 17:19 Uhr Fremdschämen ist angesagt! Aber nicht wegen Udo, sondern weil web.de malwieder Nachrichten auf schlechtestem Niveau bringt. -
werner100
Donnerstag, 14.04.2011, 17:12 Uhr Udo weiss, was Schnüffler mögen.... Wer im Internst anonym bleiben will, muss sich eine fremd angemeldete Station mit fremder Identitäts Kennnummer aneignen - so ähnlich wie man sich beim Autoklau nicht zurückverfolgbare Kennzeichen besorgt. Wer sich ordentlich anmeldet, sitzt auch gleich ganz kostenlos vorm privaten Röntgengerät. Wer das weiss, lässt alles bleiben, was andere nicht wissen sollen oder dürfen. Ist ja auch meistens nicht erlaubt - oder es macht dick. -
Kazushi45
Mittwoch, 30.03.2011, 11:57 Uhr amsel, sorry aber dum und dämlich - ahlo von welchen Stern kommst du denn? Der Mann hat doch Recht mit seiner warnung. -
HB69
Sonntag, 27.03.2011, 07:39 Uhr jede gesellschaftskritik ist willkommen, wenn sie so gewaltfrei daher kommt wie ein lied. -
rainman78
Freitag, 25.03.2011, 15:00 Uhr Warum soll er nicht auch gesellschaftskritische Inhalte in seine Songs einbauen? Was soll daran bitteschön verrückt sein? Auch wenn seine Musik nun nicht mein Ding ist, aber wo er Recht hat, hat er Recht. Auch wenn das Internet inzwischen unverzichtbar ist, so lauern doch dort auch viele Gefahren. So manche Jugendliche von heute werden vielleicht allzu freizügige Bilder von der letzten Party irgendwann mal bereuen, spätestens dann wenn der zukünftige Arbeitgeber mal ihren Namen googelt - das Internet vergisst nichts. -
dany63
Freitag, 25.03.2011, 14:47 Uhr Armer alter Mann - man sollte ihn schnell abschalten bevor es zum Super-Gau kommt....;-)
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