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30.01.2013, 18:20 Uhr

Neues Blackberry 10: Große Show für die iPhone-Alternative

New York (dpa) - Der Smartphone-Spezialist Blackberry hat sein neues System Blackberry 10 vorgestellt. Es ist wohl die letzte Chance, gegen Apple mit dem iPhone sowie gegen die Android-Handys bestehen zu können. Die Show in New York war entsprechend bombastisch.

Blackberry hat sich bei der Vorstellung seines Hoffnungsträgers nicht lumpen lassen. Das kanadische Unternehmen mietete zur Vorstellung des neuen Smartphone-Systems Blackberry 10 einen der größten Veranstaltungsorte im eng bebauten New York an und karrte Busladungen von Journalisten, Analysten und Geschäftspartner an. Dabei hat RIM im vergangenen Jahr wegen des Vormarschs von Apples iPhone und der Android-Handys mehrere Hundert Millionen Dollar Verlust gemacht und baut deshalb gerade 5.000 Stellen ab. Der betriebene Aufwand macht klar: Blackberry 10 muss ein Erfolg werden.

Der Mann, der diesen Erfolg garantieren soll, heißt Thorsten Heins und kommt aus Deutschland. "Das ist eine der größten Neuvorstellungen in unserer Branche", sagte der Blackberry-Chef am Mittwoch (30. Januar) am Pier 36, einer alten Lagerhalle in Downtown Manhattan direkt am East River. Hier hatte schon VW seinen Retro-Käfer Beetle vorgestellt, der Bierbrauer Heineken hatte für ein Konzert Cee-Lo Green auf die Bühne geholt, und auch eine Hochzeit mit 900 Leuten fand hier schon statt.

Und nun die Enthüllung von Blackberry 10. Parallel gab es Veranstaltungen in London, Paris, Toronto, Dubai und Johannesburg. Der Tag begann mit der Nachricht, dass der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) sich in Blackberry umbenennt, dann folgte die Präsentation von zwei Smartphones: Das Handymodell Q10 hat wie die klassischen Blackberry-Geräte eine Tastatur, das zweite neue Smartphone Z10 stattdessen einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm.

Für das Unternehmen sei dies die "wichtigste Veranstaltung in der Firmengeschichte seit 1996", stellte die "New York Times" fest. Damals hätten die Firmengründer Investoren ein kleines Stück Holz gezeigt und versprochen, dass eine derart geformte drahtlose E-Mail-Maschine das Geschäft für immer verändern werde. Die Prophezeiung bewahrheitete sich: Die Blackberrys wurden zum Statussymbol der Manager auf der ganzen Welt - und ebneten letztlich auch iPhone und Co. den Weg.

Doch statt den Markt anzuführen, kämpft Blackberry mittlerweile ums Überleben. Die Kanadier setzten bei ihren Blackberrys zu lange auf eine Tastatur und verschliefen den Trend zu berührungsempfindlichen Bildschirmen. Diesen Markt rollte Apple auf - und überrollte schließlich RIM. Später kam Google mit seinem Android-Betriebssystem hinzu, das etwa die beliebten Galaxy-Geräte von Samsung antreibt.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Anteil der Blackberrys an den Verkäufen nach Zahlen der Marktforschungsfirma IDC mehr als halbiert auf 4,6 Prozent - bei einem Smartphone-Markt, der insgesamt boomte. Die Zahl der ausgelieferten Blackberrys schrumpfte um mehr als ein Drittel auf 32,5 Millionen. Zum Vergleich: Samsung lieferte im gleichen Zeitraum 215,8 Millionen der Computerhandys aus und Apple kam nach den IDC-Berechnungen auf 135,9 Millionen iPhones. Blackberry will jetzt vor allem seine Stammkunden in Unternehmen und Behörden zurückgewinnen.

Das Comeback wird aber nicht einfach: Auch Apple und vor allem Microsoft mit seinem neuen Betriebssystem Windows Phone 8 zielen auf Geschäftskunden. Windows-Smartphones bringen beispielsweise die bekannten Office-Büroprogramme in abgespeckter Form gleich mit. Worauf Blackberry setzen kann, sind immer noch 79 Millionen Nutzer. Die Aufholjagd hat begonnen.

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