So wehren sich Internetnutzer gegen Datensammler
Wer im Internet sucht, einkauft oder mit Freunden kommuniziert, hinterlässt eine Datenspur. Zum Problem werden können solche Überbleibsel vor allem für Nutzer, die bei verschiedenen Diensten ein Konto haben. "Datensammler können aus Surfspuren immer ein Profil erstellen", erklärt Martin Mink vom Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED). "Die Person dahinter lässt sich aber erst identifizieren, wenn sie auf einer Seite zum Beispiel eine Mailadresse hinterlässt."
Mit einigen Tricks können Surfer die Datensammelei aber schon jetzt unterbinden. Viele Informationen sendet unter anderem der Browser. "Webseiten können die Chronik auslesen und so erkennen, auf welche Seiten Sie schon gesurft sind", nennt Mink ein Beispiel. Wer das unterbinden will, löscht die Liste der besuchten Seiten regelmäßig, muss die Adresse dann aber öfter von Hand eintippen. Ähnlich ist es bei den Cookies, mit deren Deaktivierung Surfer viel weniger Spuren hinterlassen. Gleichzeitig funktionieren viele Webseiten dann aber gar nicht mehr. Das sei ein typisches Problem, sagt der Sicherheitsexperte: "Man muss immer zwischen dem Schutz der Privatsphäre und Komfort beim Surfen abwägen."
Ähnlich ist der Fall auch bei der Anmeldung bei Sozialen Online-Netzwerken und Webdiensten: Weil es vielen zu lästig ist, Name und Passwort ständig neu einzugeben, bleiben sie lieber dauerhaft eingeloggt. Das ist zwar praktisch, macht es Datensammlern aber viel leichter, Surfprofile mit persönlichen Informationen wie dem echten Namen und der Adresse zu verknüpfen.
Persönliche Daten sind eine Menge Geld wert
Allerdings kann ein Nutzerprofil auch Vorteile haben, zum Beispiel weil in Suchmaschinen und Onlineshops nur noch zum Besucher passende Informationen angezeigt werden. Datenschutzexperte Mink warnt aber trotzdem vor zu viel Unbekümmertheit: "Profile mit persönlichen Daten sind eine Menge Geld wert. Sie haben als Nutzer keine Kontrolle darüber, wer ihre Daten speichert und an wen er sie weitergibt."
Bei einigen Diensten und Webseiten können Nutzer aber zumindest ein wenig kontrollieren, was mit ihren Daten passiert. Beim Onlineshop Amazon lässt sich in den Kontoeinstellungen zum Beispiel personenbezogene Werbung ein- und ausschalten. Die Liste der zuletzt besuchten Seiten kann hier ebenfalls gelöscht werden. Ähnliche Einstellungsmöglichkeiten gibt es auch in vielen anderen Onlineshops. Oft sind die entsprechenden Punkte zwar in verschachtelten Menüs versteckt, die Suche lohnt sich aber: In der Regel sind die Einstellungen zunächst so gesetzt, dass dem Betreiber relativ viel erlaubt wird.
Genauso sinnvoll ist es auch, die Privatsphäre-Einstellungen von Sozialen Netzwerken zu überprüfen: Die meisten Informationen stammten von den Nutzern selber, sagt Mink. Oft seien sie sich nicht bewusst, wer alles auf private Mitteilungen oder Fotos zugreifen kann. Wer wissen will, was der Suchmaschinenbetreiber Google über ihn weiß, kann die Seite www.google.com/dashboard besuchen. Dort sehen Besitzer eines Google-Kontos auf einen Blick, in welchem Dienst was gespeichert ist. In seinem Blog hatte Google am Dienstag angekündigt, Benutzerdaten aus verschiedenen Angeboten wie Maps, Mail und Docs in Zukunft zusammenzuführen.
3 Meinungen zu "Wer liest Ihre Nutzerprofile?"
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Eiswind
Freitag, 13.04.2012, 13:12 Uhr hey bimmbamm, dass gmx des öfteren nicht gerade aktuelle berichte hervor kramt ist nix neues und wird sich wohl auch nicht ändern. auf der anderen seite kann man gar nicht oft genug immer wieder auf die sicherheit im digitalen zeitalter hinweisen und darüber diskutieren. @gurkenwaechter danke für diese info gruß eis -
Bimmbamm
Samstag, 28.01.2012, 16:05 Uhr http://it.slashdot.org/story/09/06/13/2125211/Sniffing-Browser-History-Without-Javascript Die ursprüngliche Meldung ist also von Juni 2009. -
GurkenWaechter
Samstag, 28.01.2012, 15:56 Uhr Das Problem ist, das diese "Bedrohung" erstmal so abstrakt erscheint, dass sie von kaum jemandem wirklich wahrgenommen wird. Auch in diesem Artikel wird das Problem nur sehr distanziert beschrieben und komplett darauf verzichtet, konkrete Risiken und Beispiele für mögliche Gefahren zu nennen. Auf die Art kann man wohl kaum sensibilisieren. Ich führe aufgrund privatem Engagements sehr viele Diskussionen zum Thema Datenschutz und natürlich muss man zugeben, dass mangelnder Datenschutz noch niemanden umgebracht hat. Trotzdem kann es zu sehr unangenehmen Belästigungen durch Datenmißbrauch führen und außerdem kann es sehr ärgerlich sein, wenn private oder gar intime Informationen plötzlich doch für jedermann zugänglich sind anstatt nur für die virtuellen Freunde. Auch wenn es nicht jedem bewußt ist, leben wir im Informationszeitalter. Große Firmen bezahlen viel Geld für persönliche Informationen potentieller Kuden, die von Marketing- und Eventagenturen gesammelt werden (wenn in den 90ern die jungen Damen mit den gratis-Zigaretten durch die Kneipen gingen, wurden die auch nicht vom Hersteller bezahlt, sondern von einer Agentur). Da es aber immer leichter wird, an Informationen heranzukommen, gibt es auch zwielichtige Agenturen, die die Kundendaten, mit denen sie handeln, gar nicht rechtmäßig erwerben, sondern einfach spezielle Suchmaschinen benutzen, um das Internet nach Adressen zu durchsuchen. Wer seine Adresse nicht ausreichend schützt kann schon mal ein unerwartetes Zeitungs-Abo oder eine Rechnung von einem Online-Gewinnspiel bekommen, an dem er gar nicht teilgenommen hat. In den meisten Fällen kann man das einfach aussitzen, manchmal hat man aber auch große Schwierigkeiten zu beweisen, dass man nichts damit zu tun hat. Rechtliche Konsequenzen hat es für die Täter kaum. Im Zweifelsfall behaupten sie, irgendjemand habe halt dem Geschädigten einen "Gefallen" tun wollen und sich in seinem Namen für das Gewinnspiel oder das Abo eingetragen. Ein weiteres Problem sind zweifelhafte Werbe-Dienste. Die Firma Doubleclick zum Beispiel, ist einer der größten Werbeanbieter im Netz. Sie vermittelt Werbepartner und verwaltet deren Anzeigen auf jeder Art von Seiten. Das heißt, dass die von Doubleclick verwaltete Webung auf einer beliebigen Seite, von Doubleclick-Server geladen wird. Beim Laden dieser Webung wird natürlich die eigene IP-Adresse übermittelt und der Werbeanbieter ist so in der Lage, genaue Bewegungsprofile davon anzulegen, welche seiner Partnerseiten jemand im Laufe eines Tages besuche. Dabei wertet er sogar Informationen von Seiten sozialer Netzwerke aus. Das kann zum Beispiel dazu führen, dass die Werbung sich dran erinnert, dass man ja gerade nach einem Medikament gegen Fußpilz gesucht hat und obwohl man seine History immer artig löscht, wird einem jetzt trotzdem so unangenehm treffende Webung gezeigt (womöglich noch wenn die neue Freundin da ist). Es kann übrigens jeder, die über ihn gesammelten Informationen bei Doubleclick anfordern. Viele Menschen sind schon etwas schockiert darüber, was sich da so sammelt. Das sind jetzt nur zwei konkrete Beispiele, von denen täglich Leute betroffen sind. Man kann damit zwar leben und es mag dem ein oder anderem egal sein. Ich finde aber es geht auch um's Prinzip und will soetwas nicht haben.
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