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20.06.2012, 12:02 Uhr

Träumen erlaubt: England feiert Rooney und Turnierglück

Donezk (dpa) - Ganz England bejubelt die Rückkehr des so lange schmerzlich vermissten Turnierglücks. Nach dem Tor-Dusel von Donezk soll Wayne Rooney in der K.o.-Phase der EM nun auch die titellose Leidenszeit für die Three Lions beenden.

"So gut habe ich mich noch nie nach einem Tor für England gefühlt", frohlockte der Schütze zum 1:0 (0:0) über die Ukraine am Dienstag kurz vor Mitternacht in Donezk, "ich habe lange Zeit nicht mehr in einem Turnier getroffen, und es gab so viel Gerede über mein Comeback für dieses Spiel."

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Vor acht Jahren war Rooney, der die ersten beiden Partien bei der EURO gesperrt verpasst hatte, sein bislang letzter Treffer im Nationaltrikot bei einer EM oder WM gelungen. 673 Minuten musste er auf das Erfolgserlebnis warten. Da konnte auch der schmeichelhafte Einzug in das Viertelfinale gegen Italien mit einem nicht gegebenen Tor für die Ukraine die Freude kaum schmälern. "Jeder sagt, dass der Ball hinter der Linie war", meinte Rooney zum vermeintlichen Ausgleich von Marko Devic (62.), "aber es war an der Zeit, dass wir auch einmal ein bisschen Glück haben."

Ein "gewisses Maß an Gerechtigkeit" erkannte die BBC in der meist diskutierten Szene dieser Vorrunde. Nachdem Frank Lampard im WM-Achtelfinale gegen Deutschland vor zwei Jahren ein klarer Treffer zum 2:2 versagt geblieben war, wähnt sich der Weltmeister von 1966 bei dieser EURO endlich auf der richtigen Seite des Schicksals. "Vor zwei Jahren hatten wir das Glück nicht, heute war es zu unseren Gunsten", meinte der starke Kapitän Steven Gerrard.

Bei großen Turnieren war auch Rooney zuletzt die Fortune abhanden gekommen. Die Erleichterung war nun so groß, dass das frisch frisierte Kraftpaket - ein Jahr nach einer Haartransplantation - beim Torjubel in der 48. Minute scherzhaft die Nutzung von Haarspray andeutete.

Rooneys Kopfballtreffer aus knapp einem Meter und seine engagierte Leistung machen Mut. "Er wird mit jedem Spiel stärker, bekommt mehr Selbstvertrauen. Er ist so wichtig für uns", pries ihn Gerrard. Rooney habe Charakter gezeigt, sagte auch Coach Roy Hodgson: "Wir kennen seine Qualitäten. Diese 80 Minuten heute werden ihm erlauben, das nächste Spiel mit noch mehr Zuversicht anzugehen."

Nach zahlreichen Verletzungen war England in diese EM mit so niedrigen Erwartungen wie lange nicht mehr gestartet. Doch inzwischen ist der Glaube des jungen Teams an die eigene Stärke so groß geworden, dass auch ein mögliches Halbfinale gegen Deutschland längst nicht mehr vermessen erscheint. "Wir wollen dieses Turnier so lange wie möglich genießen und so gut wie möglich spielen - wer weiß, wie weit uns das bringen kann?", orakelte Hodgson, der nach dem fünften Spiel seit seinem Amtsantritt weiter ohne Niederlage ist.

Dank des Gruppensieges bleibt England das Duell mit Titelverteidiger Spanien erspart, stattdessen steht am Sonntag in Kiew das pikante Aufeinandertreffen mit dem Land des Ex-Trainers Fabio Capello an. "Italien wird genauso schwer wie Spanien, das ist die K.o.-Phase", meinte Innenverteidiger Joleon Lescott zwar. Doch zumindest Medien wie die BBC gönnten dem englischen Team bereits einen kleinen Blick nach vorn: "Sie können es sich erlauben, ein bisschen mehr zu träumen."

Alle News vom: 20. Juni 2012 Zur Übersicht: EM 2012

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