Graus beim Leichenschmaus?
© Zoomin
Vor über 60 Jahren beginnt die Geschichte des ungewöhnlichen Gasthauses in Ahmedabad, berichtet das Blog "Odditycentral.com". Damals eröffnete K.H. Mohammed einen Tee-Laden, direkt neben einem muslimischen Friedhof. Die Toten störten dabei Niemanden, im Gegenteil: Die Geschäfte boomten und wurden zum Anlass einer wahren Geschäftsidee. So beschloss sein Partner Krishan Kutti Nair den Laden auszubauen und expandierte auf das benachbarte Grundstück. Ein Teil des Friedhofs mit einem Dutzend Gräber inklusive.
Um die Grabstellen herum sind heute Stühle und Tische platziert. Jeden Morgen bevor das Geschäft losgeht, werden die Särge glatt poliert und mit frischen Blumen geschmückt. Später nehmen die Kunden in aller Selbstverständlichkeit eine Tasse Masala-Tee mit Milch zu sich, und beißen in die "zum Sterben guten" Backröllchen. Wer oder was genau neben ihnen liegt, scheint sie nicht zu interessieren.
Auch Krishan Kutti Nair weiß nichts über die Identität der Leichen. Historiker vermuten, dass es sich bei den Toten um Verwandte eines Sufi-Heiligen handle. Dessen Grab liege nur unweit entfernt. Ebenso wie beim Hinduismus der Glaube an die Reinkarnation in ein besseres Leben von Bedeutung ist, existiert beim Sufismus der Glaube an ein Leben danach. So haben die Menschen in Indien keine Angst vor dem Tod, sondern sehen in ihm etwas Natürliches und Positives.
Laut Inhaber bringt der Friedhof sogar Glück, weshalb er sein Restaurant "New Lucky" taufte. Zumindest was sein eigenes Geschäft betrifft, ist er fest von einem guten Karma überzeugt.
39 Meinungen zu "Graus beim Leichenschmaus?"
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KugelXYZ
Montag, 16.07.2012, 10:46 Uhr @Rajou Ja da liegst du falsch. In Indien ist das so. Nicht überall, selbstverständlich. Aber generell haben die ein völlig anderes Verhältnis zu ihren Toten und ein anderes Verständnis von Leben und Tod. -
KugelXYZ
Montag, 16.07.2012, 10:43 Uhr . . . in Indien herrscht ein anderes Verhältnis zum Tod. . . . Und in Deutschland herrscht in der Regel entweder GAR KEIN oder ein angstbesetztes Verhältnis zum Tod. Schade eigentlich, wenn man sich klar macht, daß der "Tod" nur sozusagen ein nächster Schritt ist. Nach dem Tod ist nichts zu Ende. Das Leben geht weiter, nur für uns nicht sichtbar. Aber da wir im ach so aufgeklärten Deutschland ALLES messen, zählen, wiegen und so weiter müssen, kriegen wir gar nicht mit, daß es Dinge gibt, die sich nicht zählen, messen und wiegen lassen. Und das ist tragisch, denn was würde das für ein Gedränge im Himmel geben, wenn es unbegrenzt Menschen - in dem Fall Seelen - gäbe, die alle noch geboren werden wollen?! Nein, es gibt nur eine begrenzte Zahl menschlicher Seelen, die sich immer wieder neu in anderen Körpern inkarnieren. Das wissen die Inder, nur daß sie meinen, Menschen könnten sich auch in Tieren und Pflanzen inkarnieren. Dem ist aber nicht so. Menschen können sich nur als Menschen inkarnieren. Daher ist es auch vollkommen unsinnig, den Menschen als höher entwickeltes Tier darstellen zu wollen. Aber da werden wohl noch ein paar Generationen kommen und gehen müssen, bis das endlich wieder begriffen wird. -
Rajou
Sonntag, 15.07.2012, 12:59 Uhr Habe ich das richtig mibekommen? In den oberirdischen Särgen liegen tatsächlich Leichname drin? Kann ich mir nicht vorstellen, die liegen doch eher unterirdisch und die Särge oberirdisch sind nur symbolischer Natur. Bitte korrigieren falls ich falsch liege. -
TjadeBlue
Donnerstag, 12.07.2012, 15:30 Uhr @ ThalinaMaria: Hallo, ich habe bei dem Bericht über Charlie Sheen etwas von Dir gelesen über holotropes Atmen und möchte unbedingt mehr darüber wissen. Ist es irgendwie möglich (über die Forums-Aufsicht?) einen nicht-öffentlichen Kontakt zwischen uns herzustellen? Liebe Grüße -
rcniner
Donnerstag, 12.07.2012, 10:38 Uhr Ich begreife auch nicht die Aufregung. Die Römer haben das auch so gemacht... Wem es Spaß macht? Alle anderen, die soetwas nicht wollen, sollen es einfach nicht machen und gut ist^^ -
Puma1949
Mittwoch, 11.07.2012, 13:38 Uhr Irgendwie begreife ich die ganze Aufregung nicht. In Indien hat man nun einmal ein unbefangeneres Verhältnis zum Sterben an sich. Hygiene wird ohnehin nicht besonders groß geschrieben. Und warum die einen hungern sollen oder Durst haben, weil die anderen sterben (blüht uns allen einmal) verstehe ich noch weniger. Was in Europa als "Leichenschmaus" üblich ist, mag von außen auch befremdlich aussehen. Aber stehe man einmal ein langes, feierliches Begräbnis durch, womöglich bei ungutem Wetter, zu heiß, zu kalt, Wasser von oben und in den Schuhen, dann ist man herzlich froh, sich hinsetzen, ein wenig entspannen und die Speicher wieder auffüllen zu können. Auch wenn der Verlust des soeben begrabenen Menschen sehr weh getan hat. Man muss sich dann eventuell zur Nahrungsaufnahme überwinden, aber hinterher ist man etwas ruhiger und der Kreislauf tickt wieder normal. Eventuell sind unterm Tisch inzwischen auch die Schuhe trocken. -
Voting0815
Mittwoch, 11.07.2012, 12:02 Uhr also bei uns auf dem Land...endete der traditionelle 'leichenschmaus' nach der kirchlichen bestattung) ...in dorfkneipe...oft in einem 'rauschenden Fest' (mit tanz /musik aus der quetschkomode oder klavier).... da wurde gegessen/gesoffen/getanzt (später was weiß ich denn?)...und der Pfarrer war auch dabei !!! Ich fand das immer makaber (da nur stiller beobachter) so what...>>> jedem Land und dorf seine eigene kultur

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