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12.11.2012, 20:54 Uhr

Christian Jürgens ist "Koch des Jahres"

München (dpa) - Der neue "Koch des Jahres" kommt vom Tegernsee. Kritiker des Restaurantführers Gault Millau kürten Christian Jürgens vom Gourmetrestaurant "Überfahrt" im oberbayerischen Rottach-Egern zu Deutschlands bestem Küchenchef.

Der 44-Jährige, der auch zwei Michelin-Sterne erkocht hat, verbinde "Weltoffenheit vorbildlich mit Heimischem", hieß es in der Begründung. Beispiele für seine jetzt preisgekrönten Gerichte: eine auf einem Stück Rinde servierte "Schweinerei", Zucchiniblüte mit Blutwurstmousse, mit geräuchertem Schweinebauch gefüllte Kartoffel oder das "Gartenfest" mit 14 verschiedenen Gemüse-Miniaturen.

Dafür gab es auch in diesem Jahr für Jürgens wieder 19 von 20 möglichen Punkten - genau so viele wie für Claus-Peter Lumpp vom Restaurant "Bareiss" in Baiersbronn im Schwarzwald, der in diesem Jahr erstmals in die Topgruppe aufstieg und 19 Punkte erhielt. Für den Titel "Koch des Jahres" sind aber nicht nur die Punkte, sondern auch andere Faktoren entscheidend.

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Eine höhere Bewertung als Jürgens und Lumpp bekamen in dem nach dem französischen Schulnotensystem urteilenden Guide nur vier deutsche Köche, die ihre 19,5 Punkte aus dem Vorjahr verteidigten: Harald Wohlfahrt von der "Schwarzwaldstube" in Tonbach, Joachim Wissler vom "Vendôme" in Bergisch Gladbach, Klaus Erfort vom "GästeHaus" in Saarbrücken und Helmut Thieltges vom "Waldhotel Sonnora" in der Eifel. Die Höchstmarke 20 Punkte wurde in Deutschland noch nie vergeben.

Sven Elverfeld vom "Aqua" in Wolfsburg muss sich von einem halben Punkt verabschieden und sich in diesem Jahr mit 19 begnügen, weil er nach Ansicht der Kritiker "zu viele Gerichte kreiert, die mehr auf den Wow-Effekt, als auf die langanhaltende Genussbefriedigung ausgerichtet" sind.

Deutliche Worte fanden die Restaurantexperten für den "Mega-Trend" Regionalität. Der sei nämlich oft nur eine Mogelpackung. Das Fazit der Kritiker: "Allzu oft bleibt es beim Lippenbekenntnis zur Heimat." Soll heißen: "Man setzt ein, zwei regionale Alibi-Produkte auf die Karte und ordert per Telefon bei geschäftstüchtigen Großhändlern". Das Ergebnis sei: "Von Sylt bis Garmisch bekommt der Gast austauschbare Produkte und uniforme Geschmackserlebnisse."

Auch Kraut und Gemüse im Nachtisch gefielen den Kritikern nicht. Schließlich sei zu bedenken: "Wenn das Hirn bereits deutliche Sättigungssignale sendet (...), hat nur eine Geschmacksrichtung noch eine echte Chance, weil sie ganz anders ist: das Süße." Auch den "Trend zur minimalistischen Speisekarte" sahen die Experten kritisch, weil sie den Gast entmündige. Außerdem kopierten viele Köche auf der Suche nach Inspiration einfach Rezepte aus dem Internet. Den Trend hin zu Kochstilen aus Fernost begrüßten die Kritiker dagegen.

Insgesamt bewertet der Gault Millau in seiner neuen Ausgabe 1040 Restaurants. Die 26 Tester, die stets anonym auftreten und dieses Jahr nach Angaben des Verlages 276 700 Euro an Spesen ausgaben, verleihen darin 858 Gastbetrieben die begehrten Kochmützen. Die Köche müssen dafür mindestens 13 von 20 Punkten erreichen, was nach Verlagsangaben einem Michelin-Stern nahe kommt.

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10 Meinungen zu "Jürgens ist "Koch des Jahres""

  • algamblau
    Montag, 19.11.2012, 08:58 Uhr
    Danke für die Kritik meines Artikel! Selbstverständlich weiß ich über die Leistungen der Spitzenköche Lafer, Schuhbeck, und wie sie alle heißen bescheid. Ich habe mich wohl informiert und schreibe eigentlich nie ohne mich vorher zu informieren. Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist, wenn Spitzenköche in Deutschland erwähnt werden, lese ich meist Namen die nicht so bekannt sind wie diese Lafer Lichter Schuhbeck Rosin ect. Hier wird dann meist von den besten Spitzenköchen Deutschlands gesprochen. Deshalb meine Frage was ist wahr und was unwahr! Keinesfalls wollte ich die Leistungen eines Johann Lafer, Alfons Schubeck, oder Frank Rosin schmählern. In übrigen schaue ich mir als Hobbykoch sehr gerne diese Kochsendungen an und habe da schon gute Ideen auch für mich umsetzen können.
  • dersmut
    Dienstag, 13.11.2012, 17:53 Uhr
    @algamblau Die von Ihnen genannten Köche haben alle ihre Auszeichnungen, legen aber mehr Wert darauf ständig im TV vertreten zu sein(bringt mehr Geld), wie ihre Sterne weiter auszubauen. Johann Lafer sagt dazu ganz klar das man diese Entscheidung selber treffen muß, und er hat sich für das Geld entschieden. Dafür macht er keine einzige TV Sendung ohne Zustimmung seiner Familie.
  • Intruderchopper
    Dienstag, 13.11.2012, 10:50 Uhr
    Nikioko Für Schwachsinn erzählen oder besser gesagt, nachplappern von irgendwelchen Halbwahrheiten hätte der Veganertrottel längst einen Stern verdient...
  • DungeonKeeper
    Dienstag, 13.11.2012, 08:59 Uhr
    @amalganblau - Seite 1 Zitat: 'Komisch, immer wieder hört man von hohen Auszeichnungen der Spitzenköche in Deutschland aber ein Frank Rosin, Johann Lafer, Alfons Schuhbeck, Steffen Henssler und wie die Fernsehköche alle heißen sind bei diesen Auszeichnungen nie dabei obwohl sie immer wieder behaupten 1 oder 2 Sterne zu haben. Nun stellt sich für mich die Frage was ist wahr und was ist unwahr!' _________________________________ Johann Lafer ist zur Zeit unter anderem mit einem Stern im Guide Michelin, 16 Punkten im Gault Millau für sein Restaurant „Le Val d'Or“ und dem „5 Star Diamond Award“ ausgezeichnet. Schuhbeck erkocht seit 1983 jährlich seinen Michelinstern und hat derzeit 17 Punkte im Gault-Millau. Henssler hat 14 Punkte im Gault-Millau, erkochte sich aber noch nie einen Stern. Rosin hat derzeit 2 Sterne im Michelin, und 18 Punkte im Gault-Millau. Ich muss genesi Recht geben. Du hast etwas geschrieben ohne dich vorher zu informieren. Grundsätzlich ist das total schwach. Abgesehen davon beziehen sich die Sterne nicht auf den 'Küchenchef', sondern werden dem gesamten Küchenteam (Michelin) verliehen. Beim Gault-Millau fliesst auch die Atmosphäre und auch der Service mit hinein. ##### @michischroedi - Seite 1 Zitat: 'Jamie Oliver hat auch nie einen Stern erkocht und ist der beste und bekannteste Koch der Welt.' __________________________________ Jaja...der RTLII-Superkoch...muahaaaaa...Olivenöl, Rosmarin, Fleisch...wahlweise auch Kartoffeln...gerade in den Sendungen mit Oliver gleichen sich die Zutaten und die Endresultate. Schau auf seine Speisekarte(n)...fast nur mediteran..langweilig.
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