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15.01.2008, 15:19 Uhr

Ohne Zertifikat keine Sicherheit: Schadstoffe bei Möbeln

Köln (dpa/tmn) - Wollen Verbraucher ein Möbelstück ohne Schadstoffe kaufen, müssen sie auf entsprechende Zertifikate achten. Eine andere Orientierung gebe es nicht, erklärte Frank Jungnickel von der Landesgewerbeanstalt (LGA) Bayern.

"Sie können in Deutschland Möbel kaufen, die gesundheitsschädlich sind", warnt Jungnickel auf der internationalen Möbelmesse IMM Cologne (noch bis 20. Januar) in Köln. Denn der Gesetzgeber lasse eine Menge Lücken offen. So sei europäischen Herstellern die Verwendung vieler giftiger Stoffe zwar verboten. In Erzeugnissen wie etwa Stühlen oder Schränken dürften Stoffe wie DDT, Benzol oder Aromatische Amine aber vorkommen. Verwende ein außereuropäischer Hersteller diese Stoffe in einem Produkt, könne dieses also problemlos in Deutschland verkauft werden, erläuterte.

Verbraucher können daher kaum erkennen, ob ein Möbelstück problematische Stoffe enthält. "Nicht jeder Schadstoff lässt sich riechen", so Jungnickel. Die Nase sollte beim Kauf neuer Möbeln aber trotzdem eingesetzt werden: "Verschwindet ein belästigender Geruch nicht nach drei bis vier Wochen, kann das als Mangel geltend gemacht werden."

Besonders achtsam sollten Eltern beim Kinderzimmer sein. In den kleinen Räumen stünden häufig vergleichsweise viele Möbel. Ist das Haus gut gedämmt, kommt es zu einem geringen Luftaustausch. "Das kann zu einer hohen Belastung führen", sagte Jungnickel. Eltern sollten dann regelmäßig lüften.

Eine Orientierung beim Kauf geben Siegel wie der "Blaue Engel". Allerdings werde ein einmal mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnetes Produkt anschließend nicht mehr überwacht. Dabei habe sich gezeigt, dass sich einzelne Möbel aus einer Serie deutlich in ihrer Qualität unterscheiden.

"Das kann an den verwendeten Rohstoffen liegen oder am Produktionsprozess", erläuterte Jungnickel. Bei anderen Siegeln, etwa dem RAL-Gütezeichen der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel oder dem Zeichen "schadstoff-geprüft LGA" gebe es daher regelmäßige Überwachungsprüfungen. Leiden die Bewohner nach dem Kauf neuer Möbel unter Kopfschmerzen oder geröteten Augen, sollten sie die Raumluft messen lassen, so der Experte.

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