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14.01.2012, 09:49 Uhr

FAQ: Die Macht der Ratingagenturen und ihre Folgen

Frankfurt/Main (dpa) - Standard & Poor's (S&P) macht ernst: Die Ratingagentur lässt Deutschland wohl ungeschoren, stuft aber die Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Staaten ab. Darunter nach dpa-Informationen auch die bisherigen "AAA"-Länder Frankreich und Österreich. Welche Konsequenzen hat eine Verschlechterung der Bonitätsnote?

Warum sind Bonitätsnoten für ein Land wichtig?

Die Noten der drei führenden Agenturen S&P, Moody's und Fitch sind maßgeblich für die Finanzierungskosten der Staaten am Kapitalmarkt. Die Faustregel: Je besser die Bonitätsnote, desto günstiger das Zinsniveau, zu dem ein Land Geld aufnehmen kann.

Gilt diese Faustregel immer?

Es gibt Ausnahmen: So haben die USA trotz immenser Verschuldung und einer Herabstufung durch S&P im vergangenen Sommer nach wie vor keine Probleme, günstig Mittel einzusammeln. Die weltgrößte Volkswirtschaft gilt weiter als "sicherer Hafen", weil der US-Dollar die globale Leitwährung ist und die Notenbank Fed bereit ist, ihn in unbegrenzten Mengen zu drucken. Diese Quasi-Versicherung gegen einen Zahlungsausfall für US-Staatsschulden überzeugt internationale Gläubiger bislang noch - zumal die Alternativen rar sind.

Welche Konsequenzen müssen die "AAA"-Euroländer fürchten?

Wenn Frankreich und Österreich ihr "AAA" verlieren, haben von 17 Euro-Staaten nur noch Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und Finnland die Topbonität. Frankreich steht zudem auch bei Moody's unter verschärfter Beobachtung und ist die zweitwichtigste Finanzierungssäule des Krisenfonds EFSF. Eine schlechtere Bonität des Landes könnte die Möglichkeiten beim weiteren Krisenmanagement also erheblich einschränken.

Österreichischer und französischer Euro

Rundumschlag der Ratingagentur S&P stößt auf Unverständnis. >

Was wird ohne Top-Rating aus dem Euro-Rettungsschirm?

Für den EFSF hätte ein Verlust der Spitzenbonität Frankreichs weitreichende Folgen. Eine Herabstufung eines der wichtigsten Garantiegeber könnte auch die Note des EFSF gefährden und damit das Aus des Rettungsschirms in seiner bisherigen Konstruktion bedeuten. Die Topnoten der Ratingagenturen sind Voraussetzung, damit der Krisenfonds mit maximaler Schlagkraft agieren kann.

Welche Länder haben überhaupt noch Top-Bonitätsnoten?

Weltweit verfügen noch nicht einmal 20 Staaten über ein "AAA"-Rating von S&P, dazu zählen aber auch einige Steueroasen und Zwergstaaten. Industriegiganten wie die USA ("AA+"), China ("AA-") oder Japan ("AA-") sind nicht darunter. Investoren reagieren jedoch häufig erst auf Herabstufungen, wenn mindestens zwei Agenturen sie vornehmen. Die USA beispielsweise werden von Fitch und Moody's bislang noch mit "Triple A" bewertet.

Worauf gründen Ratingagenturen eigentlich ihre Entscheidungen?

Grundsätzlich legen die großen Agenturen ihre Methodik nicht im Detail offen. Kritiker bemängeln besonders im Zusammenhang mit der Schuldenkrise im Euroraum, dass die Ratingunternehmen lediglich den Marktentwicklungen folgen und auf neue Zuspitzungen reagieren, auch wenn diese fundamental nicht immer gerechtfertigt seien. Experten sehen den harten Kurs allerdings auch im Zusammenhang mit den laschen Bewertungsstandards während der US-Hypothekenkrise. Damals mussten sich die Bonitätsprüfer häufig den Vorwurf gefallen lassen, riskante Papiere tendenziell zu positiv zu bewerten.

Wie ist die Entscheidung von S&P aus Verbrauchersicht zu bewerten?

Da Deutschland von dem jüngsten Rundumschlag wohl nicht betroffen ist, dürften sich für den Durchschnittsbürger hierzulande keine unmittelbaren Folgen ergeben. Wenn die Nachbarstaaten im Zuge von Herabstufungen unter erhöhten Spardruck geraten und die Gürtel enger schnallen müssen, könnte das jedoch kurzfristig die Konjunktur im Euroraum belasten. Die exportlastige deutsche Wirtschaft dürfte bei einer tieferen Rezession in der Eurozone unter sinkender Nachfrage im Binnenmarkt leiden.

Sind private Anleger und Sparer betroffen?

Die Depots deutscher Kleinanleger und Sparer könnten vorübergehend durch die Kursreaktionen an den Finanzmärkten in Mitleidenschaft gezogen werden. Wer beispielsweise über fondsgebundene Versicherungen an den Aktienmärkten engagiert ist, könnte dort mit fallenden Kursen konfrontiert werden. Allerdings rechnen Experten nicht mit nachhaltigen Effekten, da beispielsweise eine Herabstufung Frankreichs längst als einkalkuliert gilt.

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34 Meinungen zu "Die Macht der Ratingagenturen"

  • Threadpapa
    Sonntag, 29.01.2012, 14:16 Uhr
    Flolove was bist du für ein vogel ?
  • Flolove
    Mittwoch, 18.01.2012, 12:19 Uhr
    Freunde, der Weg der totalen Privatisierung bringt uns weiter voran. Unsere Wirtschaft muss vom Mittelstand belebt werden. So erhalten junge und moderne Menschen die best Gelegenheit eine Welt des moderaten und direkten Kapitalismus zu betrieben. Der Kunde wird immer mehr gleich zum Produzenten. Gutschein Systeme bringen die Realwirtschaft zusammen. Dadurch müssen die Rating Agenturen Ihre bestes geben. Unsere "Software" Welt hat die Kraft, endlich 400 Jahre Imperialismus (westlich) zu beenden. Unsere Zukunft beruht auf uns klugen und kreativen Menschen. Your chance to be on this side
  • Pozsony
    Dienstag, 17.01.2012, 08:33 Uhr
    porreestange --> Anokata <Du hast es geschafft, sechzig orthographische Knaller in Dein Exposé einzubauen! Derlei Rekorde sollten auch mal von Rechtschreibagenturen gewürdigt werden. Und alle sagen: AAA....h! Wie kannst Du es wagen? (nicht von Auto, sondern von Wagnis...)> Anokata ... bin bei Dir! Dein Beitrag trifft zu 100% meine Meinung! porrestange (Gemüse?) -->Es geht hier um Rating, nicht um Duden! Bitte bedenke auch, dass es noch sehr früh ist ... Allgemeinen Gruß, aber nicht nach Amerika ..., die schlafen ja noch!
  • Pozsony
    Dienstag, 17.01.2012, 08:24 Uhr
    hopefortheworld Bin 100% bei Dir! Gruß und angenehmen Tag!
  • Pozsony
    Dienstag, 17.01.2012, 08:23 Uhr
    Pozsony | 530 Beiträge Die Amis, selber so kaputt und pleite, dass sie zurecht ihren Standpunkt einer Weltregierung kriegerisch nicht mehr durchsetze können, im Weltall schon gar nicht!, führen jetzt KRIEG gegen ein immer besser aufstelltes und funktionierendes Europa! Wer schaut und bewertet diese abhängigen amerikanischen Rorruptagenturen? Wer bestimmt und steuert diese ...agenturen? Hat mit ...hetze nichts zu tun! Bin ganz objektiv und schaue mit offenen Augen ... Hat sich was geändert? Schauen die auch mal auf die eigenen Unionsstaaten. Schauen die auch mal auf die sozialen Ungerechtigkeiten in den USA? Wo kann mehr Konfliktstoff und Unsicherheit entstehen? Mein Vorschlag: Schmeißt alle amerikanischen `Freunde`, die sich heute noch als Besatzer fühlen, aus Europa raus! Wir brauchen diese dekadenten, überheblichen GI´s nicht! Es gilt auch, das Machtmonopol der Finanzmärkte (?), sind es nicht wenige Großkapitalisten?? in die Schranken zu weisen. Kann es angehen, dass das die `Wenigen` demokratisch gewählte Regierungen stürzen können? Wenn diese Krieg gegen die Demokratien führen wollen, dann sollen diese es! Macht endlich Gesetze und schneidet denen den Schwanz ab! Als Eunuchen habe diese auf dem freien Markt keine Anmachechance mehr ... Bitte richtig verstehen!
  • hopefortheworld
    Dienstag, 17.01.2012, 07:30 Uhr
    solange das kapital in den händen weniger in verbindung mit spekulation auf alles mögliche mit hilfe dubioser "bewertungsagenturen" nicht nur die wirtschaft, sondern auch die politik bestimmt, habe ich wenig hoffnung für diese welt.
  • kunimem
    Sonntag, 15.01.2012, 10:45 Uhr
    hier wollen doch gewisse Kreise Unfrieden in Europa stiften. Und besonders die Zusammenarbeit zwischen D und F soll sabotiert werden. Wenn die Gran Nation schlechter da steht als als der ehemalige Erzfeind wird es bald wieder heissen: this damned Germans. Politik und Wirtschaft wären gut beraten gar nicht zu reagieren.
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