Allianz-Ökonom: Herabstufungen nicht nachvollziehbar
"Angesichts der weitreichenden Reformen in vielen Krisenländern der Eurozone sind sie nicht nachvollziehbar", sagte Schneider, stellvertretender Chefvolkswirt bei der Allianz, der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Der jüngste EU-Gipfel hat nach seiner Einschätzung mit dem Fiskalpakt große Fortschritte gebracht. S&P hätte hier zumindest die weitere Ausgestaltung auf dem nächsten Gipfeltreffen Ende Januar abwarten können.
Standard & Poor's hat am Freitagabend in einem Rundumschlag unter anderem die Bonitätsnoten von Frankreich, Österreich, Italien und Spanien herabgestuft. Deutschland kam ungeschoren davon und behält sein Top-Rating. Auch Portugal, Zypern, Malta, die Slowakei und Slowenien erhielten schlechtere Noten. Teils rutschen die Eurostaaten laut S&P um bis zu zwei Stufen ab. Das dürfte es schwerer und teurer machen, sich frisches Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Damit steigt der Druck auf ganz Europa.
Die Bewertungen der Ratingagenturen sind generell umstritten. Ihnen wird vorgeworfen, die Finanzkrise 2008 mit verursacht zu haben, weil sie Bestnoten für Wertpapiere vergaben, in denen faule US-Immobilienkredite gebündelt waren. Damit führten sie Anleger, darunter gerade auch deutsche Banken, in die Irre.
In Europa wird zudem kritisiert, dass die drei profitorientierten US-Unternehmen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch den Markt dominieren und in der Regel ausgerechnet von denen, die sie bewerten, auch bezahlt werden. Die Wissenschaftler Hanno Beck und Helmut Wienert von der Hochschule Pforzheim sprechen von einem "engen Oligopol mit hohen Gewinnspannen und schlechter Bewertungsleistung".
In der Schuldenkrise basieren die Benotungen einzelner Länder oder Banken häufig auf schon bekannten Daten, sorgen aber zum Veröffentlichungszeitpunkt an den Märkten für erneute Verunsicherung. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier wollte daher die Bewertungen von Euro-Krisenländern unter bestimmten Umständen vorübergehend verbieten, konnte sich aber in diesem Punkt nicht durchsetzen. Immer wieder gibt es Forderungen nach einer unabhängigen europäischen Ratingagentur.
389 Meinungen zu "Kritik an Herabstufungen"
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ricoschatzlebt
Dienstag, 01.05.2012, 10:59 Uhr Ich halte diese Herabstuferei für sehr bedenklich! Wer weiß schon, ob hier alles mit rechten Dingen vor sich geht? Und schon ist mal eben ein (missliebiges???) Land in den Ruin getrieben........ -
Butsche75
Samstag, 28.01.2012, 12:39 Uhr Entschuldigung ,sollte mehrere heissen. -
Butsche75
Samstag, 28.01.2012, 12:36 Uhr Europa soll endlich eine o.mehere Ratingagenturen schaffen u.die USA auf B abstufen. -
Berlin12
Donnerstag, 19.01.2012, 09:43 Uhr 1. es ist richtig, dass die haushälte und damit die bonität der eu-länder ausgesprochener kritik würdig sind 2. wenn aber ein land wirklich aus finanztechnischer sicht platt ist - ist es die usa - vom ausenhandeltechnischen nicht zu reden 3. der us-dollar müsste sich in rauch auflösen 4. die realität lässt sich nur weiter umschiffen - wenn andere brandherde - in die 1. linie geschoben werden - eigentlich geht es nur noch um zeitgewinn 5. wenn "unabhängige ratingagenturen" meist nicht nur vom "firmensitz" usa - in europa ihr unwesen treiben - haben sie technisch vll recht, bei betrachtung der eu - aber sie erzeugen ein feuer - um vom eigentlichen brandherd "USA" abzulenken - um u.a. den laden da, noch ne weile am leben zu halten - denke ich jedenfalls -
Pozsony
Dienstag, 17.01.2012, 07:23 Uhr rahini <Ich kenn mich nicht genug aus in der Finanzwelt um eine fundierte Meinung abzugeben aber ich denke es ist so langsam an der Zeit sich von Amerika zu lösen und die globalen Finazmärkte und Börsen aufzugeben.> Ich denke, Du hast mit Deinem Beitrag grundsätzlich recht! Es gilt auch, das Machtmonopol der Finanzmärkte (?), sind es nicht wenige Großkapitalisten!! in die Schranken zu weisen. Kann es angehen, dass das die `Wenigen` demokratisch gewählte Regierungen stürzen können? Wenn diese Krieg gegen die Demokratien führen wollen, dann sollen diese es! Macht endlich Gesetze und schneidet denen den Schwanz ab! Als Eunuchen habe diese auf dem freien Markt keine Anmachechance mehr ... Bitte richtig verstehen! -
Pozsony
Dienstag, 17.01.2012, 07:13 Uhr Die Amis, selber so kaputt und pleite, dass sie zurecht ihren Standpunkt einer Weltregierung kriegerisch nicht mehr durchsetze können, führen jetzt KRIEG gegen ein immer besser aufstellendes und funktionierendes Europa! Wer schaut und bewertet diese abhängigen amerikanischen Roruptagenturen? Schauen die auch mal auf die eigenen UnionsstaatenSchauen die auch mal auf die soziales Ungerechtigkeit in den USA? Wo kann mehr Konfliktstoff und Unsicherheit entstehen? Mein Vorschlag: Schmeißt alle amerijakischen `Freunde`, die sich heute noch als Besatzer fühlen, aus Europa raus! Wir brauchen diese dekadenten, überheblichen GI´s nicht!
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