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26.01.2012, 20:09 Uhr

Athen: Neuer Anlauf für Schuldenschnitt

Athen/Washington (dpa) - Griechenland und seine privaten Geldgeber ringen weiter um einen Kompromiss zum geplanten Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Land.

Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, traf am Donnerstagabend mit Regierungschef Lucas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos zusammen. Dabei habe es "einige Fortschritte" gegeben, sagte ein Sprecher Bankenverbandes am späten Abend.

Die Gespräche sollen den Angaben zufolge an diesem Freitag fortgesetzt werden. Athen sei optimistisch, dass die Verhandlungen über den Schuldenschnitt bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden können, hieß es aus dem Finanzministerium in Athen.

Wie die "Financial Times Deutschland" (Freitagsausgabe) berichtete, wollen sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone möglicherweise am Montagabend treffen, um über die Umschuldung Griechenlands und das nächste Hilfsprogramm zu beraten.

In der Umgebung von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hieß es laut Zeitung, ein solches Treffen unmittelbar nach dem regulären EU-Gipfel am Montagnachmittag sei nicht ausgeschlossen. Die Beratungen darüber dauerten an. Deutschland und Frankreich seien zurückhaltend, weil sie daran festhalten wollten, dass sich der EU-Gipfel auf das Thema Wachstum konzentriere. Offiziell argumentiere die Bundesregierung damit, dass der Bericht der "Troika" zu Griechenland noch nicht vorliegt.

Der angestrebte freiwillige Forderungsverzicht der privaten Gläubiger soll Griechenlands Schulden um rund 100 Milliarden Euro drücken. Streitpunkt sind aber nach wie vor die Zinsen für neue, langfristige Anleihen. Die Banken und andere Gläubiger wollen bislang nicht weniger als vier Prozent im Durchschnitt. Der IWF und wichtige EU-Staaten verlangen für die neuen Anleihen dagegen einen Zinssatz von maximal 3,5 Prozent, weil sonst die Last für Griechenland immer noch zu groß sei.

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Merkel dämpft in Davos aber die Erwartungen der Euro-Länder. >

Dallara und die Banken, die er vertritt, sollen aber nun einen leicht besseren Vorschlag zu den Zinsen der neuen Anleihen machen, die die alten griechischen Staatsanleihen ersetzen sollen. Nach Informationen aus griechischen Bankquellen soll Dallara einen Zinssatz von 3,8 Prozent vorschlagen.

Zudem wollen die Banken sicher sein, dass für die neuen Anleihen britisches Recht gelten soll. Damit wollen sich die Banken absichern, dass Griechenland in Zukunft nicht mehr mit einer Zwangsumschuldung drohen kann. Athen hatte bereits vergangene Woche damit gedroht, sollten nicht alle Banken am Schuldenschnitt teilnehmen, sie dazu gesetzlich zu zwingen.

Selbst wenn eine Absichtserklärung über einen Schuldenschnitt zustande kommt, bedeutet das aber noch keinen endgültigen Erfolg für die dringend benötigte Umschuldung. Denn es steht noch nicht fest, wie viele Investoren sich tatsächlich daran beteiligen. Vor diesem Hintergrund könnte die EZB ins Spiel kommen, die riesige Mengen griechischer Anleihen gekauft hat und damit ihrerseits einer der größten Gläubiger Athens ist.

Derweil bestritt der Internationale Währungsfonds (IWF), er habe von der Europäische Zentralbank (EZB) einen Beitrag zum Schuldenschnitt verlangt. Die Notenbank sei nicht gebeten worden, "eine spezifische Rolle" dabei zu spielen, die griechischen Schulden auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu reduzieren, teilte die Institution in Washington mit. Die "Financial Times" hatte am Mittwoch berichtet, der IWF habe die EZB gedrängt, sich am Schuldenschnitt Athens zu beteiligen.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, schloss nicht aus, dass neben den privaten Gläubigern auch die EZB und die Euro-Staaten Griechenland Schulden erlassen müssen. Solche Lösungsvorschläge halte er "nicht für völlig absurd", sagte Juncker dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe). "Es wäre aber absurd, sie jetzt öffentlich zu kommentieren."

Parallel zu den zähen Schuldenschnitt-Verhandlungen läuft auch eine neue gründliche Kontrolle der griechischen Finanzen: Experten der EU, des IWF und der Europäischen Zentralbank (EZB) stellten nach den ersten Inspektionen erneut Verspätungen bei den Reformen fest. Sie fordern weitere harte Sparmaßnahmen und eine beschleunigte Verschlankung des griechischen Staates.

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  • euroadee
    Montag, 30.01.2012, 09:44 Uhr
    wenn man mal hoch rechnet würde mit dem neuen kredit jeder grieche ca. 10000 euro bekommen abgesehen von dem was sie schon bekommen haben. jeder der sich mal persönlich dort umschaut wird schnell merken, dass dort nicht aber auch gar nichts mehr funktioniert und das geld nur verpufft also gebt ihnen mehr denn sie werden sich freuen und über uns lachen denn mehr tun sie nicht. Sie können gut lügen und auf die traenendrüse drücken aberiıhr land können sie nicht retten. ich habe den eindruck sie wollen auch gar nicht wirklich denn keiner möchte opfer bringen also ist der finanzstarke rest der union das opferlamm oder der betrogene. die griechen sind doch von anfang an der union die die nur durch lügen und betrügen aufgefallen sind aber immer noch kreditwürdig! seltsame welt
  • Demokrat211
    Freitag, 27.01.2012, 12:04 Uhr
    hoppelhorst - ich habe ihren Beitrag positiv Daumen nach oben bewertet. Nur muss man bei Privatvermögen eine Unterscheidung machen. Ein Beschäftigter als auch ein Unternehmer haben ihr Vermögen durch Leistung erworben. Anders sieht es bei Spekulanten und Wucherern aus. Gibt ein Beschäftigter seinen Verdienst von z. B. 2.000,00 € aus dann hat er ungefähr mit 800,00 € nur Schulden der Wirtschaft getilgt, weil die Wirtschaft ihre Schulden in die Preise hineinrechnet und zwar mit steigender Tendenz. Schulden in Steuern und Mieten kommen außerdem noch hinzu. So werden die Geldrenditen erwirtschaftet und zu den Geldanlegern durchgereicht. Es sind aber nur 10 % der Bevölkerung, die mehr Geldrenditen erhalten als sie durch Ausgeben ihres Geldes verdienen. Sie leben praktisch zu Lasten von 90 % aller Deutschen. Diese 10 % brauchen nichts mehr zu leisten und werden oftmals explosiontsartig immer reicher, für das die 90 % der Bevölkerung aufkommt. Das ist extremer Wucher und Ungerechtigkeit gegenüber den wirklichen Leistungsträgern. Deshalb lasst uns das Privatvermögen dieser 10 % abschöpfen als Gegenleistung an die finanziell geschunden übrigen 90 % der Bevölkerung. Lasst diese 90 % der Bevölkerung und auch die Wirtschaft außen vor. Auch die Wirtschaft wurde so indirekt ausgebeutet und gibt es an ihre Kunden weiter.
  • Demokrat211
    Freitag, 27.01.2012, 11:48 Uhr
    Das Problem der Griechen ist wie auch für Deutschland und die übrigen EU-Länder, dass sie eigentlich Schulden machen müssten um Wachstum zu erzeugen. Unser Wirtschafts- und Finanzsystem funktioniert ohne Schulden machen einfach nicht. Es ist eigentlich egal ob Griechenland, wir oder die Anderen weiterhin Schulden machen oder nicht. Machen wir weiterhin Schulden trägt das zum Wachstum bei und verzögert den Ruin. Aber der finanzielle Spielraum wird immer geringer. Machen wir keine Schulden oder tilgen diese sogar entsteht eine Rezession und der Staat hat weniger Steuereinnahmen. Auch das vermindert den finanziellen Spielraum. Keine Schulden machen, das funktioniert bei unserem Wirtschafts- und Finanzsystem nicht. Das soll nicht heißen, dass es unmöglich ist keine Schulden zu machen. Keine Schulden machen funktioniert nur, wenn wir unser Wirtschafts- und Finanzsystem dahin gehend reformieren, dass wir durch Negativ-Zinsen unterbinden, dass sich die Geldvermögen durch Zins- und Zinseszins nicht mehr vermehren können. Können sich die Geldvermögen nicht mehr vermehren, dann schöpfen sie mit explodierenden Renditen das Bruttoinlandsprodukt nicht mehr ab. Die Wirtschaft braucht nicht mehr zu wachsen, weil der Anteil von Wirtschaft, Beschäftigten und Öffentlicher Hand nicht mehr schrumpft. Es kann sich kein Verschuldungsdruck mehr aufbauen. Ohne ein solches Vorgehen ist keine Lösung des Problems in Sicht. Natürlich können die Schulden einfach storniert werden. Weil aber das System nicht reformiert wurde gibt es in einigen Jahrzehnten dann doch nochmal die gleiche Situation wie heute. Um aus dem Dilemma jetzt direkt herauszukommen (gesamte Euro-Zone) könnte man es so handhaben wie es seinerzeit Argentinen handhabte als es in einer ähnlichen Situation war. Nämlich entweder seit ihr Gläubiger mit 25 % eurer Forderungen einverstanden oder ihr bekommt gar nichts mehr. Das dürfte aber nur ein einmaliger Vorgang sein um das aktuelle Problem zu beseitigen. Nämlich letztendlich führt an einer Reformierung unseres Wirtschafts- und Finanzsystems kein Weg vorbei wenn sich diese Dinge in einigen Jahrzehnten nicht wiederholen sollen.
  • Pitiplatsch68
    Freitag, 27.01.2012, 10:23 Uhr
    alle Länder die es nicht schaffen raus aus Euroland.......so wird das alles stabiler...Nordeuro wäre erstmal die beste lösung
  • waylli
    Freitag, 27.01.2012, 09:45 Uhr
    Da wird wieder gelogen, das sich die Balken biegen !!! nur um an das Geld zu bekommen ,und immer wieder und wieder und dann machts Bumm. Den Euro werden sie nie zurückzahlen.
  • happsion
    Donnerstag, 26.01.2012, 17:41 Uhr
    Skeptiker001 | 922 Beiträge "Ich wette, dass nicht 5 % der Deutschen auch nur ansatzweise verstehen, warum bezüglich Finanzkrise was passiert ist, weil sich kaum einer noch die Mühe macht, sich umfassend zu informieren und dann auch noch selbst zu denken. Ich kann Euch die Krise auch nicht Bild-zeitungsgerecht in ein paar Sätzen zu erklären. Dazu sind die Zusammenhänge viel zu komplex und kompliziert." ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Glückwunsch. Ganz toller Beitrag. Flüssdiger als Wasser. Überflüssig
  • hoppelhorst
    Donnerstag, 26.01.2012, 17:28 Uhr
    ach es gibt sie noch die privaten gläubiger... nennen wir sie mal spekulanten, denn wer jetzt noch dabei oder eingestiegen ist, ist reiner spekulant... (sieht man ja an italien und spanien, den werden trotz risiko die anleihen aus den händen gerissen) am besten wir diskutieren noch ne weile über schuldenschnitt, damit wir den leuten auch die chance geben können ihre papiere vorher an staatliche stellen abstoßen zu können! wenn sich die politiker der welt mal einig wären und die gesetze knallhart verschärfen würden. wenn zb. irgendwo schwarzgeld gefunden wird, muss dieses zu 100% eingezogen werden und gleichzeitig noch mal die summe vom regulären vermögen einziehen (als strafe)... und wenn die leute dann total ruiniert sind, sind se selber schuld... geht endlich an die privatvermögen ran!!! nur so is dieses wirtschafts und finanzsystem vielleicht noch zu retten... wir brauchen ne ordentliche vermögenssteuer weltweit, die das perverse wachstum der privatvermögen einschränkt... ...dann erledigt sich das griechenlandproblem mit der zeit au von selbst...

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