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16.03.2013, 19:00 Uhr

Wut über Abgabe: "Sie bestrafen uns einfache Zyprer"

Nikosia (dpa) - "Katastrophe": So lautete an diesem Samstag das auf Zypern am häufigsten zu hörende Wort.

Als in den frühen Morgenstunden bekannt wurde, dass ausnahmslos alle Bankeinlagen mit einer Sonderabgabe von 6,75 bis 9,9 Prozent belastet werden sollen, versuchten Hunderte Bürger Geld am Automaten oder in einer der Genossenschaftsbanken abzuheben, die auch am Samstag geöffnet sind.

Sie bekamen zu hören, dass das Onlinesystem nicht in Betrieb sei. Kurz darauf wurden die Filialen geschlossen. Die Geldautomaten gaben bis um 11 Uhr auch kein Geld aus. Wer danach seinen Kontostand abfragte, musste feststellen, dass die der Abgabe entsprechende Summe bereits fehlte: Sie wurde eingefroren, auch wenn der betreffende Parlamentsbeschluss erst in den nächsten Tagen erwartet wurde. Auch Überweisungen und Online-Banking waren am Samstag nicht möglich.

Entsprechend ist die Wut der Bürger. Die meisten fühlen sich getäuscht, nachdem die zyprische Regierung in allen Tönen versichert hatte, dass die Bankguthaben nicht angetastet würden. "Wir arbeiten, legen etwas zurück, und jetzt nehmen sie unser Geld. Das ist ungerecht, sehr ungerecht", so eine Frau im staatlichen zyprischen Fernsehen RIK. Der Ingenieur Andreas Stylianou aus Nikosia sagte der Nachrichtenagentur dpa in Anspielung auf die Versicherung von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem, man habe Zypern nicht bestraft: "Aber sie bestrafen uns einfache Zyprer". Zypern sei das Versuchskaninchen in einem nie dagewesenen Experiment, sagte der Zahnarzt Marinos Theodorou der dpa.

Die Euro-Finanzminister hatten nach langen Verhandlungen beschlossen, dass zur Rettung Zyperns vor der Pleite in einem beispiellosen Schritt auch Bankkunden kräftig zur Kasse gebeten werden. Bei Einlagen unter 100 000 Euro wird eine Abgabe von 6,75 Prozent fällig, bei höheren Beträgen sind es 9,9 Prozent. So sollen geschätzt 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen, wie Eurogruppen-Chef Dijsselbloem sagte. Insgesamt soll das Hilfspaket ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Die Kritik auf Zypern am Rettungspaket aber ist groß. Die europäische Solidarität sei dahin, Zypern sei erniedrigt worden, sagte Parlamentspräsident Giannakis Omirou in einer ersten Stellungnahme im Staatsfernsehen. Er brach einen Arbeitsbesuch in London vorzeitig ab. Als katastrophal bezeichnete das Abkommen auch der Vorsitzende des Justizausschusses im zyprischen Parlament, Nikolas Papadopoulos. Er warnte im Fernsehen vor einem Zusammenbruch des Bankensystems, wenn das Vertrauen der Kunden verloren gehe. Die kommunistische Oppositionspartei AKEL will gar die Frage nach einem Austritt aus der Währungsunion oder einen Volksentscheid auf die Tagesordnung setzen. Europa habe sich neokolonialistisch verhalten, so Parteisprecher Andros Kyprianou in einer Pressekonferenz am Mittag.

Sorgen bereitet die Zwangsabgabe aber auch den Griechen im Mutterland: Viele hatten nach dem Ausbruch der griechischen Schuldenkrise ihr Geld nach Zypern überwiesen. "Ein Großteil der 450 000 Euro auf meinem Konto stammt von meinem in Griechenland lebenden Bruder, der es in Sicherheit bringen wollte", sagte ein Zypriot am Morgen im staatlichen Rundfunk der Insel. Kontoinhaber mit Guthaben auf den Filialen zyprischer Banken in Griechenland konnte die Regierung in Athen bereits beruhigen: Sie seien von der Maßnahme nicht betroffen, hieß es in einer Stellungnahme von Finanzminister Ioannis Stournaras.

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590 Meinungen zu "Auf Zypern herrscht die Wut"

  • daskannjaheiterwerden
    Samstag, 23.03.2013, 09:52 Uhr
    Dieser "Daumen runter" kann nur von einem Zyprioten stammen, denn ich habe absolut recht!
  • daskannjaheiterwerden
    Freitag, 22.03.2013, 16:54 Uhr
    "Auf Zypern herrscht die Wut. Die Bürger fühlen sich von der Regierung hintergangen." Seltsamer Weise entlädt sich aber diese 'Wut, wie in Griechenland auch, immer gegen die bösen Deutschen. Was haben wir Deutschen mit diesen korrupten, schlecht wirtschaftenden Regierungen zu tun? Wir haben seit 25 Jahren den "Gürtel immer enger geschnallt" und uns nicht beklagt (was ein Fehler war!), sondern gehen nach wie vor zur- teilweise mehr als schlecht bezahlten- Arbeit, bekommen für unsere Ersparnisse längst überhaupt keine Zinsen mehr und die Ärmsten essen bei den Tafeln. Aber wir sind immer "schuld". Kann mir das mal jemand erklären?
  • msregina
    Freitag, 22.03.2013, 12:32 Uhr
    vonungereimt >>>Dann wundern sich diese Leute in Berlin noch, wenn in den Medien steht, das immer mehr Alte Leute Selbstmord begehen, weil ihnen nichts mehr bleibt um einigermaßen Leben zu können. <<< Also wo haben Sie denn nun die Selbstmordwelle bei den Rentnern her. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber das ist einfach dummes Zeug. Ich gehöre zu den Rentnern und habe hier nirgendwo etwas von Selbstmorden gelesen. das Problem der Rentner ist eher das Fehlen sozialer Kontakte. >>>Selbst die Kinder Armut in Deutschland mußte ich heute lesen, nimmt immer mehr zu. Ich finde es schon sehr beschämend das so ein reiches Land wie die BRD, es nicht ferdig bringt, dafür zu sorgen, das genung Arbeitsplätze, Kitas, Kindergärten und Bildungs möglichkeiten in den Schulen zur verfügung stehen.<<< Schon wieder so eine Ansammlung von sinnlosen Worthülsen. Wissen Sie in Deutschland muss kein Kind hungern und frieren, wenn die Eltern ihre Verantwortung ernst nehmen. Inzwischen sollte auch Ihnen klar sein, dass Arbeitsplätze von Unternehmen und nicht den Politikern geschaffen werden. Allerdings müssen, die Leute die entsprechende Qualifikation haben und das Ergebnis der Arbeit muss veräußerbar sein um die Löhne wieder einzubringen. An Bildungsmöglichkeiten in den Schulen mangelt es nun wahrlich nicht. Probleme gibt es, da stimme ich zu, bei den Kitas.
  • reimport
    Freitag, 22.03.2013, 08:57 Uhr
    EU beduetet symbiose das haben wohl etliche suedlaender mit parasitaerem wirtsverhalten verwechselt. verpisst euch und seid froh wenn noch jemand auf euer dreckinsel faehrt incl.GR wiel von euch pack muessen wir uns nicht als nazis beschimpfen lassen.
  • vonungereimt
    Donnerstag, 21.03.2013, 12:02 Uhr
    Wir hier in der BRD haben uns ja schon an solche Sachen gewöhnt, das man erst die Sozialschwachen und den Rentnern was wegnimmt, um den Haushalt zu sanieren. Zum Ausgleich, werden dann die Diäten der Abgeordneten um 6% erhöht. Dann wundern sich diese Leute in Berlin noch, wenn in den Medien steht, das immer mehr Alte Leute Selbstmord begehen, weil ihnen nichts mehr bleibt um einigermaßen Leben zu können. Selbst die Kinder Armut in Deutschland mußte ich heute lesen, nimmt immer mehr zu. Ich finde es schon sehr beschämend das so ein reiches Land wie die BRD, es nicht ferdig bringt, dafür zu sorgen, das genung Arbeitsplätze, Kitas, Kindergärten und Bildungs möglichkeiten in den Schulen zur verfügung stehen. Statt desen, wirft man das Geld mit vollen Händen raus, um Staaten wie Griechenland den Arsch zuretten, als danke schön werden die Spender noch als Nazis beschimpft. Na vielen Dank. Ich wäre durchaus dafür wenn man diese Pack kurzer Hand aus dem Euroverbund raus schmeißen würde. Anderer seits, sind wir deutschen doch auch selber Schuld, warum müßen wir ständig unseren Rüssel in anderer Länder Angelegenheiten stecken?
  • highlander55
    Mittwoch, 20.03.2013, 12:27 Uhr
    Was ich gar nicht verstehe worüber überhaupt diskutiert wird, ich muß doch hier in deutschland auch steuern auf meine spareinlagen bezahlen, warum soll es in zypern frei von steuern sein?
  • malibu
    Mittwoch, 20.03.2013, 08:33 Uhr
    @taunus10: Du hast Recht, aber lass dem Arschgesicht @uffz seinen Spass. Jedem Tierchen sein Plaisirchen.
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