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23.03.2013, 13:57 Uhr

Zyperns Regierung erörtert Zwangsabgabe mit Geldgebern

Nikosia (dpa) - Erneutes Warten auf Zypern: Neue Beratungen der zyprischen Regierung haben zu einer weiteren Verzögerung des ohnehin knappen Zeitplans zur finanziellen Sanierung des Landes geführt. Es ist noch unklar, wann das Parlament in Nikosia über die umstrittene Zwangsabgabe auf Spareinlagen abstimmen wird.

Zunächst führte die Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) dazu Gespräche mit der Regierung, wie Regierungssprecher Christos Stylianides mitteilte. Dadurch verzögerten sich auch die geplanten Beratungen von Präsident Nikos Anastasiades mit den Parteichefs auf der Mittelmeerinsel.

"Finger weg von Zypern"

Zypern: Entscheidende Abstimmung im Parlament am Samstag. >

Unter anderem kursierte in Nikosia der Plan, dass Geldeinlagen über 100 000 Euro des größten zyprischen Geldinstituts Cyprus Bank mit 22 bis 25 Prozent belastet werden. Dort sollen die meisten russischen Oligarchen ihr Geld geparkt haben. Einige Zeitungen spekulierten, alle Bankkunden mit Geldeinlagen von mehr als 100 000 Euro sollten mit zehn Prozent belastet werden.

Das Parlament in Nikosia hatte am Vorabend mehrheitlich Einschränkungen im Kapitalverkehr gebilligt, um ein Abfließen der Gelder ins Ausland zu verhindern. Außerdem wurde die Bildung eines Solidarfonds zur Rekapitalisierung der Geldhäuser beschlossen.

Die Stimmung in Nikosia war am Samstag gedrückt. "Das Wort hat jetzt Brüssel", titelte die konservative Zeitung "Simerini." "Ab nach Brüssel zum "Haircut"" (Beschneiden der Spareinlagen), titelte der "Fileleftheros", die größte Zeitung Zyperns. Darunter war ein großes Foto mit drei weinenden und verzweifelten angestellten Frauen der Popular Bank, die um ihren Job zittern müssen.

Das EU-Land muss eine Eigenleistung von 5,8 Milliarden Euro zusammenbringen, um von den internationalen Geldgebern Nothilfen von zehn Milliarden Euro zu bekommen. Die EZB hat angekündigt, dass sie nur noch bis einschließlich Montag (25. März) Geld aus Europa für die zyprischen Banken bereitstellen wird. Danach sollen nur dann weiter Mittel fließen, wenn es ein Sanierungskonzept gibt.

In Brüssel verlautete inoffiziell, die Finanzminister der Eurogruppe wollten am Sonntag die Zypern-Frage erörtern. Auch Zyperns Staatschef Anastasiades wurde in Brüssel erwartet, um den Alternativplan vorzustellen, mit dem Zypern seinen Anteil zum Zypern-Rettungsplan der Geldgeber aufbringen will. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der Präsident mit den wichtigsten Parteichefs noch am frühen Samstagnachmittag zu Beratungen mit der EU-Führung über die Details des neuen Rettungspakets nach Brüssel abfliegen könnte. Demnach könnte sich die Abstimmung im Parlament in Nikosia auf den späten Samstagabend oder sogar Sonntag verschieben.

Ein erster Plan, bei dem etwa Zwangsabgaben in unterschiedlicher Höhe auf alle Spareinlagen vorgesehen waren, war am Dienstagabend vom zyprischen Parlament glatt abgewiesen worden.

Jörg Asmussen, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), verteidigte unterdessen eine Beteiligung der Sparer an der Rettung der zyprischen Banken. In einem Gastbeitrag für die Wochenendausgabe der Zeitung "taz" schreibt Asmussen, Privatisierungen alleine würden nicht ausreichen. Deshalb sei eine "einmalige Sonderabgabe auf Einlagen" nötig. Aber die Europäische Zentralbank sei mehr als offen für eine Lösung, die Kleinsparer nicht belaste.

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131 Meinungen zu "Hoffnung und Angst in Zypern"

  • Fliesenleger249
    Sonntag, 24.03.2013, 17:56 Uhr
    Was heißt: "Warten auf Zypern" Entweder die kratzen die fehlenden Gelder zusammen, oder der ganze Laden bricht auseinander. Was sind das für EU-Politiker, die sich von Zypern an der Nase herum führen lassen.
  • Corniche
    Sonntag, 24.03.2013, 16:24 Uhr
    @RobertCvrkal Siehe auch Profilartikel Ausgabe Nr.13 aus 2013 welch nettes Zusammenspiel das Datum. Zypern war nie finanziell so gefestigt, dass, diese Oligarchengesteuerte Republik Mitglied der EU werden hätte können. Aber als ehemaliges NATO Mitglied hatten es diese Pleitestaten wie Italien, Spanien, Portugal, Irland und Zypern doch viel einfacher als nicht NATO Staaten. Die ehemaligen Ostblockländer sind ja auch finanziell nicht so toll aufgstellt. Nun zu den zypriotischen Briefkästen eines einzigen Politikers/Person aus good old Austria.No na net, ned der einzige, der zu versteuernde Beträge dort steuerschonend und mit hohen Zinsen parkte. Die normalen Sparer in Österreich erhalten nicht mal 1% für täglich fälliges Geld, sondern zw.025% - 0,50% in Zypern erhält Kunde 5 %! Zahlen sollen wir Nettozahler in der EU und die jeweiligen Steuerminimizer lachen sich in den A.... oder sonstwo hin. Auszug aus dem Profil Artikel: MAN-Angelus Holding Ldt. Briefkasten, Zypern, wirtschaftlich Berechtigter: Karl Heinz Grasser, Levesque Holdings Ltd., Briefkasten, Zypern wirtschaftlich Berechtigter: Karl Heinz Grasser, Gemain Investments Ltd.,Briefkasten,Zypern, wirtschaftlich Berechtigter, Karl Heinz Grasser, Karl Heinz Grasser war einmal Finanzminister der Republik Österreich. Normale Österreicher oder Bundesbürger können keine Briefkästen in Zypern oder sonstwo gründen, denn über soviel Geld verfügen diese Bürger nachdem diese alle Abgaben bezahlt haben nicht.
  • tristess
    Sonntag, 24.03.2013, 16:22 Uhr
    ZU: Es wird die letzte Möglichkeit sein, zurück zum Rechtsstaat und zur Demokratie zu finden! Wieso klingeln immer bei mir die Alarmglocken wenn jemand von mir Geld will?
  • Kohjur
    Sonntag, 24.03.2013, 15:39 Uhr
    Unterstützt die Alternative für Deutschland, gegründet von den besten Gelehrten, Rechtswissenschaftlern und Ökonomen unseres Landes! Es wird die letzte Möglichkeit sein, zurück zum Rechtsstaat und zur Demokratie zu finden! https://www.alternativefuer.de/
  • Kohjur
    Sonntag, 24.03.2013, 15:38 Uhr
    Unterstützt die Alternative für Deutschland, gegründet von den besten Gelehrten, Rechtswissenschaftlern und Ökonomen unseres Landes! Es wird die letzte Möglichkeit sein, zurück zum Rechtsstaat und zur Demokratie zu finden! https://www.alternativefuer.de/
  • RobertCvrkal
    Sonntag, 24.03.2013, 13:24 Uhr
    Während bei der Cyprus Bank, welche vor allem von ausländischen Anlegern präferiert wird die Zwangsabgabe 20 % betragen soll, soll die Abgabe bei der in massiver Schieflage befindlichen Popular Bank nur 4 % betragen. Mit anderen Worten sollen die Ausländer den zypriotischen Staat und dieser dann die Popular Bank retten, womit defacto die Ausländer (z. B. Steuergeld aus dem deutschen Brandenburg) die Hauptlast tragen sollen. Meines Erachtens ist jede Verzinsung von Einlagen über dem Niveau des niedrigsten Zinssatzes eines Eurolandes eine Risikoprämie und gehört daher auch abgeschöpft. Selbst unter Berücksichtigung der ursprünglichen Zwangsabgabe war eine Veranlagung auf der geteilten Insel (Zypern um die 5 % Zinsen, Österreich 1 %) wesentlich ertragreicher als in Österreich. http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/533637_Droht-ein-Supergau.html

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