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Aschewolke kostet deutsche Wirtschaft mehrere Milliarden

(dpa/afp/mia) Durch das Flugverbot nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull im letzten Jahr sammelten sich nicht nur die Reisenden auf den Flughäfen, auch wichtige Ersatzteile und Lebensmittel warteten tonnenweise auf den Weitertransport. Der deutschen Wirtschaft entstanden durch die Vulkanasche Einbußen in Milliardenhöhe.

Von Maria Huber

"Der Schaden ist nicht vergleichbar mit dem 11. September - er ist schlimmer", sagt der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier im Interview. Während es 2001 nur zu geringen Einbußen wegen einzelner Annullierungen kam, sei die jetzige Komplettsperrung für die deutsche Wirtschaft verheerend: "Wir taxieren das Geschäftsvolumen, das durch die Aschewolke verhindert wird, auf eine Milliarde täglich - und das ist noch nicht einmal hoch gegriffen", so Treier.

Problematisch ist, dass per Luftfracht vor allem hochwertige Güter wie Ersatzteile transportiert werden. Einem BMW-Werk in den USA droht bereits der Stillstand, weil benötigte Teile aus Deutschland nicht geliefert werden können. Doch die Ausfälle durch die Aschewolke werden laut Treier auch langfristige Folgen haben: "Der zarte Aufschwung, den wir im Moment haben, ist dem Export zu verdanken. Die derzeitigen Ausfälle könnten der Konjunktur deshalb einen starken Dämpfer verpassen", sagt Treier.

Schlimm trifft es vor allem die Fluggesellschaften: Der Präsident des Luftfahrtverbandes IATA, Giovanni Bisignani, gab an, dass den europäischen Airlines jeden Tag rund 150 Millionen Euro an Einnahmen verloren gingen. Zusätzlich entstehen Kosten für die Umleitung und die Parkgebühren für stehende Flugzeuge steigen ins Unermessliche. Die Wertpapiere der Fluggesellschaften befinden sich bereits im Sinkflug. Die Aktie der Lufthansa sackte um vier, die der Air Berlin sogar um über fünf Prozent ab.

Auch die Airports bleiben nicht verschont: "Der Vulkanausbruch beschert den deutschen Flughäfen täglich Verluste in Millionenhöhe", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, der dpa. Fraport, der Betreiber des größten deutschen Flughafens in Frankfurt, schätzt den Schaden auf bis zu drei Millionen Euro pro Tag. 

Auf die Versorgung der Verbraucher mit Lebensmitteln hat das Flugverbot derzeit noch schwache Auswirkungen. Viele der Waren kommen aus Deutschland oder werden im LKW transportiert, exotische Früchte reisen im Container auf dem Schiff an. Bei den Spezialitäten greifen die großen Märkte auf große Lagerbestände zurück, lediglich ein exotischer Fisch könnte einmal im Frischfischangebot fehlen, sagte ein Edeka-Sprecher der Presse-Agentur AFP.

Während die Deutsche Bahn, Autovermieter und die Schifffahrt zu den "Vulkan-Gewinnern" zählen, entsteht auch den Reiseveranstaltern beträchtlicher Schaden: Den weltgrößten Veranstalter TUI Travel kostet der Flugstopp wegen der Asche nach eigenen Angaben täglich um die sechs Millionen Euro. Schätzungsweise 100.000 Passagiere der TUI säßen fest.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle lud Industrievertreter in sein Ministerium ein, um zu diskutieren, wie man die schwerwiegenden Folgen der Flugverbote in den Griff bekommen kann.

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Sie lesen gerade: Schaden größer als nach 9/11. Flugsperren nach Ausbruch des Eyjafjallajökull kosteten Milliarden.