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06.10.2011, 17:08 Uhr

Analyse: Große Herausforderungen für Jobs-Nachfolger

Cupertino (dpa) - Als sich Steve Jobs Ende August schwer krank von der Apple-Spitze verabschiedete, flammte sofort eine Diskussion darüber auf, was wohl seine wichtigste Erfindung gewesen sein.

Das iPhone, das die Mobilfunk-Branche umkrempelte und Apples Geldmaschine ist? Das iPad-Tablet, das gerade die Art verändert, wie wir mit Computern umgehen? Nein, sagten damals einige Experten: Jobs' größte Erfindung ist Apple selbst, die einzigartige Firma, die all diese Geräte entworfen, gebaut und zum Erfolg gebracht hat.

Jetzt muss also Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt, das Jobs und sein Freund Steve Wozniak einst in der Garage gegründet hatten, ohne seinen charismatischen Gründer auskommen. Zum zweiten Mal. Der erste Versuch, nachdem Jobs 1985 herausgedrängt worden war, ging gegen die Wand. Jobs musste zwölf Jahre später als Retter zurückkehren, um Apple vor dem nahenden Ruin zu retten.

Doch diesmal ist alles anders. Jobs hatte Jahre, um Apple auf die Zeit danach vorzubereiten. Er stellte das Top-Management um seinen Nachfolger Tim Cook zusammen. Er schuf eine Produkt-Kultur, die auf Innovationen, Design und Einfachheit gründet. Die Firma läuft wie eine effiziente Maschine, die scheinbar mühelos großartige Geräte hervorbringen kann. Kosten, Technik, Image - alles stimmt, Apple ist so stark, erfolgreich und vermögend wie nie zuvor. Zum kompletten Bild gehört aber auch, dass Apple immer wieder Anlass zur Kritik gab, wenn beispielsweise die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Apple-Geräte bei chinesischen Unternehmen in die Schlagzeilen gerieten.

Bei allem geschäftlichen Erfolg von Apple bleiben Zweifel. Schließlich war es immer Steve Jobs gewesen, der das letzte Wort hatte. Bei großen strategischen Entscheidungen, aber auch bei solchen, die in einer anderen Firma vielleicht gar nicht erst beim Konzernchef angekommen wären, etwa ob ein Schalter beim iPad die Lautlos-Taste sein oder die Bildschirm-Ausrichtung fixieren soll. Und Google-Manager Vic Gundotra erzählte, wie Jobs ihn einmal an einem Sonntag anrief, weil ihm der Gelb-Ton in einem Programm-Icon nicht gefiel.

Tim Cook

Cook muss jetzt die Verantwortung für Jobs' Lebenswerk übernehmen. >

Auch dank der dominierenden Rolle des manchmal als diktatorisch kritisierten Jobs kam Apple ohne die üblichen Grabenkämpfe zwischen verschiedenen Firmenbereichen aus. Und, vielleicht am wichtigsten: Tim Cook hat in den vergangenen Jahren zwar bewiesen, dass er als Manager einen phänomenal effizienten Betrieb aufbauen kann. Als Visionär vom Kaliber eines Steve Jobs ist er aber bisher nicht in Erscheinung getreten.

Apple-Kenner sehen für diese Rolle am ehesten den bisherigen Design-Chef Jony Ive geeignet. Der Brite sei bei Apple Jobs' wichtigster Partner gewesen, sagte etwa Design-Experte Eric Chan bei der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Ive hatte allen jüngsten Apple-Geräten seinen Stempel aufgedrückt. Im Gegensatz zu Jobs fehlt Ive jedoch der Drang zur Selbstdarstellung, so dass er die Rolle des Chefverkäufers nicht übernehmen kann.

Jobs war der Mann für alles - vom Design bis zum kleinsten technischen Detail. Seine Nachfolger an der Apple-Spitze hingegen sind eher Spezialisten für ihre eigenen Bereiche. Auch wenn Apple ein erfolgreiches Unternehmen bleiben werde, "die Wahrheit ist, dass Steve Jobs unersetzlich ist", resümierte das Apple-Blog "Cult of Mac".

Dabei braucht auch das heutige, starke Apple eine starke Führung. Die Branche wandelt sich schnell, bei den Smartphone-Plattformen hat das Google-Betriebssystem fest die Spitzenposition übernommen. Auch bei Computern, Tablets und dem möglichen Vorpreschen ins Fernsehgeschäft müssen wichtige Weichen gestellt werden. In Zukunft erstmals wieder ganz ohne den "iGod" Jobs.

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25 Meinungen zu "Apple: Visionär gesucht"

  • einnoc
    Samstag, 08.10.2011, 16:58 Uhr
    was ein respektloser Beitrag, Stemp. Aber leider ist das hier eher Standard... BMW hat auch das Auto nicht neu erfunden - oder Porsche. Es kommt eben darauf an, was daraus gemacht wird. Oder ist es wirklich Zufall, dass Windows 7 fast schon wie OS X daher kommt? Diese Behauptungen, dass Jobs nichts konnte, bis auf den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen... ist das Neid, oder was treibt euch da? Ich würde es gern verstehen.
  • Stempf
    Freitag, 07.10.2011, 14:23 Uhr
    @Motorstar ich bin bestimmt kein Applefeind und besitze auch einen Ei-Pott (den ich allerdings unter Linux mit Musik beschicke) jedoch sitzt Du genau der Täuschung auf die Apple streut. Weder der Computer mit Graphischer Oberfläche, noch der All-In-One-Computer, noch der MP3-Player, noch das Smartphone, noch der Tablet-Computer wurden von Apple erfunden. Jobs verstand es allerdings genial diese Erfindungen aufzugreifen und aus Geräten, die bisher nur von Geeks oder für den nüchternen Berufseinsatz verwendet wurden Lifestyleprodukte mit "Must have"-Faktor bei breiten Käuferschichten zu machen. Gerade die Reduktion der Möglichkeiten der Geräte mit einer griffigen Bedienoberfläche mit der auch Laien gut zurechtkommen war sogar das Ausschlaggebende. Der Standdartbuissineshorst oder die 19-jährige Diskomatratze wären z.B. mit einem Nokia N900 mit Linux-Kernel und Eingriffsmöglichkeiten bis in die Tiefen des Systems total überfordert auch wenn das N900 Hardwaremäßig und in seinen Möglichkeiten (die allerdings oft nur Technikfreaks ausnützen können) das I-Phone um Längen schlägt. Außerdem hat sich Apple mit der "Äpp" Vermarktung einen großen Markt geschaffen, auf den andere nur nachziehen können. (Als ich programmieren gelernt habe sprach man noch von Programmen und Software, heute hat man "Äpps".........)
  • Alpha1967
    Freitag, 07.10.2011, 13:14 Uhr
    ich habe noch nie einen iMac oder ein Iphone etc besessen oder damit sonst irgendwie zutun gehabt, aber in einen bin ich mir sicher wenn es solche Menschen wie Steve Jobs gar nicht mehr gäbe, dann würde heute noch der vielgepriesene Buschfunk mit irgendwelchen Trommel ala Amazonasbecken existieren und es wäre immer noch nicht das Rad erfunden worden, von daher finde ich es nur bedauernswert, wie hier teilweise über ihn geschrieben wird man muß einen großartigen Menschen nicht damit klein reden, das er sich nicht um jede kleine Einzelheit gekümmert hat, man sollte einfach mal anerkennen, das selbst ein Bill Gates, ohne die Vorarbeit von Steve Jobs, nicht zu seinen Ruhm gekommen wäre, ganz davon abgesehen, das es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch kein Internet gäben würde, wo wir hier alle so schön posten und mancherlei Sinnvolles, wie unnötiges ablassen können
  • Lebreton
    Freitag, 07.10.2011, 13:05 Uhr
    Interessant ist auf jedenfall wie Appel seine Sachen am Markt bringt bzw. überhaupt den Markt kreiert. Appel hat aufjedenfall sowas wie ein schweizer taschenmesser entwicket für die moderne WElt. Allerdings sind die schnittstellen nur mit Appel Geräte kompatible und somit für mich absolut schrottig und nicht schweizermesser like. Elitäre geräte sind sie nur in den köpfen der deppen die sie kaufen.
  • Skeptikerin44
    Freitag, 07.10.2011, 12:55 Uhr
    Also wenn die noch jemanden suchen, der Visionen hat, biete ich mich gern an. MIr fällt bestimmt auch noch was ein ;) Spaß beiseite: ich glaube, dass Aplle jetzt kämpfen muss. Zwar ist das I-Phone schon zum Statussymbol geworden, ähnlich wie es früher ein VW oder im Osten ein Trabi war, trotzdem darf nicht auf der Stelle getreten werden. Das wäre das Aus..
  • Motorstar
    Freitag, 07.10.2011, 12:06 Uhr
    Interessant wie hartnäckig sich bei Apple Feinden dieselben uralten Meinungen halten: "...teils veraltete überteuerte Hardware und in sich geschlossene Betriebsysteme mit Knebelfunktion." Apple hat über die Jahre immer wieder technische Innovationen in den Markt gebracht, Gerätetypen erfunden und Bedienbarkeit optimiert (der iMac "alles-in-einem-Monitor"-Computer, iPod, iPad, iPhone). Alle Geräte sind mühelos miteinander kombinierbar, das iPad kann selbst meine 3jährige Tochter bedienen. Das alles braucht lange Entwicklungszeiten (die bezahlt sein wollen) und ist immer wieder mit rasantem Tempo kopiert worden. Wer da noch nach "billig" schreit vergisst, dass hier Werte geschaffen werden, die bezahlt werden wollen. Das ist wie beim Schuh: Rahmengenäht oder Deichmann, da muss man mal verstehen, dass es Gründe für unterschiedliche Qualitäten und Preise gibt. Die Welt ohne Apple wäre eine andere: Billig zusammengekloppte Systeme, die theoretisch auf dem neuesten Stand sind und dann mit etwas Glück auch manchmal zusammen funktionieren, wenn man Tage mit dem Help-Desk gesprochen hat, neueste Treiber und tägliche Updates installiert und Bedienungsanleitungen gewälzt hat. Und die natürlich alle zwei Jahre durch das noch neuere, billige Zeug ersetzt werden, das wieder genauso wenig funktioniert. Eine Welt in der theoretisch alles miteinander funktioniert und offen ist, und am Ende doch nur ein Haufen billiger Schrott ist und viel Ärger gemacht hat. Da ist Steve Jobs Vision von einfach, langlebig und solide doch wesentlich ansprechender.
  • Halo24
    Freitag, 07.10.2011, 11:35 Uhr
    derselbige das ist quatsch. herr jobs hat es mal gut auf den punkt gebracht: nicht der mensch soll den computer verstehen, der computer soll den menschen verstehen....simpel und einfach.... aber basht ruhig weiter, wen sonst nüscht jeht....lol
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