Quasi als Beweis lagern auf ihren Konten Milliardenbeträge, deren Höhe in der aktuellen "Forbes"-Liste öffentlich dokumentiert ist. Stiftungen wurden und werden mit ihren Geldern ausgestattet, um so rund um den Globus Projekte betreiben zu können, die über Staatshaushalte längst nicht mehr zu finanzieren wären. Die Erfolge der Selfmade-Milliardäre sind also durchaus finanzieller Natur - ausschließlich finanzieller Natur sind sie aber nicht. Denn was diese Männer ebenso eint, ist ein Eingriff in die Geschicke unseres Zeitalters. Anders gesagt: Ihre Entwicklungen beeinflussen unseren Alltag.
Gates: "Von den Uni-Versagern habe ich es am weitesten gebracht"
Ohne ihn wären die PCs und Notebooks nicht das, was sie heute sind. Denn kaum ein heimischer Rechner wird ohne seine Betriebssysteme gestartet. Windows XP, Windows Vista, Windows 7, immer angeblich unausgereift und unsicher, doch täglich weltweit im Einsatz. Den Namen des Mannes hinter diesen Systemen kennen fast alle: Bill Gates, geboren am 28. Oktober 1955, zeitweise als reichster Mensch auf Erden gefeiert und beneidet. Zurzeit muss er sich mit einem Vermögen von rund 56 Milliarden US-Dollar, hinter Telekom-Tycoon Carlos Slim Helú, mit Rang zwei auf der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen weltweit begnügen.
Der Durchbruch gelang Gates, als er dem damals übermächtigen Computer-Riesen "IBM" das Betriebssystem MS-DOS, sozusagen den Vorläufer der heutigen Windows-Betriebssysteme, verkaufte. Gates glaubte schon damals so fest an seine Ideen, dass er sogar sein Studium abbrach, um sich voll und ganz auf seine eigene Firma (Microsoft) zu konzentrieren. Inzwischen hat er das Ehrendiplom der Harvard University und scherzt über sich selbst, dass er es wohl von allen Versagern der Universität am weitesten gebracht hätte.
Steve Jobs: In dem Apfel steckte kein Wurm, sondern Geld
iMacs oder MacBooks stammen nicht von Bill Gates und Windows brauchen diese auch nicht. Denn wie so oft hat das drohende Monopol einen Gegenspieler geweckt. Mit Steve Jobs trat ein zweifellos ebenbürtiger Gegner auf den Plan - für viele, die mit dem iPhone plaudernd ihr Taxi rufen und abends vor dem Fernseher gelangweilt auf dem iPad daddeln, sogar mehr als das. Auch Steve Jobs ist Jahrgang 1955. Wie Gates brach er sein Studium ab, schon nach dem ersten Semester. Und auch er hockte sich mit gut 20 Jahren in eine Garage, um seinen ganz eigenen Ideen nachzugehen. Bastelarbeiten, die auf einigen Umwegen mit "Apple" zum höchstbewerteten Unternehmen der Welt führen sollten. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür: Jobs glaubte an sich und seine Ideen. Vielleicht war er nicht immer und nicht für alle ein Sympathieträger, aber er war konsequent und ehrgeizig. Einige seiner Wahrheiten dürften daher branchen- und zeitübergreifend ihre Geltung behalten: "Wenn du deine Arbeit nicht liebst, wirst du aufgeben" oder "Design ist nicht, wie es aussieht oder sich anfühlt. Design ist, wie es funktioniert", um nur zwei davon zu nennen.
Jobs starb am 5. Oktober 2011 an Krebs. Im März dieses Jahres wurde sein Vermögen von "Forbes" auf gut acht Milliarden US-Dollar taxiert.
Larry Page und Sergei Brin: Die "Google"-Macher
Nachdem der Weg für ein Leben mit Computern geebnet war und diese immer schneller Einzug in unser aller Leben hielten, entdeckten die Menschen deren Vorteile für sich. Anfangs dienten die Geräte noch als edlere Schreibmaschinen oder wurden als spielerischer Zeitvertreib gesehen. Der Siegeszug des Internets änderte dies. Mit am Start zwei Männer, ohne die wir uns wohl noch lange in den Weiten des Netzes verirrt hätten. Larry Page und Sergei Brin (beide Jahrgang 1973) gründeten 1998 das Unternehmen "Google". Ihr Bestreben fassten sie damals in einen Satz zusammen, den sie in den kommenden Jahren mit Bravour in die Tat umsetzten: "Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen."
Das Ergebnis: Der Firmenname ist inzwischen sogar als Verb im deutschen Duden zu finden. Mehr noch: Wenn junge Menschen heute etwas suchen, dann "googeln" sie - selbst dann, wenn es nichts mit dem Internet zu tun hat. Zur reinen Suchmaschine haben sich mittlerweile Hunderte weitere "Google"-Dienste gesellt. Von "AdWords" bis zu "YouTube" und "Picasa" - ein Milliarden-Imperium. Page und Brin teilen sich derzeit in der "Forbes“-Liste Rang 24 mit jeweils knapp 20 Milliarden US-Dollar. Und um ihnen nicht unrecht zu tun: Beide schlossen ihr Studium erfolgreich ab.
Dustin Moskovitz: Der jüngste Selfmade-Milliardär der Geschichte
Was deckt "Google" heute ab? Fast alles. Doch eine große Lücke blieb: Das soziale Netzwerk. Ein neuer Trend, den Mark Zuckerberg, noch einmal elf Jahre jünger als Page und Brin, in Geld zu verwandeln wusste. Viel Geld. Im Jahre 2004, Zuckerberg studierte damals an der Harvard Universität (beendete das Studium aber ohne Abschluss), gründete er mit drei weiteren Studenten den Dienst "Facebook". Er war zunächst auf den internen Einsatz in der Universität beschränkt. Damals konnten die Studenten lediglich die Bilder anderer Kommilitonen anschauen und bewerten. Schnell wurde das Konzept erweitert und zog immer mehr Studenten in seinen Bann. Schrittweise wurde "Facebook" auch für andere Universitäten geöffnet, um letztendlich für alle Menschen zugänglich zu sein. Inzwischen ist "Facebook" in der sozialen Kommunikation für viele Online-User die erste Anlaufstelle im Internet. Die Zahl der Nutzer soll sich auf rund 800 Millionen belaufen. Der Börsengang ist für 2012 geplant. Geschätzter Wert des Unternehmens: Bis zu 100 Milliarden Dollar. Damit dürfte auch Zuckerberg in der "Forbes"-Liste von Rang 52 (13,5 Milliarden US-Dollar) ganz weit nach oben schnellen.
Ohnehin galt der heute 28-Jährige eine Zeit lang als jüngster Selfmade-Milliardär der Welt. Diesen Rang musste er allerdings an den um wenige Tage jüngeren Dustin Moskovitz abtreten, der als Ironie der Geschichte mit zu den "Facebook"-Gründern gehört. Moskovitz hält zwar nur rund sechs Prozent am Unternehmen - Milliarden wert sind diese jedoch allemal.
Welchen wirtschaftlichen Stellenwert die Branche der Informationstechnologien innehat, lässt sich aus der "Forbes"-Liste gut ablesen. Unter den Top 50 finden sich allein zehn Milliardäre, die sich diesem Sektor direkt zuordnen lassen - darunter etwa Larry Ellison (Oracle), Michael Dell (Dell) und Steve Balmer (Microsoft). Und alle Einträge ziert der Zusatz "selfmade".
© Leadsatz
24 Meinungen zu "Vom Nobody zum Milliardär"
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SunManDan
Montag, 19.03.2012, 12:01 Uhr ich seh das so: respekt an selbstständige leute wie steve jobs! das is ne menge stress den sich da ein mensch aussetzt vorallem wenn es um so hohe beträge geht... ich könnte mit sonem stress nich umgehn, davon abgesehen das ich nicht so begabt bin wie er.... anderseits macht geld auch nicht "jeden" glücklich :D ich kann mit 1500€ im Monat leben....mehr wäre nicht schlecht....und weniger eine weiter herausforderung.... Leute scheißt aufs Geld und sucht euer Glück mit anderen Menschen! -
timeleck
Dienstag, 10.01.2012, 16:20 Uhr Nicht jeder hat das Zeug und den Willen zum Unternehmer. Darum heißt es ja Selbstständig: selbst und ständig . Und nicht nur von 09-17.00 uhr tucklen. Die Leute haben was geleistet, sich Nächte um die Ohren gehauen weil sie an sich geglaubt haben. Tolle Vorbilder..... mehr davon..... Und es gibt Sie nicht nur im IT Bereich -
ExtremUser
Dienstag, 10.01.2012, 14:30 Uhr Ich kenne die Tochter einer Migrantenfamilie, die von H4 leben. Die Tochter geht jetzt inzw. aufs Gymnasium und gehört zu den besten. Sie ist wohlerzogen und wurde nicht zu irgendwelchen Dingen gezwungen, die in dem Heimatland der Eltern üblich sind. (zum Glück) Also Erfolg hat NIX mit Geld zu tun, sondern mit Wille, Fleiß und Durchsetzungsvermögen. Das haben aber eben nicht sehr viele Menschen.... -
Wachteli
Dienstag, 10.01.2012, 13:54 Uhr Gesehen auf die Masse der Menschheit geht die Quote doch im allgemeinen Armuts-Rauschen unter. Klar gibt es Menschen die es geschafft haben, dazu benötigten Sie allerdings nicht nur ihr eigenes Können sondern auch die passenden Umstände aus Ihrem Umfeld. Die Idee kann so gut sein wie sie will, wenn das Umfeld nur aus Mauern und Lobbys mit viel Kohle besteht wird die Idee entweder geschluckt oder geht unter. Zur Einstellung zum Geld was einige hier schreiben: Die Frage ist ja schlechthin, IST es erstrebenswert Millionen/Milliarden anzuhäufen??? Diese Frage muss jeder für sich beantworten und danach handeln. Ich komme wenn man den Finanzen meiner Eltern nach geht aus der Unterschicht (böses Wort), wurde sparsam erzogen, studierte dennoch und habe die 10.000 EUR Bafög bereits abbezahlt. Habe mein geregeltes Einkommen, lebe weiterhin spatanisch(teils auch um Reize für mein ADS auszuschalten) und vermisse nichts was ich für MEIN Leben bräuchte. Ziele habe ich dennoch und arbeite daran diese zu erreichen. Nehmen wir nun die Selfmade Milliardäre: Der Reichtum entstand nicht rein aus der Idee heraus sondern über die Jahre gesehen auf Kosten vieler Menschen die ihre Leben nichts anderes machten/machen werden als wie Maschinen am Band zu stehen bis sie durch genau diese ersetzt werden. Das Gates & Co gute Unternehmenslenker sind kann keiner abstreiten, allerdings leben Sie mit Ihrem Geld auf einer anderen Ebene und das Geld was dann in humanitäre Zwecke fließt sieht dann schon oft wie blanker Hohn aus. Vielleicht denke ich auch in zu kleinem Rahmen und das ganze muss so sein, allerdings führt mich das immer wieder zur Frage muss so gehandelt werden oder ginge es nicht auf kleinerem Niveau dafür in der Masse.
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Der Countdown zur EURO 2012 läuft...


