Meilenentwertung: Vielflieger verklagt Lufthansa
Die Fluggesellschaft hatte zum Jahresbeginn 2011 die Geschäftsbedingungen geändert und damit allgemein die Prämien für gesammelte Meilen gesenkt. Auf einen Schlag hatte sich dadurch das Konto des Hamburger IT-Professors Tobias Eggendorfer nach eigenen Angaben um rund 30 Prozent entwertet. "Ich kann nicht nachvollziehen, wie man einen potenziellen Kunden, der Geld im Laden lässt, verjagt", sagte Eggendorfer am Freitag. Für einen Hin- und Rückflug der Business-Klasse in die USA verlangt die Lufthansa beispielsweise 15 000 Meilen mehr als zuvor.
Auf eine Entschädigung konnten sich die beiden Parteien beim Prozessbeginn am Montag vor dem Kölner Landgericht nicht einigen. Im Vorfeld des Verfahrens mit einem Streitwert von 20 000 Euro hatte die Lufthansa angeboten, Eggendorfers "Miles and More"-Konto 45 000 Prämienmeilen als Entschädigung gutzuschreiben. Dieser fühlte sich beleidigt. "Das jetzige Angebot ist eine Unverschämtheit", sagte Eggendorfer. "Da können sie mir auch eine Flasche Sekt schicken", sagte der Informatiker nach dem Verhandlungstermin. Seine Anwälte fordern 500 000 Meilen als Wiedergutmachung. Eine Entscheidung wird beim nächsten Verhandlungstermin am 2. März erwartet.
Die Fluggesellschaft wollte am Freitag zum Verfahren keine Stellung nehmen. "Zu laufenden Prozessen äußern wir uns grundsätzlich nicht", sagte ein Unternehmenssprecher. Man sei aber der Auffassung, die Änderungen rechtzeitig angekündigt zu haben. "Unsere Rechtsauffassung ist, dass wir unserer Kommunikationspflicht nachgekommen sind", sagte der Sprecher. Auf der Homepage des Bonusprogramms, im Vielflieger-Magazin und im Newsletter habe man die Kunden informiert. Eggendorfer hält dagegen: Der Hinweis sei im Internet nur versteckt und im Kundenmagazin sogar zu spät publiziert worden.
Viele Lufthansa-Kunden sind empört und haben sich hinter Eggendorfer gestellt. "Erschreckend viele haben mich per Mail kontaktiert und mir für den Prozess alles Gute gewünscht", sagt der 35-Jährige. Vielflieger erwarten das Urteil mit Spannung. "Das schlägt in der Gemeinde der Vielflieger enorme Wellen", sagte der Anwalt einer Münchner Kanzlei, der am Freitag als Beobachter am Kölner Gericht erschienen war. Bis zum April rechnet seine Kanzlei mit rund 1000 Mandaten von Lufthansa-Kunden, die zu einer Sammelklage gegen die Fluggesellschaft zusammengefasst werden könnten.
Bis Ende 2010 haben sich die rund 20 Millionen Kunden des Bonusprogramms nach Angaben der Lufthansa 198 Milliarden Meilen erflogen. Gegenwert seien heute 1,88 Millionen Business-Tickets in die USA nach zuvor 2,2 Millionen, hatte die "Financial Times Deutschland" errechnet. Bei einem Ticketpreis von 3000 Euro ergibt sich daraus eine Differenz von 960 Millionen Euro.
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freieliebe
Freitag, 17.02.2012, 09:14 Uhr Ja das ist eine Sauerei was da Lufthansa mit den Meilen gemacht hat. Es wurde auch nur ganz knapp frühzeitig angemeldet. Ich habe Meilen gespart um mit meinen Kindern (4) einen Amerikaflug zu machen und schwuppdiwupp habe ich plötzlich nichtmehr genug Meilen für Freitickets. Wenn mir jemand dei Mail vom anwalt geben kann ich will mich dieser Klage anschliessen. vielen Dank Stephan Kocher zur Zeit in Nepal arbeitend -
Nikioko
Donnerstag, 02.02.2012, 10:46 Uhr Wer wissen will, wie man das mit den Bonusmeilen richtig macht, der frage Cem Özdemir. -
Alinghi
Montag, 30.01.2012, 12:53 Uhr @ Happsion Mal ganz entspannt durch die Hose atmen. In der Schule würde ICH sagen, mal bitte die GANZE Aufgabe lesen, dann wüsstest du, wie sich das Thema entwickelt hat! -
happsion
Sonntag, 29.01.2012, 15:04 Uhr @Alinghi + Bambi959 In der Schule würde man sagen: "Am Thema vorbei, 6! Wie der Professor die Meilen erflogen hat, ob dienstlich oder privat, ist doch überhaupt nicht Gegenstand des Streits. Lesen und wenns hilft .... Fielmann -
Bambi959
Sonntag, 29.01.2012, 14:29 Uhr @Alinghi Sehe ich genauso und ich finde die Regelung im öff. Dienst auch ziemlich unsinnig, ist aber leider so und wird sich, zumindest für den normalen Bedinsteten kaum ändern. Selbst bei der Bahn muß man die für Verspätung erhaltenen Gutschriften an den Arbeigeber abtreten, obwohl ja nicht der Arbeitgeber Stunden am Bahnhof gestanden hat und seine Freizeit geopfert hat (Reisezeit ist nämlich keine Arbeitszeit bei uns). Auch diese Regelung finde ich total idiotisch - ist aber leider so. Da finde ich die von dir beschriebene Regelung viel besser und vor allem ehrlicher. Wenn jemand seine Freizeit opfert, dann sollte er wenigstens an anderer Stelle einen kleinen Ausgleich dafür erhalten. -
Alinghi
Sonntag, 29.01.2012, 14:03 Uhr @ Bambi Ok, im öffentlichen Dienst kenne ich mich da nicht so aus. In der freien Wirtschaft ist das aber nach meiner Erfahrung anders geregelt. Und das finde ich auch fair. Ein Freund von mir fliegt für das Unternehmen jedes Jahr ca. 150.000 Meilen. das kann er gar nicht nur in der Arbeitszeit machen. Er fliegt z. B. am Sonntag los, um dann am Montagmorgen rechtzeitig zur Konferenz am bestimmungsort zu sein. Dann fliegt er spätnachmittags/abends wieder los und sitzt am nächsten Vormittag wieder im Büro. Dabei sind zwei Nächte seiner Privatzeit draufgegangen, warum sollte er dann diese Meilen nicht auch privat nutzen können. -
Bambi959
Sonntag, 29.01.2012, 13:35 Uhr @Alinghi Wie bereits vorher ausgeführt weiß ich mit Sicherheit, dass dies im öffentl. Dienst verboten ist und schlimmstenfalls zur Kündigung führen kann. Da Universitäten und Hochschulen im allgemeinen auch zum öffentl. Dienst gehören, wäre es m.E. sehr wohl interessant zu wissen, wie sie genutzt werden sollten. Da ich lange Jahre im öffentl. Dienst in diesem Bereich tätig war weiß ich, das es sehr schwer ist, diese Bonusmeilen für dientliche Flüge zu nutzen, da man so weit im voraus buchen muss, das es da immer wieder zu Problemen kommt. Ich halte von daher diese Regelung auch nicht für sonderlich sinnvoll, aber was ist in unserer momentanen Politik schon sinnvoll?
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