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28.01.2012, 13:57 Uhr

Land bietet möglichen Schlecker-Investoren Hilfe an

Stuttgart (dpa) - Das Land Baden-Württemberg stellt potenziellen Investoren der insolventen Drogeriekette Schlecker staatliche Hilfe in Aussicht.

"Sollte das Insolvenzverfahren auf eine Investorenlösung hinauslaufen und ein Investor ein tragfähiges Konzept vorlegen, ist eine Bürgschaft des Landes Baden-Württemberg denkbar", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) der "Wirtschaftswoche". Darüber hinausgehende finanzielle Unterstützung schloss Schmid aus: "Direkte Hilfskredite an Schlecker wird es aber nicht geben."

Nach einer Analyse der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat Schlecker hat in den vergangenen fünf Jahren rund sechs Millionen Kunden verloren. "Allein 2011 wanderten rund zwei Millionen Kunden ab", sagte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth dem Blatt. Rund 40 Prozent von Schleckers "verlorenen Umsätzen" landeten laut GfK bei Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann. "Aber auch Supermärkte und Lebensmitteldiscounter konnten profitieren", so Adlwarth. Verantwortlich für den Kundenschwund sei auch das schlechte Image der Kette.

Handelsexperten empfehlen Schlecker derweil zur Bewältigung der Krise auf den Markennamen "Ihr Platz" zu setzen. Zwar sei Schlecker eines der bekanntesten Handelsunternehmen Deutschlands, sagte der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Manfred Hunkemöller, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Der Ruf der Kette sei aber schwer belastet. "Die Diskussionen um Dumpinglöhne und Mitarbeiterschikanen bleiben beim Kunden in Erinnerung", so Hunkemöller.

Ähnlich sieht es der Art Directors Club Deutschland: "Als Marke hat Schlecker seine letzte Chance gehabt und verspielt. Der alte Name und Markenauftritt, wie man ihn vielerorts noch sieht mit engen, dunklen Läden und weiß-blauem Blockschrift-Logo, steht für den Unterschicht-Billig-Drogeriemarkt. Das war nicht Erlebniseinkauf, sondern Warenausgabestation", sagte Präsident Jochen Rädeker der "Wirtschaftswoche".

Hunkemöller empfahl dem insolventen Drogerieriesen zu prüfen, alle Filialen unter dem Namen der Tochtergesellschaft "Ihr Platz" firmieren zu lassen. Nach Untersuchung des IFH genießen die Schlecker-Konkurrenten dm und Rossmann ein deutlich besseres Image unter den Verbrauchern als Schlecker.

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  • lizz12
    Dienstag, 31.01.2012, 17:49 Uhr
    Was ist das denn schon wieder? Sind wir wieder bei Schröder angelangt? das bringt doch gar nichts! Wenn man nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat/ erkennen will, bringt das alles nichts, davon kann man kein insolventes Unternehmen aufrecht halten! Dis ist reine Geldverschwenderei! Die sollen sich damit abfinden, dass Schlecker Geschichte ist und nun ein anderer Wind weht. Entweder wird die ein oder andere Filiale von dm oder Roßmann übernommen oder sie wird für immer geschlossen, aber kein Schlecker mehr! Das war´s!
  • Koala1980
    Dienstag, 31.01.2012, 17:41 Uhr
    Das ist mal typisch...man ändert den Namen, weil die "bösen" Verbraucher ein einziges Mal nur auf die menschenverachtenden Zuständen in einem Unternehmen reagiert haben und alles soll wieder gut sein - finanziert vom Steuerzahler, von den Menschen, die aus gutem Grund ihr Geld NICHT mehr bei diesen Ausbeutern lassen wollen! 6 Millionen abgewanderte Kunden sprechen wohl für sich. Die SPD sollte sich mal irgendwann wieder entsinnen, dass der eigentliche Grund für ihre Existenz die Erschaffung und Wahrung von Arbeitnehmerrechten ist! Dafür Geld auszugeben ist ein Skandal. Wüsste mal gern wer da wieder mal "eingeladen" wurde. Zum Kotzen ist das
  • DerLuckystar
    Dienstag, 31.01.2012, 16:22 Uhr
    Schlecker macht insolvenz, kassiert staatliche Gelder und macht unter evtl. unter neuen Namen nur noch große Filialen auf. Es werden ganz sicher Mitarbeiter entlassen, und dann durch neue billige Zeitarbeiter bzw. 400,- Eurojobber ersetzt. So wird es aussehen!
  • Abadija
    Montag, 30.01.2012, 17:48 Uhr
    Das ist doch nur bezeichnend für die Politik hier in Deutschland: Anstatt die Familie Schlecker auch mal zur Kasse zu bitten, müssen nun wieder wir Steuerzahler ran. Das ist wie in Griechenland: Die Milliardäre , auch Schleckers gehören dazu, lassen sich saugut gehen und wir Stimmvieh bezahlen wieder bis ins Unendliche. Warum stoppt denn keiner den Wahnsinn, was erhalten die dafür zuständigen Politiker in BW wohl dafür an privaten Zuwendungen??
  • etecgerm
    Montag, 30.01.2012, 14:59 Uhr
    Das wäre doch sicher auch Wettbewerbsverzerrung! Andere Drogerieketten (DM, Rossmann, Müller) bekommen es doch auch hin, vernünftig zu Wirtschaften, also lasst doch Schlecker über die Klinge springen! Wenn an einem Standort Bedarf für eine Drogerie ist so wird dieser von einem anderen Unternehmen erschlossen, von daher braucht man sich um die Arbeitskräfte eigentlich gar keine Gedanken zu machen. -Im Gegenteil, nach den Skandalen um Schlecker bleibt eigentlich sogar zu hoffen, dass dies geschieht!
  • deutschtrottel2011
    Montag, 30.01.2012, 14:53 Uhr
    Ich glaube ich muss kotzen gehen. Darf denn jeder, ausser der kleine Mopp und Steuerzahler, Unternehmen an die Wand fahren und der Staat hilft??? Anton Schlecker hat ein geschätztes Vermögen von 3 Milliarden Euro. Der soll erst die Kohle verbrauchen bis er staastliche Hilfe bekommt. Das muss jeder Hartz-4 Bezieher machen. Aber unser Staat hats ja. Es ist doch das unternehmerische Risiko was zählt. Egal wieviele Arbeitsplätze dahjinter stehen. Es wird sowieso Entlassungen geben. Sozialpläne auch, aber nur für das Management, diese überbezahlten Gurkenhobler. Somit gibts noch schnell fette Abfindungen und danach den neuen Job bei Ihr Platz. Sorry, das ist unter meinem Niveau. Wenn der Geld vom Staat bekommt, dann bekommt der nicht mal einen Cent von mir. Ich hoffe Millionen andere machen es genauso.
  • Bubgebube
    Montag, 30.01.2012, 11:43 Uhr
    Die Politik war immer schon ein A...kriecher der großen Unternehmen. Die Teppichhersteller kommen mit der Produktion der roten Teppiche gar nicht mehr nach, deren Hauptabnehmer die Politk ist. Von so viel Entgegenkommen können Kleinbetriebe nur träumen wenn es ihnen schlecht geht.
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