"Gabriele gibt Gummi"
Im September 2007 kamen die angeblich berühmtesten Handschuhe Deutschlands unter den Hammer. Sie gehörten Gabriele Pauli, damals Landrätin und CSU-Rebellin, und hatten kurz zuvor für viel Furore gesorgt.
Pauli bot bei Ebay jene Latex-Handschuhe feil, die sie bei einem Fotoshooting im Domina-Look für die Zeitschrift "Park Avenue" zierten. Eine bayerische Politikerin macht Fetischfotos, das war für manchen Parteigenossen schon ein starkes Stück. Der Skandal um die "schöne Landrätin" beherrschte wochenlang die Schlagzeilen.
Jetzt waren die potentiell geschichtsträchtigen Gummi-Accessoires also zu ersteigern, das Geld sollte einem guten Zweck gespendet werden. Für stattliche 1.131 Euro bekam schließlich ein Bieter namens "Bollulloo" den Zuschlag – was das Objekt der Begierde wohl zum teuersten jemals in Deutschland versteigerten Paar Latex-Handschuhe machen dürfte.
Die Posse um die Pauli-Devotionalie hatte noch ein Nachspiel. Hinter dem Namen "Bollulloo" verbarg sich nicht irgendein Ebay-Kunde: Ausgerechnet Stefan Kuchenmeister hatte das Höchstgebot abgegeben, ein Parteikollege und guter Bekannter der Landrätin – und zudem derjenige, den Pauli mit der Vermarktung der Versteigerung beauftragt hatte. Kuchenmeister konnte sich die Handschuhe dann also selbst übergeben, der PR-Schuss ging nach hinten los. Das Geld hat er hoffentlich trotzdem gespendet.
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