Ist ja der Hammer!
Selber renovieren muss nicht sein: Handwerker sind auch über das Internet zu finden. © Fotolia/bella
Wie funktionieren Handwerker-Börsen?
In diesen Börsen suchen Privatleute einen Handwerker. Dazu beschreiben sie die Aufgabe und nennen einen Preis, den sie dafür zahlen wollen. Betriebe, selbstständige Handwerker, aber auch handwerklich talentierte Privatleute können den Preis unterbieten oder ein höheres Gegenangebot abgeben.
Wie wähle ich einen Handwerker aus?
Nach Ende der Ausschreibung kann sich der Auftraggeber entweder einen beliebigen Bieter aussuchen oder den Auftrag gar nicht vergeben. Aber Vorsicht: Bei allen Portalen bis auf Blauarbeit muss sich der Auftraggeber innerhalb einer bestimmten Zeit ("Prüffrist") entscheiden. Macht er das nicht, verfällt der Auftrag entweder von alleine oder er geht automatisch an den Bieter mit dem niedrigsten Gebot. Tipp: Je besser und ausführlicher Sie den Auftrag beschreiben, desto mehr gute Gebote gibt es.
Woran erkenne ich einen guten Handwerker?
Ob ein Bieter für einen Auftrag geeignet ist, zeigen diese Punkte: Bewertung: Viele gute Kundenbewertungen belegen, dass der Bieter schon viele Aufträge erhalten und dabei gute Arbeit geleistet hat. Qualifikation: Ausbildungsnachweise, die ein Handwerker bei der Börse eingereicht hat, erscheinen in seinem Profil. Ist die Liste der Ausbildungsnachweise lang, versteht er in der Regel sein Handwerk. Wichtig: Die Qualifikation sollte zu den Anforderungen des ausgeschriebenen Auftrags passen. Professioneller Anbieter: Ein Gewerbeschein allein macht noch keinen Profi. Seriöse Betriebe sind zusätzlich an einem Meister- oder Gesellenbrief zu erkennen. Ist der Betrieb bei einer Handwerkskammer eingetragen, steht auch das im Profil. Versicherung: Sind die Profi-Handwerker gegen mögliche Schäden versichert, die bei der Ausführung der Arbeiten entstehen können, ist das ebenfalls an einem entsprechenden Eintrag in ihrem Profil zu erkennen.
Wann lohnen sich Handwerker-Börsen?
Handwerker-Börsen sind ideal für mittelgroße Aufträge im Wert von ein paar hundert Euro - etwa Malerarbeiten oder Entrümpelungen. Bei großen Projekten wie einer Haus-Sanierung ist aber es meist sinnvoll, sich direkt an einen Profi-Betrieb zu wenden.
Wie schütze ich mich vor Schwarzarbeitern?
Schwarzarbeiter gibt es aufgrund der strengen Qualifikations-Kontrollen der Portale so gut wie keine. Dennoch sind scharze Schafe nie ausgeschlossen. Erste Absicherung: Verlangen Sie eine ordentliche Rechnung.
Das sagt der Anwalt
Wie stelle ich fest, ob ein Auftragnehmer wirklich legal und qualifiziert arbeitet? Lassen Sie sich nach Erteilung des Auftrags eine Bestätigung mit Firmenname und Adresse schicken. Überprüfen Sie gegebenenfalls die Qualifikationsnachweise bei der jeweiligen Handwerkskammer.
Kann der Auftragnehmer mehr Geld verlangen als vereinbart?
Im Normalfall nicht. Der Auftragnehmer ist verpflichtet, sich an die Vereinbarungen zu halten, die mit Erteilung des Auftrags geschlossen wurden. Wenn aber die Auftragsbeschreibung falsche oder unvollständige Angaben enthält oder wenn der Auftragnehmer nachträglich Zusatzarbeiten erledigen soll, kann er auch mehr Geld vom Auftraggeber fordern.
Das sollten Sie vermeiden!
Mit einer guten Auftragsbeschreibung steht und fällt der Erfolg einer Ausschreibung. Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden:
Falscher Startpreis
Startpreis zu hoch: Liegt der Startpreis weit über dem üblichen Preis eines Handwerksbetriebs, erhält der Auftrag viele Angebote. Die liegen zwar unter dem Startpreis, sind aber nicht günstig. Startpreis zu niedrig: Ein Startpreis weit unter einem marktüblichen Angebot erhält kaum Angebote oder nur solche, die sehr viel höher liegen. Tipp: Suchen Sie in der Handwerker-Börse nach ähnlichen Aufträgen, und richten Sie sich nach den dort angegebenen Startpreisen.
Vage Auftragsbeschreibung
Auftragsbeschreibung zu kurz: Fehlerhafte oder unvollständige Auftragsbeschreibungen sorgen für Ärger. Meist verlangt der Handwerker dann mehr Geld, oder er verweigert die Ausführung komplett. Tipp: Beschreiben Sie jedes Detail der auszuführenden Arbeit. Listen Sie zudem genau auf, welche Arbeitsmittel der Handwerker stellen soll. Extra-Leistungen, etwa die Entsorgung von Schutt, müssen ebenfalls aufgeführt werden. Bevor Sie einen Auftrag für umfangreichere Arbeiten erteilen, sollten Sie einen Besichtigungstermin vor Ende der Prüffrist vereinbaren.
Ungünstiger Ausführungstermin
Ausführungszeitraum zu kurzfristig: Kein Anbieter weiß schon bei Abgabe eines Gebots, ob er am Ende auch den Zuschlag erhält. Bieter halten sich darum zurück, wenn Sie nach Ausschreibungsende nicht genügend Zeit für die vernünftige Planung der Ausführung haben. Tipp: Legen Sie den Termin zur Ausführung der Arbeiten nach Möglichkeit ein bis zwei Wochen nach Ende der Prüffrist. Noch weiter in der Zukunft sollte er aber auch nicht liegen, denn so langfristig können vor allem kleinere Betriebe selten planen.
© Axel Springer AG
1 Meinungen zu "Der richtige Mann für den Job"
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neutralo1971
Dienstag, 14.02.2012, 16:28 Uhr Warum sollte man sich vor Schwarzarbeitern schützen?
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Der Countdown zur EURO 2012 läuft...


