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31.01.2012, 16:00 Uhr

Von Stuck bis Folie

Eine Zimmerdecke muss nicht nur Lasten tragen. Sie stabilisiert die Wände und unterstützt so die Standsicherheit eines Hauses. Doch neben dieser Funktion soll eine Decke auch noch "schön" sein und den Raum möglichst aufwerten.

Schallschutz mit beachten

Deutlich wird die Verknüpfung von Nutzen und Stil beim Schallschutz, der dazu beiträgt, dass Schrittgeräusche, Musik und Lärm nicht oder nur gedämpft in andere Wohnbereiche dringen. Ein Beispiel: Eine dicke Schicht Dämmmaterial verschwindet unter einer abgehängten Decke, während gleichzeitig eine Holzverkleidung der Decke optische Akzente setzt. Oder: Die elektrischen Zuleitungen der Deckenbeleuchtung werden unter einer Gipsfaserplatte versteckt.

Auf Möblierung abstimmen

Reinweiß drückt die Stimmung

Farbprofessor rät, Farben nach Stimmung der Räume zu wählen. >

Die Gestaltung der Decke sollte auf die Möblierung und die Raumproportionen abgestimmt sein. Ansonsten ist die Materialauswahl letztlich reine Geschmacksache. Denn Werkstoffe für die Bekleidung von Decken gibt es genug: Tapeten in allen Macharten, Holz-, Paneel- und Kassettendecken in farbigen Variationen und Maserungen, Putze oder auch Spanndecken.

Spezialputz einsetzen

Wer auf die gute alte Tapete an der Decke nicht verzichten will, kann durch einen extravaganten Farbton auch einen persönlichen Akzent setzen. Die Trendtöne für ein schöneres Zuhause reichen von einem tiefen Violett bis zu karibischem Blau. Ein zarter Lavendelton erinnert an den Urlaub in der Provence, während ein schimmernder Perlmutt-Ton etwas Glamour in die vier Wände bringen kann.

Praktische Variante Vliestapeten

Die Vliestapete erweitert die Tapetenpalette um eine praktische Variante. Mit einem Spezialkleister an die Decke geklebt, lassen sie sich im späteren Renovierungsfall trocken wieder abziehen. Diese Tapetenart wird ohne vorheriges Einweichen verklebt, da das Trägermaterial aus feuchtigkeitsbeständigen, maßstabilen Vliesfasern besteht. Für den Deckenanstrich eignet sich eine wischfeste Dispersionsfarbe.

Edelputz als Kontrastprogramm

Den Hochglanzoberflächen der mobilen Welt setzen viele Menschen zu Hause besonders natürliche Materialien entgegen, die mit möglichst traditionellen Techniken verarbeitet oder bearbeitet werden. Edelputze aus Gips oder Kalk - statt dort verklebter Tapeten - beispielsweise strukturieren Deckenoberflächen, machen den Raum lebendig und setzen bei der Verarbeitung keine handwerklichen Fertigkeiten voraus.

Spezialwerkzeug wird nicht benötigt

Das Verputzen ist so einfach wie das Streichen mit der Malerwalze. Moderne mineralische Dekorputze kommen ohne Spezialwerkzeuge wie Traufel und Glättkelle aus. Sie sind fix und fertig gemischt und werden direkt aus dem Eimer verarbeitet. Geeignet ist dafür so gut wie jeder festsitzende Untergrund. Die Wände bleiben atmungsaktiv und diffusionsoffen. Das heißt: Die Wand kann überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben und so ihre Funktion für ein gesundes Raumklima erfüllen.

Kalklasur schafft interessante Effekte

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Interessante Deckeneffekte schafft auch eine Veredelung mit Kalklasur, etwa mit einem Kalk-Glanzspachtel. Bienenwachsbalsam und Pigmente verleihen einen sanften, natürlichen Tiefenglanz. Eine besondere Note bringt die Gold- oder Perlmuttglanzlasur. Durch das Auftragen in mehreren Schichten erreicht man einen marmorartigen Effekt.

Ungewöhnlich: Spanndecken aus Folien

Nahezu unbekannt als Deckenverkleidung für private Wohnräume sind Spanndecken. Dabei ist das Folienmaterial reißfest, wasserdicht, antistatisch, staubfrei und pflegeleicht. Vorzüge, die in Gewerbe- und Industriebauten schon länger genutzt werden. Recht unkonventionell hingegen ist die Verlegung von Spanndecken in Wohnräumen. Für das Einspannen der Deckenfläche muss der Raum auf 40 Grad Celsius erwärmt werden. Dadurch wird das Folienmaterial elastisch und lässt sich leichter verarbeiten. Die Folienplane wird dann in spezielle Wand- und Deckenleisten verankert. Nach Auskühlen des Raumes erhält die Decke ihre Endspannung. Das spezielle Verankerungssystem aus Profilleisten ermöglicht, dass die Bespannung jederzeit teilweise oder komplett aus- und eingehängt werden kann.

Vorteil: Geringes Gewicht

Durch das geringe Eigengewicht der Spanndecke, pro Quadratmeter sind es etwa 180 bis 200 Gramm, gibt es keine statischen Gewichtsprobleme. Die geringe Einbauhöhe von nur 28 Millimetern ermöglicht auch die Verkleidung in Räumen mit niedriger Raumhöhe. Freitragend kann damit eine Fläche von bis zu 50 Quadratmetern überbrückt werden. Eine Spanndecke ist ein Unikat, das für jeden Raum maßkonfektioniert wird.

Leisten geben letzten Pfiff

Raffinierte Leisten-Systeme können einem Raum den letzten Pfiff geben. Auch Sonderlösungen mit Friesausstattung zur individuellen Teilflächengestaltung der Decke sind heute "in". Friese sind schmale Streifen, die als Rahmen, Abgrenzung oder Dekoration von Wänden und Decken dienen und als Abschluss oder Designelement genutzt werden. Damit können Räume eindrucksvoll in Szene gesetzt werden.

Arbeitsbühne benutzen!

Die gestaltende Arbeit an der Decke ist nicht leicht. Deshalb sollte man bei der Deckenverschönerung eine Arbeitsbühne benutzen. Dann geht die "Überkopf-Arbeit" so einfach, fast wie sonst an der Wand. Ohne diese Erleichterung könnte die Tätigkeit unter der Decke kompliziert und anstrengend werden.

© Axel Springer AG

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