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07.08.2012, 12:18 Uhr

Feilschen ist Pflicht

Werktags sind sie friedliche Hausfrauen, fleißige Bauarbeiter oder gemütliche Rentner. Doch wenn der Sonntag naht, erwacht in jedem von ihnen ein knallharter Kaufmann. Da wird gehandelt wie im Orient: "Zwei Euro", "Einen!", "Niemals!", "Na gut, 1,50", "Einverstanden, aber nur, weil ich dich sympathisch finde." Gespräche wie diese gibt es auf dem Flohmarkt zuhauf.

Jagd nach Schnäppchen

"Flohmarkt macht einfach süchtig", bringt Brigitte das bunte Treiben auf den Punkt. Die Norddeutsche ist häufig am Wochenende auf Märkten unterwegs. Die Jagd nach Schnäppchen treibt sie an. Feilschen ist Pflicht: "Heute habe ich bereits zwei Pullover und eine Bluse für sechs Euro gekauft. Die Pullover habe ich jeweils um 1,50 Euro herunter gehandelt", freut sie sich. Die beste Ware geht gleich morgens weg, das wissen erfahrene Flohmarkt-Gänger. "Deshalb war ich schon um 7.30 Uhr da", sagt Brigitte.

Geliebte Tradition

Nicht wegen der Schnäppchen, sondern wegen der Einnahmen ist Klaus auf Flohmärkten. Er verkauft vor allem Schallplatten. "Das Geschäft läuft nicht mehr so gut wie zu D-​Mark-​Zeiten", erzählt der erfahrene Händler. Aber für ihn sei es eine geliebte Tradition, auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Internet-Verkaufsbörsen könnten da nicht mithalten. So sieht das auch Emil am Stand nebenan. "Es ist einfach schön, mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen und um die Ware zu verhandeln."

Alles, was raus muss

Beate geht mit ihrem Mann einmal pro Jahr zum Flohmarkt. "Wir sammeln alles zusammen, was raus muss, zum Beispiel Vasen, Bücher oder Taschen", sagt sie. Dann wird verkauft -​ und das sehr erfolgreich: "Letztes Mal haben wir 220 Euro eingenommen", erzählt sie. Diesmal hat sie viele Sachen von ihren Kindern dabei. "Die sind nämlich gerade ausgezogen."

Kinderkleidung und Spielzeug

Gegenüber wartet Jennifer auf Kunden. Auf ihrem Verkaufstisch stapeln sich Kinderkleidung und Spielzeug. "Alles von meinen Söhnen", sagt die dreifache Mutter. Ins Auge fällt eine Holzente. "Sie klackert, wenn die Kinder sie hinter sich herziehen", erzählt Jennifer. "Zwei meiner Söhne haben mit ihr die ersten Schritte gemacht." Sie hofft, dass bald ein anderes Kind Freude an der Ente hat.

© Axel Springer AG

Alle News vom: 7. August 2012 Zur Übersicht: Freizeit

1 Meinungen zu "Tummelplatz für Schnäppchen"

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