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16.07.2012, 15:25 Uhr

Reinhold Messner kritisiert "Massenauftrieb" in Bergen

Berlin (dpa) - Der Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner hat die fehlende Erfahrung vieler Hobby-Kletterer in der Natur kritisiert. Kletterhallen mit festen Griffen und Absicherungen hätten nichts mit Alpinismus zu tun, sagte der 67-Jährige am Montag im Deutschlandradio Kultur.

Auf dem Montblanc oder dem Matterhorn herrsche mittlerweile "ein Massenauftrieb, doch werden die Leute nicht angehalten, diesen langen Lernprozess auf sich zu nehmen zwischen dem Klettern im Als-ob-Gefahrenraum und der Wildnis draußen". Am Berg sei die Natur - und die sei "alle Tage neu und alle Tage kreativ. Und die Fehler im Zusammenhang Mensch und Berg macht nur der Mensch. Denn die Natur kann keine Fehler machen." In den vergangenen Tagen waren mehrere Bergsteiger im Montblanc-Massiv ums Leben gekommen.

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6 Meinungen zu ""Massenauftrieb" in den Bergen"

  • pallacH
    Donnerstag, 19.07.2012, 13:56 Uhr
    @hummersuppe wie sollten diese warnungen aussehen, mal ernsthaft gefragt? übrigens stehen auch oft warnschilder am einstieg z.b. zu klettersteigen. aber soll man überall, wo eine potentielle kletterroute anfängt, verkehrszeichen aufstellen? ich frage das ganz ernsthaft. Du stellst am meeresufer doch auch nicht schilder auf: "nur für schwimmer". was mir natürlich auch sorgen bereitet: tourismus in den bergen wird in einem maß gefördert wie nie zuvor. überall werden "attraktionen" errichtet, wie z.b. diese dämliche aussichtsplattform an der alpspitze usw. man lockt menschen ins hochgebirge und suggeriert ihnen, das sei so eine art fun-park. und die meisten leute fragen immer nur, was so eine bergausrüstung kostet, aber nicht, welche voraussetzungen man mitbringen muß. das geht ja oft schon damit los, daß so mancher superausgerüstete kletterer den fels nur aus einer halle kennt. der alpenverein bietet ja bereits kurse für das "auswildern" von hallenkletterern an, damit die überhaupt mal sehen, was bergnatur bedeutet.
  • schieber1
    Donnerstag, 19.07.2012, 12:39 Uhr
    Recht hat er der Messner. Was da alles so auf den Bergen in unmöglicher Ausrüstung herumläuft ist manchmal schon sehr sonderbar. Mich verwundert es nicht, dass die Rettungsflieger so viele Menschen aus den Bergen holen müssen.
  • Hummersuppe
    Mittwoch, 18.07.2012, 14:06 Uhr
    ...irgendwann hat man nur noch Pudding in den Beinen. Da müssen die Arme dann herhalten und die letzten Meter übernehmen. Ich hatte an dem Berg nicht immer festen Tritt, daher musste ich mich zuletzt sehr auf die Armkraft verlassen. Was ich sagen wollte ist ja, dass man von Bergen umgeben ist, die alle ganz angenehm zu besteigen sind. Und dann, plötzlich erweist sich einer dieser idyllischen Berge als höchst anspruchsvoll. Darauf sollte man besser vorbereitet sein und es sollte auch Warnungen am Berg geben; das würde aber natürlich die Touristen erschrecken, also passiert es nicht. Spätestens wenn man am Grimming die ersten Kreuze von abgestürzten Kraxlern passiert, wird einem klar, dass man hier nicht an einem Ausflugsberg zum Picknick steigt. Das sieht man aber von unten nicht. Vielerorts wird zwar der Tourismus gefördert aber nicht darauf hingewiesen, wie gefährlich manche Route ist.
  • pallacH
    Dienstag, 17.07.2012, 14:42 Uhr
    @hummersuppe sorry, wenn ich das so sage, aber Du hast ganz offensichtlich etwas falsch gemacht. kein kletterer benutzt vorwiegend die armmuskeln. auch an einem gesicherten steig, einer "via ferrata", muß das gewicht immer weitestgehend auf den füßen liegen. ansonsten hat man nämlich bald enorme probleme. man "hievt" sich nicht hoch, das ist absolut schlechte und gefährliche technik. und herr messner sollte mal etwas aufpassen. es sind leute wie er, die mit für den "massenauftrieb" in den bergen sorgen. in einem seiner bücher befürwortet er z.b. ausdrücklich den bau von immer neuen klettersteigen, damit auch die nicht-kletterer felserlebnisse haben können.
  • Hummersuppe
    Dienstag, 17.07.2012, 10:23 Uhr
    Ja stimmt schon. Man verschätzt sich auch leicht, wenn man keine Erfahrung hat, nicht im Training ist und den Berg nicht kennt. Ich bin schon über die Pyrenäen, durch Schottland und Schweden gewandert. Das war aber was anderes als die Halb-Bergsteigerstrecke die ich vor ein paar Jahren am Grimming, in der Nähe vom Dachstein, durchgemacht habe. Am Fuß vom Berg sieht es ja noch alles idyllisch aus, aber 1000 Meter höher ist nur noch Geröll und man braucht extrem viel Muskelkraft, um sich an den Stahlseilen zu halten und hochzuhieven. Das hatte ich nicht erwartet. Umso sonderbarer, wenn man nach dem Abstieg bei lauter Urlaubern, Familien mit Kindern, etc. ankommt. Dieses Bild der Normalität unten ist trügerisch. Am Berg ist man schnell in Kämpfe verwickelt, die man auch gegen sich selber austragen muss. Und in meinem Fall war es nicht der Montblanc und die Bedingungen waren optimal. Man sollte sich nicht von der Idylle täuschen lassen, es geht schneller um das eigene Leben, als man glauben mag.
  • Alpenadler
    Dienstag, 17.07.2012, 08:16 Uhr
    Wo er recht hat, hat er Recht ...
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