Besserverdienern bleibt künftig weniger vom Brutto übrig. Sie müssen sich ab Januar auf steigende Sozialversicherungsbeiträge einstellen. Doch wer bekommt weniger Geld und wie viel ist das?

Wer gut verdient, hat nächstes Jahr weniger Geld in der Tasche als bisher. Der Grund: Die Beitragsbemessungsgrenze steigt ab Januar. Sie gibt die Einkommenshöhe an, bis zu der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden müssen. Für den Teil des Einkommens oberhalb dieser Grenze werden keine Beiträge erhoben.

Jedes Jahr passt die Bundesregierung die Beitragsbemessungsgrenze an, und zwar ohne politischen Spielraum. Sie steigt (oder sinkt) in genau dem Verhältnis, in dem die Bruttolöhne und Bruttogehälter pro Arbeitnehmer gestiegen (oder gesunken) sind. Bezogen wird das jeweils auf das letzte Kalenderjahr im Verhältnis zum vorletzten. Weil die Gehälter und Löhne 2013 im Vergleich zu 2012 gestiegen sind, erhöht sich demnach auch die Obergrenze. Insgesamt gab es 2013 bundesweit einen Einkommensanstieg um 2,03 Prozent, im Westen 1,99 Prozent und im Osten 2,19 Prozent.

Wie hoch sind die Obergrenzen?

Konkret heißt das, dass die Grenze für die Beitragsbemessung ab Januar in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung von jetzt 4.050 Euro auf 4.125 Euro im Monat steigen. Die Versicherungspflichtgrenze für die Krankenversicherung steigt von 4.462,50 Euro auf 4.575 Euro. Nur wer mehr verdient, darf sich privat versichern. Das gilt bundesweit. Anders ist es bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Hier erhöhen sich die Obergrenzen im Westen von 5.950 auf 6.050 Euro, im Osten von 5.000 auf 5.200 Euro. Die höheren Sozialversicherungsbeiträge betreffen aber nur die, die gut verdienen: Wer weniger als 4.000 Euro brutto im Monat bekommt, ist von der Erhöhung nicht betroffen.

Aber wie wirkt sich das auf das Portmonee der Betroffenen aus? Ein westdeutscher Gutverdiener mit einem Bruttogehalt von 6.100 Euro pro Monat wird wahrscheinlich elf Euro pro Monat weniger zur Verfügung haben, hat die "Süddeutsche Zeitung" errechnet. Um diese Summe steigen seine Beiträge zur Renten –und Arbeitslosenversicherung. Einem ostdeutschen Arbeitnehmer mit einem Gehalt von 5.200 Euro brutto fehlen dann rund 22 Euro pro Monat im Vergleich zu diesem Jahr.

Krankenversicherung: Beitragssätze noch offen

Die exakten Mehrbelastungen lassen sich allerdings noch nicht ermitteln: Sie hängen auch von der Höhe der Krankenversicherung ab, und deren Beitragssätze für 2015 stehen noch nicht fest. Zwar sinkt der Beitrag durch die Krankenkassenreform der großen Koalition 2015 auf 14,6 Prozent. Derzeit sind 15,5 Prozent fällig. Allerdings können die Kassen ab nächstem Jahr geltend machen, dass sie mehr Geld brauchen, und prozentuale Zusatzbeiträge erheben. Ob sie dies tun und in welcher Höhe, ist noch offen. Der Zusatzbeitrag dürfte von Kasse zu Kasse variieren. Experten erwarten, dass er zwischen 0,5 und 0,9 Prozent liegt. Die Kassenbeiträge könnten dann zwischen 15,1 und 15,5 Prozent liegen. Theoretisch wäre auch eine minimale Senkung des Rentenbeitragssatzes denkbar, weil die Rücklagen der Rentenversicherungen dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt gestiegen sind. Auch das ist aber noch völlig offen.

Noch handelt es sich bei den Beitragsbemessungsgrenzen nur um einen Referentenentwurf, den das Bundeskabinett im Oktober verabschieden muss. Erfahrungsgemäß wird der Entwurf aber so angenommen, an den Zahlen dürfte sich nichts mehr ändern.

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