Dortmund (dpa/tmn) - Vielen Altenpflegern macht ihr Job schwer zu schaffen. Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Mancher kämpft mit Gesundheitsproblemen. Positiv für viele: die gute Zusammenarbeit mit Kollegen.

Altenpfleger arbeiten häufiger an der Grenze ihrer Belastbarkeit als Beschäftigte in anderen Branchen. Das zeigt eine Veröffentlichung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). Danach fühlt sich fast jeder dritte Altenpfleger (30 Prozent) von der Menge der zu erledigenden Aufgaben überfordert. Branchenübergreifend sagen das 18 Prozent aller Erwerbstätigen.

Die hohe Belastung im Job macht sich bei vielen durch gesundheitliche Probleme bemerkbar: So berichten fast drei von vier (71 Prozent) von seelischen Beschwerden wie Schlafstörungen. Fast neun von zehn (86 Prozent) klagen über körperliche Probleme wie Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich.

Die körperlichen und zeitlichen Anforderungen sind hoch: Die Mehrheit (91 Prozent) arbeitet häufig im Stehen. Fast drei von vier (72 Prozent) müssen häufig schwere Lasten heben oder tragen. Gleichzeitig gibt mehr als jeder Dritte (39 Prozent) an, dass er Pausen regelmäßig ausfallen lässt. Als Grund wird häufig angegeben, dass es zu viel Arbeit gibt oder die Pausenzeiten nicht in den Arbeitsablauf passen.

Ähnlich belastet sind die Krankenpfleger. Von ihnen sagen 34 Prozent, dass sie von der Menge der zu erledigenden Aufgaben überfordert sind. 73 Prozent klagen über psychische Beschwerden und 82 Prozent über Probleme etwa mit der Wirbelsäule, den Muskeln oder Gelenken.

Trotz der hohen Belastungen sehen Alten- und Krankenpfleger den Wert ihrer Arbeit: 90 Prozent finden ihre Tätigkeit wichtig. Branchenübergreifend sagen das nur 77 Prozent aller Erwerbstätigen. Positiv sehen viele die Zusammenarbeit mit Kollegen: 80 Prozent der Pflegenden sind damit zufrieden. Nur etwas mehr als jeder Zweite (55 Prozent) gab dagegen an, Hilfe und Unterstützung vom Vorgesetzten zu bekommen. Grundlage ist eine Befragung von 19 290 Erwerbstätigen, darunter 282 Altenpfleger und 464 Krankenpfleger.© dpa