Frankfurt/Main (dpa) - Zum Auftakt der Konsumgütermesse "Ambiente" in Frankfurt sind erneut dreist abgekupferte Nachahmerprodukte mit dem Schmähpreis "Plagiarius" an den Pranger gestellt worden.

Zwar komme die Masse der Plagiate immer noch aus Fernost, doch zunehmend häufiger säßen die Auftraggeber in den Industrieländern selbst, teilte die Jury zur 40. Ausgabe des Schmähpreises mit. Gleich zwei Negativ-Auszeichnungen gingen in diesem Jahr an deutsche Hersteller, die eine Brillenfassung und einen Torriegel aus Metall deutscher Konkurrenten einfach nachgebaut hatten, statt selbst etwas zu entwickeln.

Der von einem privaten Verein vergebene Preis ist ein schwarzer Zwerg mit einer goldenen Nase, die symbolisch für die ungerechtfertigten Gewinne der Produktpiraten steht. Nachgemacht werden nicht nur hochwertige Konsumgüter, wie sie auf der Ambiente als weltgrößter Messe dieses Sortiments gezeigt werden. Erhebliche Risiken für die Verbraucher ergeben sich unter anderem aus nachgemachten Medikamenten, Medizingeräten oder Auto-Ersatzteilen. Der Schmähpreis treffe allerdings keine Aussage darüber, ob die jeweilige Nachahmung im juristischen Sinne erlaubt oder aber rechtswidrig sei, schränkt der Verein ein.

Das Internet hat den weltweiten Handel auch mit nachgemachten Produkten beschleunigt. Das Angebot sei ungebrochen hoch, auch wenn jährlich Zehntausende Anbieter-Webseiten von internationalen Behörden abgeschaltet werden. Allein der deutsche Zoll hat nach Angaben des Vereins im Jahr 2014 knapp 36 Millionen gefälschte Produkte im Wert von deutlich über 600 Millionen Euro an den Grenzen beschlagnahmt. Dabei sei auch vielen Konsumenten durchaus bewusst, dass sie nachgemachte Produkte bestellen statt der höherpreisigen Originale. Nach Schätzungen des Plagiarius-Vereins stammen rund 80 Prozent der abgefangenen Waren aus China und Hongkong.

Auf der Ambiente zeigen bis Dienstag (16. Februar) 4387 Aussteller aus 96 Herstellernationen ihre Produkte rund um Themen wie Schenken, Genießen und Wohnen.© dpa