Lübeck (dpa/tmn) - Teambesprechungen oder Vorträge: Was für viele ganz normal ist, stellt für Menschen mit sozialer Phobie oft ein großes Problem dar. Und nicht selten wirkt sich das negativ auf die Karriere aus.

Anspannung und Angst vor Gesprächen oder Konferenzen im Job können auf eine soziale Phobie hindeuten. Auch Schwitzen, Zittern, Erröten sowie Schwindel und Beklemmung während der Arbeit sind Anzeichen. Darauf weist die Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hin.

Viele Betroffene versuchen dann, für sie problematische Situationen zu vermeiden. "Dies kann beruflich erhebliche Einschränkungen nach sich ziehen", warnt Professor Fritz Hohagen von der DGPPN. So werden beispielsweise höhere Positionen nicht angestrebt, weil sie mit vermehrten sozialen Anforderungen wie Teambesprechungen oder Vorträgen verbunden sind. Im privaten Leben können sozialer Rückzug und Isolierung die Folge sein.

Betroffene sollten sich deshalb möglichst früh in Behandlung begeben. Eine soziale Phobie sei gut therapierbar, betont der Experte. Ziel der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungsmethoden ist es, dass die soziale Phobie ganz verschwindet oder der Patient souverän damit umgehen kann - und die Störung sein Leben nicht weiter negativ beeinflusst.© dpa