Berlin (dpa/tmn) - Vor einem Gespräch mit einem Bankberater sollten sich Anleger einige Gedanken machen - etwa zu ihren Sparzielen, ihrem finanziellen Rahmen und ihrer Risikobereitschaft. Denn diese Informationen beeinflussen unter anderem Kriterien wie die Laufzeit einer Anlage, die Risikoklasse und die Höhe der Investition. Eine gute Vorbereitung auf ein Gespräch beim Bankberater ist aber nur der erste Schritt, damit Kunden am Ende passende Anlagen erhalten. Darauf macht die Stiftung Warentest in einer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" (02/2016) aufmerksam. Folgende Tipps beachten sie idealerweise, wenn sie zu einer Anlageberatung bei ihrer Bank gehen:

Passende Risikoklassen: Meist teilen Banken die Risikoklassen in fünf Stufen ein. Kunden sollten zur Sicherheit den Berater fragen, welche Klasse bankintern für welche Risikoneigung steht. Außerdem teilen sie dem Berater möglichst mit, wie sicher sie das eigene Geld anlegen wollen.

Genaue Kostenübersicht: Anleger müssen an mögliche Kosten denken. Der Berater ist verpflichtet, darüber Auskunft geben, wie hoch sie genau sind. Die Angaben können Anlegern dabei helfen, Produkte miteinander zu vergleichen.

Vollständiges Beratungsprotokoll: Bankberater und Finanzvermittler sind dazu verpflichtet, ihren Kunden nach dem Gespräch zu Wertpapieranlagen ein Beratungsprotokoll auszuhändigen. Der Kunde muss das Dokument nicht unterschreiben - der Berater schon. Wichtig: Anleger sollten prüfen, ob alle Angaben stimmen. Der Berater muss Zweck, Dauer und Verfügbarkeit der Anlage vermerken, sowie die Risikoneigung des Kunden angeben. Der Inhalt des Protokolls sollte mit den getroffenen Aussagen übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, muss der Berater das Protokoll vor Ort ändern.

Genügend Entscheidungszeit: Kunden sollten sich auf keinen Fall bei ihrer Kaufentscheidung drängen lassen. Das gilt besonders, wenn sie telefonisch beraten wurden. Bevor sie ein Angebot unterschreiben, sollten sie alle Kosten und Risiken kennen.

Produkt-unabhängiger Rat:Oft lohnt es sich, wenn Verbraucher eine zweite Meinung einholen. Denn in der Regel wollen Bankberater ihren Kunden Produkte der Kooperationspartner verkaufen. Anleger gehen deshalb möglichst zusätzlich zu einem Produkt-unabhängigen Berater. Ein Honorarberater oder ein Mitarbeiter der Verbraucherzentralen kann beispielsweise Alternativen und Vergleichsangebote unterbreiten.

In einer aktuell veröffentlichten Untersuchung hat die Stiftung Warentest das Thema Anlageberatung unter die Lupe genommen. Dafür schickten sie Testkunden in 160 Beratungsgesprächen von bundesweit tätigen Privatbanken, großen Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Bei nur drei von 23 Banken war die Beratung "gut".© dpa