Stuttgart (dpa/tmn) - Ist ein Raten- oder Immobilien-Kredit bis zum Ende seiner Laufzeit nicht vollständig abbezahlt, braucht der Kreditnehmer eine Anschlussfinanzierung. Darum kann er sich bereits bis zu fünf Jahre vorher kümmern - in Form eines Forwarddarlehens.

Der Vorteil: Er sichert sich jetzt die Kreditkonditionen für später. Wenn dann die Zinsen steigen, kann er davon meist profitieren. "Doch je länger der Vorlauf, desto höher sind die Aufschläge auf den Zinssatz", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Unterschreibt ein Kreditnehmer hingegen wenige Wochen vor Ablauf des alten Kredites einen neuen Vertrag, muss er keine Extrazinsen zahlen.

Eine andere Option für eine Anschlussfinanzierung in wenigen Jahren ist ein Bausparvertrag. Damit Kreditnehmer einen Anspruch auf so ein Bauspardarlehen haben, müssen sie eine Voraussetzung erfüllen: Sie müssen eine hohe Einmalzahlung leisten, damit sie rechtzeitig bis zur Anschlussfinanzierung das Mindestguthaben erlangen, das für die Zuteilung erforderlich ist.

Generell gilt: "Bevor Kreditnehmer die Anschlussfinanzierung fest vereinbaren, sollten sie sich in Ruhe Gedanken machen über die weitere Laufzeit, die Höhe der neuen Raten sowie die benötigte Kreditsumme", rät Niels Nauhauser. "Welche Konditionen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt auch von der individuellen Finanz- und Lebenssituation des Kreditnehmers ab." Wer plötzlich viel Geld erbt oder erwirtschaftet, kann etwa schneller höhere Raten tilgen. Stehen hingegen Instandhaltungen an, muss der Kreditnehmer gegebenenfalls eine höhere Kreditsumme aufnehmen.

Sind die Eckdaten klar, ist für den Kreditvergleich der Effektivzins ausschlaggebend. Derzeit günstige Zinsen für Eigenheimkredite liegen etwa bei 1,3 Prozent bei einer zehnjährigen Laufzeit. Soll das Darlehen erst in fünf Jahren beginnen, kommt ein Zinsaufschlag von rund einem Prozentpunkt dazu. Wer Angebote der Konkurrenz einholt, stärkt die Verhandlungsposition gegenüber dem bisherigen Kreditgeber.© dpa