Apple liefert einen neuen Umsatzrekord und macht damit auch die Anleger froh. So richtig gelohnt hätte sich ein Einstieg vor über 30 Jahren, wie auch bei anderen Firmen zu deren Start-Up-Zeiten. Wer jetzt sein Geld an der Börse verdienen will, sollte auf einige Dinge achten.

In "Forrest Gump" investiert der viel gescholtene Dorftrottel Forrest in eine Obstfirma, um später als Großverdiener dazustehen. Blogger Mike Wehner hat vor rund einem Jahr ausgerechnet, wie viel Geld der Anteil von Forrest Gump und seinem Partner Lieutenant Dan tatsächlich wert wäre. Wehner ging von einem fiktiven Investment von 140.000 US-Dollar in der ersten Finanzierungsrunde Mitte der 1970er aus, wie der Film das schildert, die es aber so nicht gegeben hat. Damit hätten die beiden Filmfiguren 2013 Apple-Aktien im Wert von mehr als elf Milliarden Dollar gehalten.

Als das Unternehmen am 12. Dezember 1980 an die Börse ging, hätte ein Einsatz von 3.000 US-Dollar ausgereicht, und Sie wären heute US-Dollar-Millionär. Apple ist nicht die einzige Firma, die ihre Anleger reich gemacht hat.

Der amerikanische Computer-Hersteller Dell eröffnete 1988 die erste Niederlassung in Deutschland. Wer zwei Jahre später für 1.000 US-Dollar Dell-Aktien eingekauft hätte, wäre 2000 5,2 Millionen US-Dollar schwer gewesen. Das war zumindest für diesen Zeitraum eine bessere Entwicklung als bei Microsoft – mit den Aktien von Bill Gates' Firma wären es nur 800.000 US-Dollar geworden.

Es war ein märchenhafter Aufstieg für EM-TV. Das Unternehmen handelte Ende der 1990er geschickt mit Fernsehserien für Kinder wie "Biene Maja". Die Aktie wies zwischenzeitlich eine Wertsteigerung von 20.000 Prozent auf. Wer 1997 knapp 6.000 Mark investierte, war zwei Jahre später Millionär. Wer die Aktien hielt, hatte schon im Dezember 2000 fast gar nichts mehr. Das Unternehmen hatte sich mit dem Kauf der Rechte an der Formel 1 völlig verschätzt. Es ist schwer, langfristigen Erfolg vorauszusehen.

Börsen locken auch Betrüger an

Wenn eine Aktie lange Zeit zehn Cent kostet und plötzlich 20 US-Dollar, ist Vorsicht angesagt. Cynk bezeichnete sich als "Social Marketplace" und handelte nach eigenen Angaben mit Handynummern von Prominenten. Im Juni 2014 war das zuvor völlig unbekannte Unternehmen plötzlich sechs Milliarden US-Dollar wert. Als Experten auffiel, dass hinter der Firma wohl nur ein Drahtzieher und eine Adresse im mittelamerikanischen Belize steckte, stoppte die Börsenaufsicht den Handel. Wer wusste, was er tat, hatte bis dahin schon seinen Gewinn gesichert.

Warren Buffett, das Orakel von Omaha, ist einer der berühmtesten Börsengurus der Welt. Mit einem geschätzten Privatvermögen von 73 Milliarden US-Dollar liegt er aktuell auf Rang 3 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Eine einzige Aktie seines Unternehmens Berkshire Hathaway kostet aktuell mehr als 221.000 US-Dollar. Ein bisschen viel für einen Einstieg – zu Zeiten des Dotcom-Booms im März 2000 hätten Anleger die Aktie aber schon für 41.300 Dollar kaufen können. Investoren, die 1965 mit 1.000 US-Dollar eingestiegen sind, haben heute rund zwei Millionen US-Dollar auf dem Depot.

Für Aktiengewinner sind Kennzahlen wichtig

Einen Glückstreffer landen die wenigsten Anfänger an der Börse. Trotzdem können sich Wertpapiere auszahlen. Die durchschnittliche Wertsteigerung am Aktienmarkt beträgt acht Prozent pro Jahr. Wer sich nicht tiefer mit der Materie beschäftigen und vor Kursstürzen gefeit sein will, vertraut sein Geld Fonds und Sparplänen an. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" rechnete jüngst aus: So lässt sich mit 500 Euro Einsatz pro Monat die erste Million machen – nach 37 Jahren.

Wer sich alleine durch den Börsendschungel schlagen will, sollte sich an diese Indikatoren halten: Je besser die Wirtschaftslage, desto mehr Menschen legen ihr Geld in Aktien an. Je größer ein Unternehmen, umso besser seine Basis – meist ist es dann an den großen Börsen notiert und lockt Anleger an. Außerdem sollten sich Investoren an den Kennzahlen der Firmen orientieren – vor allem am Gewinn und langfristiger Kursentwicklung. Wer sich nicht sicher ist, ob er ein Händchen für Aktien hat, kann sein Glück zunächst virtuell versuchen: In sogenannten Börsenspielen eröffnet der Spieler ein Depot mit Spielgeld, handelt aber zu tatsächlichen Kursen.