Stuttgart (dpa/tmn) - Das "Depot" ist vergleichbar mit einem Girokonto oder einem Safe – nur bewahren Anleger hier keine Geldeinheiten, sondern Wertpapiereinheiten auf. Bei der Suche nach einem geeigneten Depot sollten Anleger alle anfallenden Kosten miteinander vergleichen.

Darunter fallen das jährliche Depotführungsentgelt, eventuelle Kosten, die von der Anzahl der verwahrten Wertpapiere abhängen können. Aber auch Kosten für Käufe und Verkäufe, für mögliche Margen oder Aufschläge, sowie die Bestandsprovisionen, die die Bank für die Verwahrung mancher Wertpapiere bekommt, sind wichtig. "Zum Teil ist der Gesamtpreis der Depotführung nicht sofort erkennbar", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Bei Direktbanken können Anleger jedoch häufig einfache Angebote sogar ohne jährliches Depotführungsentgelt finden. Hier verdienen die Banken ihr Geld, wenn der Kunde mit Wertpapieren handelt. Andere Depotanbieter reduzieren diese so genannten Transaktionskosten, fordern aber von ihren Kunden eine Grundgebühr. In der Regel gilt: Je häufiger man kauft und verkauft, desto höher sind die Kosten.

Neben dem reinen Preisvergleich auch wichtig zu wissen: Nicht jedes Depot eröffnet dem Kunden die gleichen Möglichkeiten – die Auswahl an Sparplänen auf ETFs und herkömmlichen Investmentfonds kann erheblich variieren. Es macht also Sinn, zunächst eine Anlagestrategie zu planen und dann das entsprechende Depot zu wählen.

Wer im Laufe der Zeit ein besseres Angebot findet oder seine Strategie ändert, kann das Depot wechseln. "Das Kündigen ist unkompliziert", sagt Nauhauser. Die alte Bank darf vom Kunden für die Auflösung kein Entgelt verlangen. Den Einzug der Wertpapiere übernimmt meist die neue Bank. Einige Anbieter locken mit Neukundenangeboten und Prämien - dann können Verbraucher mit einem Anbieterwechsel nicht nur Geld sparen, sondern unter dem Strich davon sogar profitieren.
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