Köln (dpa/tmn) - Wer Teilzeit arbeitet und seine Arbeitszeit aufstocken möchte, braucht die Zustimmung des Arbeitgebers. Darauf weist Pauline Moritz hin, Expertin für das Thema Arbeitsrecht aus Köln.

Gibt es in der Firma eine freie Vollzeitstelle, muss der Arbeitgeber aber Mitarbeiter, die bei ihm in Teilzeit arbeiten und aufstocken möchten, bevorzugt bei der Besetzung berücksichtigen. Das ergibt sich aus Paragraf 9 Teilzeit- und Befristungsgesetz.

Allerdings müssen dabei die Ausbildung und die Qualifikation des Mitarbeiters zur ausgeschriebenen Stelle passen. Außerdem dürfen dem Wunsch des Mitarbeiters nicht dringliche betriebliche Gründe und die Arbeitszeitwünsche anderer Teilzeitmitarbeiter entgegenstehen.

Wollen Arbeitnehmer wieder in Vollzeit arbeiten, sollten sie das dem Arbeitgeber auf jeden Fall schriftlich mitteilen. Denn lehnt der Arbeitgeber diesen Wunsch trotz freier Stelle ab, können Mitarbeiter das später vor Gericht gegebenenfalls überprüfen lassen. Dafür müssen sie aber darlegen können, dass sie die freie Vollzeitstelle tatsächlich eingefordert haben und die erforderlichen Qualifikationen mitbringen.

Jeder Zehnte ist mit seiner Arbeitszeit nicht zufrieden

Millionen Beschäftigte in Deutschland sind mit ihrer Arbeitszeit nicht zufrieden. 2,9 Millionen Job-Inhaber wollen gerne mehr arbeiten, während gleichzeitig rund 900 000 Kollegen kürzer treten würden. Das geht aus am Montag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die auf Umfragen zum Mikrozensus 2014 beruhen.

Befragt wurden Menschen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren. Unterbeschäftigt waren nach eigener Einschätzung vor allem teilzeitbeschäftigte Frauen, die ihre bestehende Wochenarbeitszeit von 19,3 Stunden im Schnitt um 13,4 Stunden erhöhen wollten. Bei den Menschen mit zu viel Arbeit sind die Männer in der Mehrheit. Sie würden gerne rund 11 Stunden kürzer arbeiten.© dpa