Stuttgart (dpa/tmn) - Ohne einen Vergleichswert lässt sich schlecht beurteilen, ob ein Finanzprodukt wirklich gut läuft oder nicht. Hier hilft eine "Benchmark" weiter. Doch dieser Maßstab hat so seine Tücken.

Wie gut läuft ein Fonds? Wie erfolgreich entwickelt sich eine Aktie? Wer solche Fragen beantworten will, kann einen Blick auf die Wertentwicklung werfen. Doch daraus lässt sich noch nicht zwangsläufig der Erfolg ablesen. Wenn die Wertentwicklung in Bezug zu einem Vergleichsmaßstab gesetzt wird, lässt sich besser erkennen, wie sich ein Finanzprodukt geschlagen hat. In diesem Fall ist in der Finanzwelt oft von einer Benchmark die Rede, erklärt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Was als Benchmark gilt, kann von einem Anbieter eines Finanzproduktes frei gewählt werden. In der Regel hat der Vergleichswert aber einen Bezug zu dem jeweiligen Produkt. Ein Beispiel: Ein weltweit anlegender Aktienfonds wird als Benchmark den MSCI World Index nehmen, ein Fonds mit Anlageschwerpunkt auf deutschen Aktien eher den Deutschen Aktienindex Dax. Messlatte für Zinsprodukte ist oft die Umlaufrendite, also die durchschnittliche Rendite deutscher Staatsanleihen.

Zu sehr sollten Anleger sich auf die jeweilige Benchmark aber nicht verlassen. Das gilt nicht nur, weil sie vom Anbieter frei gewählt werden kann, um das Finanzprodukt gut aussehen zu lassen. Der Vergleichswert gibt auch keinerlei Aufschluss über das Risiko einer Geldanlage.© dpa