Bochum (dpa/tmn) - Vor dem jährlichen Mitarbeitergespräch mit dem Chef haben viele feuchte Hände. Denn sie fürchten Kritik. Dabei ist es eine Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln. Wer ein paar Tipps beachtet, kann beim Chef punkten.

Arbeitnehmer müssen keine Angst vor dem jährlichen Mitarbeitergespräch mit dem Chef haben. Viele fürchten zwar, dass dann unerwartete Kritik auf sie einprasselt. Normalerweise dürfte es in einem solchen Gespräch aber keine bösen Überraschungen geben. Das gelte zumindest, wenn der Mitarbeiter vorher die Kritik des Vorgesetzten nicht ausgeblendet hat, erklärt Rüdiger Hossiep, Psychologe aus Bochum.

Wer sich gut vorbereitet, kann von dem Jahresgespräch profitieren und vielleicht sogar den nächsten Schritt auf der Karriereleiter einleiten. Sieben Tipps für Mitarbeiter vom Dozenten und Experten für Personalführung:

1. Kommunikation: Das Mitarbeitergespräch ist kein Vortrag des Chefs. "Der Mitarbeiter sollte den überwiegenden Redeanteil haben", erklärt Hossiep. Denn das Gespräch ist eine gute Chance, um über Ziele, Erwartungen und Perspektiven im Job zu sprechen. Deshalb sollten Mitarbeiter sich vorher genau überlegen, was sie in dem Gespräch vermitteln möchten.

2. Beispiele: Hossiep rät Mitarbeitern, im Jahresverlauf stichwortartig festzuhalten, was im Job gut und schlecht gelaufen ist - am besten mit Datum. Denn der Chef möchte konkrete Beispiele und keine allgemeinen Formulierungen hören. "Und diese Beispiele sollten nicht nur aus den letzten vier Wochen stammen."

3. Überprüfen: Im Gespräch geht es auch darum, ob der Mitarbeiter die im Vorjahr vereinbarten Ziele erreicht hat. "Deshalb lohnt sich vor dem Gespräch ein Blick in das Protokoll vom vergangenen Jahr", rät Hossiep.

4. Fortbildung: Im Gespräch kommen in der Regel Stärken und Schwächen des Mitarbeiters zur Sprache. Wer weiß, dass es in bestimmten Bereichen Defizite gibt, sollte dem Chef Verbesserungsmöglichkeiten vorschlagen. Das Gespräch ist ein guter Moment, um nach Fördermöglichkeiten zu fragen, findet Hossiep.

5. Inszenierung: Wer die Einladung zum Gespräch bekommt und dann auf die Schnelle mit übertriebenem Arbeitseinsatz punkten möchte, macht sich unglaubwürdig. "Der Chef merkt, dass das nur eine Masche ist", warnt Hossiep. Statt sich zu inszenieren, sollten Mitarbeiter konstant an sich arbeiten.

6. Leitfäden: Bei großen Unternehmen kann ein Blick ins Firmenintranet nicht schaden. Oftmals finden Mitarbeiter hier Leitfäden zu Gesprächen, an denen sie sich orientieren können.

7. Kollegen: Auch wer sich über Kollegen ärgert - das Mitarbeitergespräch ist kein Ort, um sich über andere zu beschweren. "In dem Gespräch geht es nicht um die Leistung anderer, sondern um die eigene", betont Hossiep. © dpa