Stuttgart (dpa/tmn) - Den Begriff Cost-Average kann man mit Durchschnittskosten-Effekt übersetzen. Er bezeichnet einen Effekt, der häufig als Verkaufsargument für Fondssparpläne und fondsgebundene Rentenversicherungen genannt wird.

Dahinter steckt Folgendes: Anleger investieren regelmäßig einen festen Betrag in ihren Fondssparplan – beispielsweise 100 Euro. Je nach Kursentwicklung steigt oder sinkt der Preis für die Fondsanteile. Das bedeutet: Anleger erhalten jeden Monat für 100 Euro unterschiedlich viele Fondsanteile. Steigt der Kurs, sind es weniger Anteile. Fällt er hingegen, können Anleger sich mehr leisten. "Berater schließen daraus, dass Kursschwankungen für Anleger von Vorteil sind. Doch das stimmt nicht. Der Cost Average Effekt ist ein Mythos", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, jeden Monat einen festen Betrag in den Fondssparplan zu investieren. "Etwas anderes macht schon aus praktischen Gesichtspunkten keinen Sinn", sagt Nauhauser. Doch die Argumention der Berater sei Unsinn. Sie gehen davon aus, dass der Anleger vom durchschnittlich geringeren Einkaufspreis profitiert. "Der Effekt besagt, dass es günstiger ist, fünf mal 100 Euro in einen Fonds zu investieren, als jeden Monat fünf mal dieselbe Stückzahl von Fondsanteilen zu kaufen", erklärt Nauhauser. Wie viele Anteile man pro Monat kaufen müsste, um ebenfalls 500 Euro zu investieren, kann man aber nur abschätzen, wenn man die genaue Wertentwicklung vorhersagen kann. "In der Praxis ist dies nicht möglich", sagt der Verbraucherschützer. Und wenn man die Entwicklung der Fondspreise kennen würde, gebe es bessere Strategien, die man anwenden könnte. "Der Effekt ist nichts anderes als ein Verkaufsargument ohne Substanz", sagt Nauhauser.© dpa