Der Film "Catch me if you can" ist beinahe ein Klassiker: Ein junger Mann fälscht Dokumente und schleust sich in Berufe ein, für die er eigentlich eine jahrelange Ausbildung bräuchte. Unmöglich, mag manch einer denken. Aber das passiert öfter als gedacht.

Der jüngste Fall wird gerade verhandelt: Ein Arbeitsloser aus Regensburg hatte sich als plastischer Chirurg ausgegeben und führte insgesamt 110 Eingriffe durch. Seine Diplome waren gefälscht und die Beratung der Patienten erfolgte über Facebook. Der Betrug flog erst nach knapp eineinhalb Jahren auf, als eine besorgte Mutter aus Österreich Verdacht schöpfte und die Polizei alarmierte. (Symbolbild)
Fast 20 Jahre lang konnte sich der gelernte Friseur Klaus D. erfolgreich als Mediziner ausgeben. Von 1983 an arbeitete er unter anderem in drei Arztpraxen und als Chefarzt der Kinder-Rehabilitationsklinik Samerberg bei Rosenheim. Die nötigen Papiere und seinen Doktortitel besorgte er sich in Italien. Er wurde vor allem wegen seiner Spritzen mit einem speziellen Hühnereiweiß aufgesucht. Aber gerade die machten manche Patienten irgendwann skeptisch. Klaus D. wurde 2001 festgenommen und zu drei Jahren Haft verurteilt. (Symbolbild)
Der ehemalige Postbote Gert P. war zuerst stellvertretender Amtsarzt in Flensburg, dann psychiatrischer Oberarzt in Sachsen und sollte zum Leiter der Forensik in Dresden ernannt werden. Und das ohne jegliches Studium. Unter dem falschen Namen "Dr. Dr. Clemens Bartholdy" flog er bald in Flensburg auf, weil jemand seine Brieftasche mit zwei verschiedenen Ausweisen fand. Daraufhin bewarb er sich als psychiatrischer Oberarzt in Leipzig und pfuschte munter weiter. Ein Ehepaar aus Flensburg erkannte ihn schließlich wieder und Gert P. musste vier Jahre ins Gefängnis. (Symbolbild)
Der schwedische Möchtegern-Pilot Thomas S. flog mehr als 13 Jahre lang Passagiere durch die Welt. Er hatte zwar tatsächlich einen Flugschein gemacht, aber nur für kleinere Privatmaschinen. Schließlich wurde er festgenommen, als er gerade eine Boeing 737 mit mehr als 100 Passagieren startklar machte. Er kam mit einer Geldbuße von 2.000 Euro davon. (Symbolbild)
Auf Facebook gab sich der Italiener Andrea P. als Lufthansa-Pilot aus und prahlte unter dem Pseudonym Andrea Sirlo mit seinen Reisen. Er kaufte sich wohl öfter Tickets für Flüge, um dann als dritter Pilot im Cockpit mitzufliegen. Dabei nahm er nie das Steuer in die Hand. Ein wirklicher Pilot traute seinem angeblichen Kollegen nicht und verständigte daraufhin die Polizei. In einem Versteck des Italieners sollen mehrere Uniformen, Ausweise, Lebensläufe und Bescheinigungen über Flugsimulator-Stunden gefunden worden sein. (Symbolbild)
Jahrelang unterrichtete ein Mann Gymnasiasten in Rastatt und Landau, ohne eine entsprechende Ausbildung. Stefan M. frisierte seinen Lebenslauf und fälschte sowohl das Abitur, als auch einen Hochschulabschluss und das zweite Staatsexamen. Weil die Leistung des Lehrers sehr zu wünschen übrig ließ, wurden seine Unterlagen überprüft. Er wurde hinausgeworfen, weil er Prüfungsergebnisse gefälscht hatte. (Symbolbild)
Jahrelang arbeitete der gelernte Maschinenschlosser Alwin S. im Vertrieb, dann versuchte er sich als Forscher und Professor. Im Jahr 2000 bewarb er sich für ein Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums, das Unternehmensgründungen in den neuen Bundesländern unterstützen wollte. Der Pseudo-Forscher pries mit gefälschter Promotionsurkunde und Diplomarbeit ein "Gerät zur Messung von Lungenflüssigkeiten" an. So erschlich er sich staatliche Fördergelder in Höhe von 350.000 Euro. Der Betrug kam ans Licht, als seine Firma pleite ging. (Symbolbild)
Ohne auch nur ein Semester Jura studiert zu haben, führte der falsche Rechtsanwalt Dr. B. eineinhalb Jahre lang die Justiz an der Nase herum. Der kaufmännische Angestellte Rüdiger B. war in Bochum und Wattenscheid zwischen 1974 und 1976 an mehr als 100 Prozessen beteiligt gewesen. Nach dem plötzlichen Tod eines Kollegen wollte ihn die Kanzlei frühzeitig aus seinem Urlaub zurückholen. Erst da bemerkten sie, dass ein Rechtsanwalt mit dem Namen nicht existierte. (Symbolbild)
Karl-Heinz B. hielt ebenfalls als falscher Rechtsanwalt den Schein mehr als drei Jahre lang aufrecht. Er hatte insgesamt 16 Semester Jura studiert und alle Scheine bestanden, nur der Abschluss fehlte ihm noch. Er brach sein Studium aber ab und war zwischen 1996 und 2000 ohne Eignung als Anwalt tätig. Eine Recherche ergab schließlich, dass beim Landgericht Paderborn kein Anwalt mit dem Namen zugelassen war. Die Strafe betrug damals 6.000 Mark. (Symbolbild)