Mit einem Wechsel des Stromanbieters lassen sich in manchen Fällen mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Verbraucher müssen dafür nur wenig tun. Dennoch sollten Sie einige Dinge beachten, damit sich der neue Tarif auch wirklich als die billigere Variante herausstellt.

Zunächst die gute Nachricht: Den Stromanbieter zu wechseln ist in der Regel leicht und kostenlos. Wenn sich der Kunde für einen Tarif entschieden hat, muss er beim neuen Anbieter nur seine Daten aus der vergangenen Jahresabrechnung angeben: Den Namen des bisherigen Stromlieferanten und Netzbetreibers, die Zählernummer, die vorherige Kundennummer sowie den Verbrauch des vergangenen Jahres.

Die fristgerechte Kündigung beim bisherigen Versorger sowie den eigentlichen Wechsel vollzieht der neue Vertragspartner mittels einer Vollmacht. Vom neuen Stromlieferanten erhalten die Kunden dann den genauen Termin der Umstellung, vom alten Anbieter sollte eine Bestätigung der Vertragskündigung sowie eine Abschlussrechnung kommen. So weit, so einfach.

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Über Vergleichsportale den günstigsten Tarif finden

Doch bis zur eigentlichen Änderung muss sich der Verbraucher durch den Tarifdschungel der Anbieter schlagen – und genau hier lauern Fallstricke. Einen guten Überblick bieten generell die Online-Vergleichsportale Verivox und Check24, deren Suchergebnisse Stiftung Warentest im Frühjahr 2013 als einzige Kandidaten mit gut bewertet hat.

Aber: "Der Verbraucher muss hellwach sein und die Augen offenhalten", resümiert die Stiftung Warentest. So sollte den Nutzern beispielsweise klar sein, dass die ersten Suchergebnisse bei den Portalen zwar farbig hervorgehoben und als Tipp gekennzeichnet sind, es sich dabei aber um Anzeigen und nicht immer um die besten Tarife handelt.

Hoher Neukundenbonus verfälscht das Suchergebnis

Vorsicht geboten ist außerdem, wenn der Stromanbieter ein Neukundenbonus in die Berechnung einbezieht. Der in den Suchergebnissen angezeigte, günstige Tarif gilt meist nur für das erste Jahr – später kann es teurer werden. "Die Versorger rechnen mit der Trägheit der Verbraucher und hoffen, dass ein erneuter Anbieterwechsel ausbleibt und sie so im Verlauf des zweiten Belieferungsjahres auf ihre Kosten kommen", erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Einen Bonus sollten also nur diejenigen in Betracht ziehen, die die Preise der Lieferanten jedes Jahr erneut überdenken wollen. Wichtig ist hier, die genauen Bedingungen für den Zusatzrabatt durchzulesen. "Gibt es hier schon Unklarheiten oder Verständnisfragen, ist es ratsam, den Wechsel zu einem anderen Anbieter zu prüfen", rät die Verbraucherzentrale. Für alle anderen gilt, in den Sucheinstellungen der Vergleichsportale die Einbeziehung von Bonuszahlungen zu deaktivieren.

Vorsicht bei Vorauszahlungen, Paketpreisen, Preisgarantie und Laufzeit

Verbraucherschützer raten zudem davon ab, die Rechnung des Stromanbieters für eine festgelegte Zeit im Voraus zu bezahlen. "Wird das Unternehmen insolvent, erhalten Sie meist nichts zurück", warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch bei Paketpreisen sollten Kunden vorsichtig sein. Hier verpflichten sich Kunden, eine bestimmte Menge Elektrizität abzunehmen. Das Problem: "Auch bei Minderverbrauch zahlen Sie den vollen Paketpreis, bei Mehrverbrauch wird jede weitere Kilowattstunde teuer", so die Experten aus Nordrhein-Westfalen.

Bei schwankenden Energiepreisen ist eine Preisgarantie prinzipiell sinnvoll. Doch auch hier sollten die Kunden auf der Hut sein: "In der Regel handelt es sich um so genannte eingeschränkte Preisgarantien, die eine Weitergabe von Erhöhungen staatlicher Abgaben und Umlagen erlauben", erklärt die Verbraucherzentrale. "Vor den häufigsten Gründen einer Strompreiserhöhung bieten sie daher keinen Schutz." Besser ist es daher, einen Vertrag mit geringstmöglicher Mindestlaufzeit abzuschließen, im besten Fall beträgt die Kündigungsfrist nur einen Monat. Dann können die Kunden dem Anbieter bei Bedarf schnell den Laufpass geben.