17,50 Euro zahlt jeder Haushalt zwangsweise als Rundfunkbeitrag. Kaum eine Abgabe wird so heftig kritisiert. Aber was passiert eigentlich mit dem eigenommenen Geld – 8,32 Milliarden Euro allein im Jahr 2014?

Den Rundfunkbeitrag muss jeder Haushalt in Deutschland zahlen, früher unter dem Namen GEZ-Gebühr bekannt. Seit 2013 gibt es die Zwangsabgabe unter dem Namen "ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice". 17,50 Euro werden monatlich fällig, egal, ob in dem Haushalt ein Fernseher, ein Radio oder ein Computer stehen. Die Anstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ARD, ZDF und Deutschlandradio, finanzieren sich über die Abgabe. Sie begründen die Erhebung damit, dass sie "eine unabhängige, vielfältige und qualitativ hochwertige Berichterstattung auf den Gebieten der Information, Unterhaltung und Kultur" gewährleisten wollen.

Zuständig für die Verwaltung der Zwangsabgabe ist der Beitragsservice in Köln-Bocklemünd, ein Apparat mit über 1.000 Mitarbeitern. Er sammelt die monatliche Gebühr ein und sorgt für die anschließende Verteilung an die Sender-Familien.

ARD bekommt größtes Stück der Torte

Die zuständige Finanzkommission KEF schlägt angeblich eine Kürzung vor.

Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Geschäftsbericht des Jahres 2014. 44,5 Millionen Beitragszahler-Konten sind aufgeführt, welche die Abgabe zahlen müssen. Damals lag die Gebühr noch bei 17,98 Euro. Die Zahler bescherten dem Beitragsservice Gesamterträge von 8,32 Milliarden Euro – so viel wie nie zuvor. 2013 waren es noch 6,43 Milliarden.

Von der großen Summe behielt der Beitragsservice 187,5 Millionen Euro, um sich selbst zu finanzieren. 16,7 Millionen davon entfielen allein auf die Umstellung vom GEZ-Modell auf den Beitragsservice.

Und was passiert mit dem Rest? Er wird zwischen vier Anstalten aufgeteilt. Von den jeweils 17,50 Euro erhält die ARD 12,37 Euro, das ZDF 4,32 Euro, das Deutschlandradio 0,48 Euro und die Landesmedienanstalten erhalten 0,33 Euro.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD teilten sich 2014 insgesamt 6,09 Milliarden Euro. Teilungsschlüssel ist die Anzahl der Beitragszahler im jeweiligen Sendegebiet. So entfällt die kleinste Summe von 48 Millionen Euro auf Radio Bremen und der Westdeutsche Rundfunk erhält den größten Anteil von 1,28 Milliarden Euro. Aber was zahlen die Sender damit?

Fernsehen, Hörfunk, Verwaltung und mehr

Maßnahme für Rundfunkbeitrags-Muffel bringt Leser auf.

"Die ARD in Zahlen" ist eine Webseite, auf der die Anstalt einen groben Überblick vermittelt, wie sie den Rundfunkbeitrag umsetzt. Gut ein Drittel der Summe von 17,50 Euro, nämlich 4,05 Euro, sind für die ARD-Gemeinschaftsaufgaben bestimmt. Ein Viertel – 3,17 Euro – wird ins Fernsehen investiert. 2,17 Euro gehen an den Hörfunk. Die Ausstrahlung macht 0,50 Euro aus. Für die Verwaltung sind 0,46 Euro reserviert und für Musikensembles 0,41 Euro. Darunter liegen noch Kosten für Technik, GEMA, Multimedia, Marketing und sonstiges.

So viel kosten Tagesschau, Tatort und Fußball

Die Tagesschau erreicht jeden Abend um 20 Uhr durchschnittlich 8,9 Millionen Zuschauer und ist damit die beliebteste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen. Sie, die Tagesthemen und das Nachtmagazin verzeichnen Minutenkosten von rund 1.800 Euro.

Keine Nachrichtensendung ohne Korrespondenten: Für ARD-Fernsehen, -Radio und -Webseiten berichten 105 Korrespondenten, auch aus 30 Auslandsstudios. Dafür gehen vom Rundfunkbeitrag 0,16 Euro ab.

Was für und gegen den umstrittenen Rundfunkbeitrag spricht.

Die Krimi-Klassiker Tatort und Polizeiruf 110 locken in der Regel circa zehn Millionen Zuschauer vor den Bildschirm. Für eine 90-minütige Folge liegt der Minutenpreis im Durchschnitt bei 15.500 Euro. Das macht einen Rundfunkanteil von 0,14 Euro für die Sonntags-Krimis aus. Auch Krimis um 21:45 Uhr sind sehr beliebt. Zu dieser Sendezeit laufen internationale Koproduktionen, in die die ARD rund 500.000 Euro investiert.

In Deutschland ist Fußball die beliebteste Sportart und sichert der ARD durchschnittliche Marktanteile zwischen 17 und 42 Prozent. Einen Marktanteil von 86,2 Prozent bescherte der ARD das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Für die Ausstrahlung von Sport-Events müssen Sportrechte gekauft werden. Die ARD kann pro Jahr dafür aus einem Gesamt-Etat von 250,25 Millionen Euro schöpfen. Umgerechnet ergibt das 0,69 Euro aus dem Rundfunkbetrag für die Sportberichterstattung der ARD.