Dresden (dpa/tmn) - Legionellen können Menschen sehr gefährlich werden. Kommen sie in hoher Konzentration zu Hause aus dem Wasserhahn, ist das ein Grund für eine deutliche Minderung der Miete, befand das Amtsgericht Dresden.

Eine hohe Legionellenkonzentration im Trinkwasser rechtfertigt eine Mietminderung von 25 Prozent. Das entschied das Amtsgericht Dresden (Az.: 148 C 5353/13), wie die Zeitschrift "Wohnungswirtschaft und Mietrecht" (Heft 9/2014) berichtet. Denn eine akute Gesundheitsgefährdung führt zu einer erheblichen Einschränkung der Wohnqualität.

Legionellen sind Stäbchenbakterien, die im Wasser leben. Sie werden durch das Einatmen von zerstäubtem Wasser, etwa beim Duschen, übertragen und lösen die Legionärskrankheit aus. Sie kann tödlich enden.

In dem verhandelten Fall wurde bei einer Kontrolle des Trinkwassers eine sehr hohe Belastung mit Legionellen festgestellt. Die Vermieterin zeigte dies ihren Mietern und dem Gesundheitsamt sofort an, nachdem sie von dem Ergebnis wusste. Außerdem ließ sie wenige Tage später einen Filter in den Duschkopf der betroffenen Wohnung einbauen und zwei Monate später eine erneute Probenentnahme durchführen. Die Mietminderung ihrer Mieter wollte die Vermieterin aber nicht in der Höhe akzeptieren.

Zu Unrecht, wie das Amtsgericht entschied: Zwar habe die Vermieterin schnell gehandelt. Der Einbau des Filters habe die Legionellenbelastung nur verringern und nicht vollständig beseitigen können. Der Gebrauch der Wohnung sei daher auch nach der Maßnahme eingeschränkt. Ein Mietobjekt sei auch dann mangelhaft, wenn es nur "in Befürchtung einer Gefahrverwirklichung" genutzt werden kann.© dpa