Berlin (dpa) - Immer weniger Berufstätige kommen ohne Computerkenntnisse aus. Auch an den Schulen spielt Digitalisierung eine wachsende Rolle - aber nicht alle Schüler profitieren gleichermaßen davon.

Sozial benachteiligte Schüler werden nach Expertenansicht an deutschen Schulen oft weniger fit am Computer gemacht als Schüler aus höheren Bildungsschichten. Insofern stelle die zunehmende Digitalisierung in vielen Jobs für die Betroffenen ein zusätzliches Risiko auf dem Arbeitsmarkt dar, sagte Reinhard Pollak, Bildungsexperte am Wissenschaftszentrum Berlin, am Donnerstag (30. Oktober). Er stellte eine Studie im Auftrag des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation vor.

Nach der Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach sagen nur 27 Prozent der Eltern von Gymnasialschülern, ihre Kinder würden weniger gut für den Umgang mit Computern und dem Internet im Beruf vorbereitet - aber 36 Prozent an anderen Sekundarschulen. "Bei der Digitalisierung in der Schule gibt es viel Luft nach oben", mahnte David Deissner vom Vodafone Institut.

Rund zwei Drittel der Eltern sind sich der Umfrage zufolge sicher, dass in Zukunft gute Kenntnisse im Umgang mit Computern noch wichtiger im Berufsleben werden. 40 Prozent aber meinen, die wachsende Bedeutung digitaler Technologien führe zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen. Eltern aus sozial schwächeren Schichten rechnen sogar zu 48 Prozent mit einem Verlust von Jobs durch Digitalisierung.

60 Prozent der Eltern mit Kindern an Gymnasien finden, dass Computer und Internet im Unterricht eine große oder sehr große Bedeutung haben. Von den Eltern mit Kindern an anderen weiterführenden Schulen sind nur 45 Prozent dieser Ansicht.

Fast ein Drittel der Eltern empfindet die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik als ungenügend. Mehr als die Hälfte der befragten Eltern bestätigt der Schule eine gute oder sehr gute Ausstattung.

Auch andere Studien zeigten, dass Jugendliche an Gymnasien größere Computerkenntnisse haben als an anderen Schulen, sagte Pollak. Vielen Schulen fehle es auch am Netzausbau und an IT-Technikern, sagte Benjamin Wüstenhagen, Geschäftsführer eines Bildungs-Startups (k.lab edumedia).© dpa