Nürnberg (dpa/tmn) - "Weißt du schon, was für ein Praktikum du machen willst?" Diese Frage sorgt bei manchen Teenagern für schlechte Laune. Während Eltern das Thema Berufsfindung sehr am Herzen liegt, scheint der Sohn oder die Tochter die Tragweite der Entscheidung überhaupt nicht zu begreifen.

"Nun zu drängeln, bringt aber nichts", sagt Jürgen Wursthorn von der Bundesarbeitsagentur in Nürnberg. Das hat häufig nur zur Folge, dass Teenager sich weiter zurückziehen und Eltern noch weniger mitbekommen. Er hat drei Tipps:

- Wünsche zunutze machen: Häufig lässt sich das Thema Berufsorientierung mit den Wünschen der Jugendlichen verbinden. Möchte der Nachwuchs etwa einen Führerschein haben oder mit den Freunden in Urlaub fahren, könne man seine finanzielle Unterstützung davon abhängig machen, dass Sohn oder Tochter sich um ein Praktikum bemüht.

- Vorschläge präsentieren: Manchen Teenager überfordert die Zahl der Möglichkeiten. Hier hilft es, Vorschläge zu machen: Wäre ein Praktikum bei dieser Firma interessant? Willst du nicht mal einen Ferienjob in jener Branche ausprobieren? Dabei hilft es, von den Hobbys der Jugendlichen auszugehen. Spielt etwa jemand gerne Computer, können Eltern ein Praktikum bei einem Spieleentwickler vorschlagen - oder bei einer IT-Firma, wenn es kein Unternehmen aus der Spielebranche vor Ort gibt.

- Fragen stellen: Manchmal findet der Teenager aber alle mühsam von den Eltern ausgedachten Vorschläge blöd. Dann ist oft die Frage ganz gut: "Was machen denn die anderen aus deiner Klasse?" Irgendeiner macht fast immer etwas, was das eigene Kind gut findet. Dann können Eltern sich erkundigen, was der Nachwuchs daran interessant findet. Und davon ausgehend kann man gemeinsam weiter überlegen.© dpa