Köln (dpa/tmn) - Das Badezimmer ist anders als andere Räume im Haus: Hier richtet man sich nur alle paar Jahrzehnte neu ein. "Durchschnittlich 20 Jahre muss sich die Einrichtung halten, sonst ist das finanziell zu aufwendig", erklärt Jens J. Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft.

Die Folge: Es zeigen sich hier nur langsam Veränderungen und Trends - aber in den vergangenen Jahren und auch aktuell tut sich etwas. Die Branche spricht auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne in Köln (bis 24. Januar) von mehr Gemütlichkeit für den ehemals eher sterilen Hygieneraum.

Denn nach Wellnessduschen, Verwöhn-Badewannen und technisch ausgeklügelten Licht- und sogar Musikanlagen ziehen in die Badezimmer nun Schränke ein, die so auch im Wohnzimmer stehen könnten, sowie gemütliche Sessel und Liegen zum Ausruhen. Es gibt wohnliche Stehlampen, sogar Kronleuchter. Und ganz neu zu sehen in den Beispielräumen der Hersteller: Ethanolöfen und offene Kamine.

"Das Bad wird zum Wohnbad", fasst Angelika Martina Brüßel, Geschäftsführerin von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern, die Entwicklung zusammen. "Wir werden künftig viele Elemente, die man in anderen Räumen hat, auch im Badezimmer wiederfinden." Dazu gehört für sie auch, dass wie schon etwa im Wohnzimmer nun im Badezimmer viele Möbel hinterleuchtet sein werden "Es zieht eine neue Atmosphäre ein", sagt Brüßel.

Kein Vergleich zu früher: Burgbad setzt seine Badewanne in einen Raum im Industrie-Schick in Szene.

In diesem Zusammenhang spielt auch die frei stehende Wanne eine wichtige Rolle. Das Besondere: Sie ist besser realisierbar geworden. Das gelingt mit technischen Neuerungen wie der Vorwandinstallation. "Heute ist die frei stehende Badewanne das Zentrum vieler Raumkonzepte, die das Bad als vollwertigen Raum mit unterschiedlichen Nutzungszonen auffassen", erklären die Trendexperten der Koelnmesse.

Eine weitere Entwicklung: "Die Industrie hat auch ihren Blick geweitet", ergänzt Wischmann. "Die Älteren sind nicht die einzige Gruppe mit speziellen Bedürfnissen." Auch Familien mit kleinen Kindern eignen sich für bodentiefe Duschen und höhenverstellbare Waschtische.© dpa