Berlin (dpa/tmn) - Der Weihnachtsmann landet mit dem Schlitten auf dem Dach und kommt mit Geschenken durch den Schornstein. Klingt schön! Tatsächlich leisten die Paketboten vor Heiligabend Schwerstarbeit. Damit die Bescherung glückt, müssen Pakete pünktlich zur Post.

Alle Jahre wieder ist es dasselbe: Vor Weihnachten steigt der Stresspegel täglich. Im Büro stapeln sich die Akten, zu Hause muss alles festlich geschmückt werden. Und kurz vorher fällt einem erst ein: Das Geschenk für die Nichte muss noch zur Post. Wer dann erst am Abend vor dem Fest am Schalter steht, ist zu spät dran.

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Mittwoch - für Last-Minute-Pakete ist das nicht schlecht. Die Deutsche-Post-Tochter DHL verspricht, dass Päckchen und Pakete, die bis zum 23. Dezember um 10.00 Uhr in einer Postfiliale abgegeben werden, in der Regel bis Heiligabend beim Empfänger ankommen. Wer die Geschenke in einer Partnerfiliale oder einem DHL-Paketshop abgibt, muss etwas schneller sein - hier ist Montag um 18.00 Uhr der späteste Termin. Bei Hermes läuft der Countdown bereits montags um 12.00 Uhr ab.

Doch diese Versprechen sind keine Garantien. "Es ist Winter. Schnee und Eisregen können alle Pläne über den Haufen werfen", warnt Johannes Offermann vom Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT).

Wer es im Weihnachtsstress nicht rechtzeitig schafft, dem bleibt nur der Expressversand. Dafür zahlen Kunden aber auch deutlich drauf: Bei DHL etwa kostet das Porto für ein Päckchen mit bis zu zwei Kilogramm Gewicht in der Filiale 4,10 Euro - ein gleich schweres Expresspaket kostet 13,90 Euro. Dafür können sie das Paket allerdings meist noch bis zum Nachmittag am 23. Dezember in der Filiale abgeben, erklärt Anke Blenn, Sprecherin der Deutschen Post. Allerdings sollten sie vorher nachfragen, wann dort die letzte Abholung ist. Das Unternehmen DPD bietet auf kürzeren Strecken sogar eine Zustellung per Kurier am selben Tag an.

Damit die Post rechtzeitig ans Ziel kommt, muss außerdem die Verpackung stimmen. Bunte Schleifen, Schnüre, Geschenkpapier - so ein Geschenk macht zwar Eindruck unterm Weihnachtsbaum. Es bleibt aber leicht auf der Strecke. "In den Paketzentren gibt es hochkomplexe Sortieranlagen", erklärt Marten Bosselmann vom Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK), der neben UPS und Hermes auch Anbieter wie DPD und FedEx vertritt. "Schleifen oder Bänder haben sich hier schnell verheddert."

Zum Verhängnis kann es auch werden, wenn jemand ein altes Paket erneut verwendet. Befindet sich darauf noch ein Barcode, verwirrt das die Sortiermaschine. Ingo Bertram von Hermes rät außerdem, keine Spitznamen als Empfänger anzugeben. Sonst gibt es eventuell Schwierigkeiten, falls das Päckchen im Paketshop abgeholt werden muss. "Wenn dann das Paket an Tina geschickt wurde und auf dem Personalausweis Bettina steht, darf es nicht rausgegeben werden."

Die Größe des Pakets sollte möglichst genau zum Geschenk passen. Luftpolsterfolie, Styropor und Zeitungen helfen, die Fracht zu schützen und zu fixieren. Seit dem 15. November gibt es bei DHL ein neues Minipäckchen für bis zu ein Kilogramm schwere Dinge. Der Versand kostet in der Online-Frankierung 3,79 Euro. Bisher war das Päckchen bis zwei Kilogramm die kleinste Größe.

Bargeld in normalen Briefen zu verschicken, ist bei der Deutschen Post verboten. Die Alternative ist der WERT National Service. "Damit können Bargeld und Wertsachen innerhalb Deutschlands als versicherter Brief versendet werden", erläutert Blenn. Bei Sachwerten haftet die Deutsche Post bis 500 Euro, bei Bargeld bis 100 Euro. Der Preis für den Wertbrief beträgt 3,95 zuzüglich Porto.

Wertvolle Tipps und News zu Weihnachten 2015© dpa