Berlin (dpa) - In der großen Koalition gibt es Streit um die geplante Wiedereinführung des Heizkostenzuschusses für knapp eine Million einkommensschwache Haushalte. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, hat das Kanzleramt das Vorhaben nach Kritik aus der Union vorerst angehalten. Federführend zuständig ist das von Barbara Hendricks (SPD) geführte Bundesbauministerium.

Geplant ist, dass ein Ein-Personen-Haushalt durchschnittlich rund 30 Euro Zuschuss im Monat erhält, ein Zwei-Personen-Haushalt knapp 40 Euro pro Monat. Insgesamt sollen rund 960 000 Haushalte von der 2011 abgeschafften Sozialleistung profitieren. Auch das Wohngeld soll angehoben werden, um auf höhere Mieten zu reagieren. Dieser Posten soll in Hendricks Etat von 500 auf 630 Millionen Euro steigen.

Von SPD-Seite hieß es, man sei verwundert über das Sperrfeuer der Union vor allem beim Heizkostenzuschuss, das Geld dafür sei Teil des Etatpostens Wohngeld für den Bundeshaushalt 2015, der jüngst im Bundestag beraten worden ist.

"Wir sind überrascht von diesem Vorschlag. Frau Hendricks muss erklären, wie sie das finanzieren will", sagte Max Straubinger, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, der "Passauer Neuen Presse". Am Koalitionsziel des ausgeglichenen Haushalts dürfe nicht gerüttelt werden. Noch im vergangenen Jahr hatte die bayerische Landesregierung selbst im Bundesrat einen Antrag eingebracht, das Wohngeld um zehn Prozent zu erhöhen.© dpa