Alljährlich wird sie fällig: die Lohnsteuererklärung. Mit den richtigen Tipps und Tricks holen Sie einiges an Geld heraus und können so beispielsweise Ihre Urlaubskasse aufbessern.

Krankenkassenwechsel

Die Krankenkassen AOK, BKK & Co. haben zum Jahreswechsel die Zusatzbeiträge erhöht – einzig und allein zu Lasten der Arbeitnehmer.

Der Unterschied von der günstigsten Kasse, der Metzinger mit 14,6 Prozent, bis hin zum teuersten Versicherer, Viactiv mit 16,3 Prozent, sind satte 1,7 Prozentpunkte. Konkret gerechnet: Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.500 Euro ergibt sich bei einem Anbieterwechsel ein Vorteil von 714 Euro im Jahr.

Ein Wechsel kann sich also durchaus lohnen, auch wenn bei den meisten Deutschen die Ersparnis im Jahr nicht ganz so hoch sein wird wie bei diesem Extrembeispiel.

Die private Feier von den Steuern absetzen

Wer seinen Geburtstag feiert, kann den Beleg beim Fiskus als Werbungskosten einreichen. Klingt verrückt, kann aber wirklich funktionieren. Klar gibt es hier bestimmte Auflagen: Zur Feier dürfen tatsächlich nur Arbeitskollegen eingeladen worden sein, sie sollten idealerweise bei der Party nicht über die Stränge schlagen.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat in einem Urteil vom November 2015 einem Geschäftsführer Recht gegeben, der seinen Geburtstag im Kreise der Angestellten feierte und pro Kopf nur 35 Euro Kosten verursachte. Ein Betrag, der laut Richter eindeutig auf einen Firmenanlass hindeutete – für Freunde und Familie würden schließlich höhere Kosten anfallen, so das Gericht.

Mit dem Firmenhandy sparen

Die meisten Verbraucher dürften bald mehr Geld zur Verfügung haben.

Dass Ihr Boss Sie ständig erreichen kann, bringt für Sie unter Umständen steuerliche Vorteile. Denn wer von seinem Unternehmen ein Smartphone oder Tablet-PC bekommen hat, das zwar weiterhin der Firma gehört, man es aber auch privat verwenden darf, muss den geldwerten Vorteil nicht versteuern.

Der Bonus kommt dann zum Tragen, wenn der Arbeitnehmer sich beispielsweise das Weihnachtsgeld via Gehaltsumwandlung im Form eines elektronischen Helfers hat auszahlen lassen oder er das Device als Gehaltsextra bekommen hat.

Genau diese Gehaltsextras sind ein weiterer Kniff, um jede Menge Geld zu sparen. Spendiert der Chef eine Lohnerhöhung, ist die Freude zwar groß, die Ernüchterung kommt meist aber mit der Gehaltsabrechnung.

Die Steuern fressen einen Teil des Bonus' weg. Nicht selten lohnt es sich, dass man auf den Geldsegen verzichtet und dafür Extras vereinbart.

Die Firma darf abgabenfrei beispielsweise das Rückentraining, den Ernährungskurs oder das Sporttraining zahlen, auch den Kindergartenbeitrag kann das Unternehmen übernehmen.

Handwerkerkosten reduzieren

Wer sich Klempner, Schreiner oder auch eine Putzkraft ins Haus holt, kann ebenso Steuern sparen. Materialkosten sind ausgeschlossen, es zählen nur Lohn- und Fahrtkosten.

Wichtig: Der Rabatt gilt nur in den eigengenutzten vier Wänden. Weitere Bedingung: Die Bezahlung darf nicht bar, sondern nur per Rechnung oder Überweisung erfolgt sein. Zudem muss die Haushaltskraft oder der Elektriker natürlich ordnungsgemäß angemeldet sein.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann der Steuerzahler 20 Prozent der Kosten von der Steuerschuld abziehen, aber leider nur maximal 1.200 Euro pro Jahr.

Daher der Tipp: Wer das Limit der Kosten erreicht hat, verschiebt anstehende Reparaturen – soweit möglich – auf das nächste Jahr oder teilt die Rechnung auf.

Mehr Elterngeld dank Steuerklassenwechsel

Gute Gründe zu spenden gab es im vergangenen Jahr viele.

Verheiratete, die fest mit Nachwuchs planen, sollten genau hinschauen, wer sich in welcher Steuerklasse befindet.

Denn mit einem geschickten Wechsel kann man deutlich mehr Elterngeld herausholen. Der Trick: Der Elternteil, der zu Hause bleibt, wechselt in die für ihn günstigere Steuerklasse III. Dadurch erhöht sich später das Elterngeld.

Die Person, die sich in der ungünstigeren Steuerklasse V befindet, zahlt zunächst höhere Steuern, bekommt diese aber mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurück.

Nach der Geburt, wenn der Partner zu Hause bleibt und man der Alleinverdiener ist, wechselt man dann in die Steuerklasse III und bekommt so mehr Netto.

Wichtig: Der Lohnsteuerklassewechsel geht immer nur einmal im Kalenderjahr und der Wechsel muss mindestens sieben Monate vor der Geburt stattgefunden haben, sonst erkennt ihn die Elterngeldstelle nicht an.