Oft kommt der Schock mit der Jahresabrechnung: Es hagelt eine Nachzahlung, weil man zu viel Strom verbraucht hat. Doch wo lauern die fiesesten Stromfresser im Haushalt?

Gerade wegen der steigenden Energiekosten lohnt es sich immer mehr, die Frage zu stellen: Welche Geräte aus unserem Alltag haben Einsparpotenzial und wie viel kann man im Laufe eines Jahres bei Handy, TV und Kühlschrank sparen?

Was kostet das Öffnen eines Kühlschranks?

Ein Gerät mit sehr hohem Sparpotenzial ist der Kühlschrank, weil er ständig läuft und den höchsten Verbrauch hat. Durchschnittlich kostet jedes Öffnen des Kühlschranks etwa 0,3 Cent. In etlichen Haushalten surrt noch eine alte Kiste aus den Neunzigerjahren. Studien besagen, dass 17 Prozent dieser Produkte 15 Jahre oder älter sind.

Das kann aber teuer werden: Denn vergleicht man den durchschnittlichen Stromverbrauch aus dieser Zeit mit Geräten der letzten Jahre, wird schnell deutlich: Eine Neuanschaffung lohnt sich dann, wenn man beim Kauf Wert auf die Energieeffizienzklasse A+++ legt.

Während alte Geräte bis zu 600 kWh im Jahr verbraten, kommen energiesparende Kühlschränke aus dieser Klasse schon mit 150 kWh aus - das kann eine Ersparnis von bis zu 130 Euro ausmachen.

Wie teuer ist das Aufladen eines Handys?

Wie sieht es mit unserem täglichen Begleiter aus, der unser Alltag organisiert, uns unterhält und vernetzt? Das Smartphone ist für viele vermutlich das wichtigste Gerät im Leben, muss aber fast jeden Tag an die Steckdose.

Das kann für ein schlechtes Gewissen sorgen, was aber unbegründet ist. Denn ein iPhone 6 schlägt pro Jahr – bei täglicher Akkustandsfüllung – mit gerade mal 75 Cent zu Buche. Ein Samsung Galaxy S5, das etwas mehr Strom verbraucht, kommt auf 1,16 Euro.

Was kostet ein Blockbuster-Abend vor dem Fernseher?

Ein Fernsehgerät ist deutlich teurer als die mobilen Devices. Bei einer durchschnittlichen Nutzung von vier Stunden am Tag und einer 32 Zoll großer Flimmerkiste stellen die Stromkonzerne am Ende des Jahres etwa 18 Euro in Rechnung. Für einen zweistündigen Actionstreifen muss man also 2,5 Cent einberechnen.

Wie sieht es mit Stand-by aus?

Das TV-Gerät hat aber eine Funktion, die unter Umständen teuer werden kann: den Stand-by-Modus. Ältere Modelle brauchen in diesem Zustand bis zu 6 Watt. Rechnet man mit 20 Stunden pro Tag, an denen die Mattscheibe schwarz bleibt, bezieht man über 40 kWh pro Jahr – ohne dass man einen großen Nutzen davon hätte.

Der Gesetzgeber hat der unnötigen Stromverschwendung einen Riegel vorgeschoben. Denn alle Geräte, die ab dem 1. Januar 2013 neu in den Handel gekommen sind, dürfen im Stand-by nur noch 0,5 Watt verbrauchen – sofern sie keine Informationsanzeige haben.

Doch selbst wenn ein Display beispielsweise die Uhrzeit oder den Status anzeigt, darf der Verbrauch nicht über einem Watt liegen.

Versteckte Stromkosten entlarven

Was viele nicht wissen: Nicht nur das TV-Gerät, die Stereoanlage oder der Kabel-Receiver verfügen über einen Stand-by-Modus und verbrauchen Energie, ohne dass man die Geräte nutzt.

Beamter in Südspanien macht blau - und niemand bemerkt es.

Doch wer zählt insgeheim zu den Stromschluckern und wer nicht? Das Fraunhofer-Institut hat dazu eine Faustregel parat: Beinahe jedes Gerät mit einem externen Netzteil, einer Fernbedienung, einer laufenden Anzeige, wie beispielsweise einem LED-Display oder einem integrierten Batterieladegerät benötigt kontinuierlich Strom.

Das kann theoretisch sogar der Toaster sein, sofern er die Uhrzeit anzeigt. Oder auch die Waschmaschine, die mit Temperatur- und Wasserstandsfühler ausgestattet ist und ständig die Schlauchsicherheit kontrolliert.

Wer diesen Stromfressern auf die Schliche kommen möchte, muss entweder darauf achten, was die Hersteller angegeben, oder sich einen Stromverbrauchzähler kaufen. Der kostet ca. 20 Euro, kann aber aufs Jahr gerechnet deutlich mehr einsparen.