Essen (dpa/tmn) - Viele Studenten nutzen privat ständig Smartphone und PC, doch beim Lernen sind sie eher klassisch unterwegs. Das geht aus einer Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und des CHE Centrum für Hochschulentwicklung hervor.

Die Forscher gruppierten die Studenten in vier Typen. Die größte Gruppe (30 Prozent) sind die PDF-Lernenden. Sie nutzen überwiegend klassische digitale Medien wie PDF-Dateien und Powerpoint-Präsentationen und wickeln ihre Kommunikation per E-Mail ab. Modernere digitale Tools wie Soziale Netzwerke nutzen sie aber seltener.

Daneben gibt es die Gruppe der E-Prüflinge. Ihr gehören 25 Prozent der Studenten an. Sie verhalten sich genauso wie die PDF-Lernenden, sind aber im Laufe ihres Studiums mit elektronischen Übungen und Prüfungen konfrontiert und setzen sich deshalb damit auseinander. Die Videolernenden (23 Prozent) orientieren sich ebenfalls wie die ersten beiden Gruppen an konventionellen, digitalen Lernformaten, nutzen daneben aber audiovisuelle Medien. Dazu gehören etwa Youtube-Videos oder Vorlesungsaufzeichnungen. Die kleinste Gruppe (22 Prozent) sind die digitalen Allrounder. Sie haben sich eine Vielzahl neuer digitaler Lernformate erschlossen wie Educational Games oder virtuelle Labore, bei denen man am Computer Experimente simuliert, oder Web-Konferenzen.

Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede je nach Fach. Der Anteil an digitalen Allroundern ist - wenig überraschend - bei den Informatikern überdurchschnittlich hoch. Der Anteil der E-Prüflinge ist bei den Medizinstudenten besonders hoch.

Insgesamt halten neue digitale Lernformate aber langsam Einzug in die Hochschulen. Fast jeder Zweite (47 Prozent) hat schon einmal eine Prüfung elektronisch abgelegt. Verbreiteter als E-Klausuren sind E-Übungen. Deutlich mehr als jeder Zweite (60 Prozent) hat Übungen schon digital gemacht. Educational Games, also Computerspiele zu Lernzwecken, kennt rund jeder Vierte (28 Prozent) aus dem Studium. Die Studie beruht auf den Daten von 27 473 Studierenden.© dpa